Welche Konsequenzen aus dem verlorenen Angriffskrieg der NATO gegen Afghanistan ziehen?

Jetzt von Krieg auf Diplomatie umsteuern. Abrüsten, mit eingesparten Geldern den Wiederaufbau der von NATO-Staaten zerstörten Länder finanzieren, Entschuldigen, Gerichtsverfahren gegen die Kriegsverantwortlichen, Religionsdialog für eine gemeinsame Weltethik als Basis für Frieden fördern

Eine Vorschläge zur Einleitung einer nötigen öffentlichen Diskussion


Wir Bürger:innen des Westens haben unseren Regierungen erlaubt Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Somalia, und und anzugreifen, dort zu töten und Lebensgrundlagen, Städte, Dörfer, Fabriken und Wohnungen zu zerstören. Und wir erlauben es ihnen immer noch.

In den angegriffenen Ländern gibt es viele Opfer, viele Traumatisierte und viele, die ihre Lieben verloren haben. Das hat viel Hass auf den Westen geschaffen und gibt denjenigen Argumente, die behaupten, dass der Westen das tut, weil er ungläubig ist oder auch nur, dass ihm nur mit Gewalt Einhalt geboten werden kann.

Die Niederlage der NATO-Staaten in Afghanistan werden sie als Beleg nehmen, dass ein solcher bewaffneter Wiederstand auch Erfolg haben kann. Sie wird die ermutigen, die auf Rache sinnen für das erlittene Unrecht.

Die Kräfte im Westen, die diese Kriege organisierten haben und immer wieder die Öffentlichkeit getäuscht haben, um sie zu rechtfertigen, sie werden jetzt wieder auf Aufrüstung und Gewaltlösungen drängen. Sie wollen den endlosen Krieg fortsetzen, weil sie an ihm verdienen und bei den nötigen Maßnahmen für einen Frieden selbst verlieren werden.

Folgende Maßnahmen stellen wir zur Diskussion, um diesen Krieg beenden zu können. Wir hoffen darauf, dass Ihr die Diskussion aufnehmt:

  1. Ihre Rüstungsüberlegenheit hat die NATO-Staaten ermutigt, nach 9/11 auf Gewalt, statt Recht und Diplomatie zu setzen; auch weil die, die in diesen Staaten entscheiden, in den Kriegen nicht töten und sterben müssen und keine Verluste, sondern Gewinne durch den Gewalteinsatz haben. Wir sollten Politiker ins Amt bringen, die eine entschiedene Abrüstung der NATO-Staaten beschließen werden, um ihnen die Kraft für weitere solche Aktionen zu nehmen.

  2. Wir sollten gemeinsam fordern, die durch Abrüstung eingesparten Gelder einzusetzen für einen Fonds zum Wiederaufbau der von den NATO-Staaten zerstörten Länder und für besondere Entschädigungen für die Kriegsopfer.

  3. Als Bürger:innen westlicher Staaten sollten wir uns bei den Menschen in den angegriffenen Staaten dafür entschuldigen, dass wir unserer demokratischen Pflicht nicht nachgekommen sind, diese Kriege zu verhindern und auf diplomatische Lösungen zu dringen.

  4. Wir sollten mit den Menschen in den angegriffenen Staaten Gerichtsverfahren vor internationalen Gerichten einfordern zur Untersuchung dieser Kriege und der Verantwortung für sie.

  5. Wir sollten gemeinsame Kapazitäten zuerst auf zivilgesellschaftlicher und dann staatlicher Ebene zur Lösung aller Konflikte mit friedlichen Mitteln im Sinne des Völkerrechts schaffen.

  6. Wir sollten auf dem Selbstbestimmungsrecht aller Völker bestehen und uns dem Vorherrschafts-Anspruch des Westens und v.a. der USA entgegenzustellen.

  7. Wir sollten den Religionsdialog fördern für die Herausbildung einer gemeinsamen Weltethik, die für alle Menschen verbindlich ist.

  8. Wir sollten die Diffamierung von Muslimen stoppen und gleichen Respekt zwischen allen Religionen leben und einfordern.

Was denkt Ihr? Habt Ihr andere Vorschläge oder Kritik an diesen Vorschlägen?

Wolfgang Lieberknecht


mehr zum Hintergrund: https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/nato-konzept-ist-gescheitert-f%C3%BCr-die-korrupte-nato-partner-regierung-k%C3%A4mpfen-die-soldaten-nicht

Nicht nur das NATO-Konzept ist in Afghanistan gescheitert, jedenfalls gemessen an den Gründen, die für den Krieg der Öffentlichkeit präsentiert worden sind. Der ganze über Afghanistan gestartete Krieg im Mittleren Osten ist nach diesen Maßstäben gescheitert. Hier die Erläuterung dazu: https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/us-politiker-sahen-%C3%BCber-afghanistan-die-chance-auf-die-eroberung-der-rohstoffe-des-mittleren-ostens


Nach privatwirtschaftlichen und geostrategischen Maßstäben aber war der Krieg ein Erfolg: Er spülte Billionen Dollar in die Kassen der Rüstungskonzerne, er verhinderte, dass die ölproduzierenden Länder sich noch einmal - wie in den 70er Jahren - zusammenschließen konnten, um für das Öl einen Inflationsausgleich zu bekommen. Wie der französische Philosoph Alain Badiou erklärt, können die westlichen Staaten zwar nicht mehr Staaten wieder direkt kolonialisieren. Sie können aber dazu beitragen, die Widersprüche in den Staaten so zu eskalieren, dass sie im Chaos versinken und sie dann über die Zusammenarbeit mit Milizen wieder an deren Rohstoffe kommen. Für die Menschen in diesen Regionen, so Badiou, bedeutet das ein Leben wie in der Hölle.




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