NATO-Konzept ist gescheitert: Für die korrupte NATO-Partner-Regierung kämpfen die Soldaten nicht

Und nicht nur das NATO-Konzept ist in Afghanistan gescheitert, jedenfalls gemessen an den Gründen, die für den Krieg der Öffentlichkeit präsentiert worden sind. Nach privatwirtschaftlichen und geostrategischen Maßstäben aber war der Krieg ein Erfolg, zumindest ein zeitweiliger Erfolg (mehr unten).


Auszüge aus NTV:

Ein Beispiel ist die Eroberung der 120.000 Einwohner großen Stadt Aibak in der Provinz Samangan im Norden des Landes. Der Provinzrätin Machboba Rahmat zufolge hatten die Sicherheitskräfte die Stadt einfach verlassen. Davor hätten sie das Verteidigungsministerium um Luftangriffe gebeten, aber dieses habe nicht auf sie gehört, sagte sie. "Sie dachten, wenn die Regierung ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt, werden sie ihr Leben nicht für die Regierung riskieren", so Rahmat vergangene Woche gegenüber. Nach der Eroberung von Gasni warfen zwei Provinzräte dem Gouverneur vor, ein geheimes Abkommen mit den Taliban geschlossen und die Stadt ausgeliefert zu haben.

Ellinor Zeino, die das Büro der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Kabul leitet, ist dennoch überrascht über das Tempo des Taliban-Vormarsches. "Das kam für alle sehr, sehr überraschend, wie schnell und erfolgreich die Taliban wirklich das gesamte Land, die Provinzen, die Distrikte überrennen konnten und vor allem auch im Norden quasi alle Distrikte einnehmen konnten", erklärt Zeino im ntv Podcast "Wieder was gelernt". Auch weil der Norden nicht dafür bekannt sei, dass die Taliban dort eine große Anhängerschaft hätten.

Was in den eroberten Städten passiert, bestätigt düstere Befürchtungen. Die Binnenflüchtlinge in Afghanistan berichteten vom brutalen Umgang der Islamisten mit der Bevölkerung. "Meine große Sorge ist, dass nun die Taliban-Feldkommandeure einen Rachefeldzug führen und die Leute umbringen, die mit der alten Regierung kooperiert haben", sagt Afghanistan-Experte Ruttig. Es gebe Anzeichen, dass es in manchen Gegenden schon dazu gekommen sei. Insbesondere betrifft das jene, die für die Bundeswehr gearbeitet haben. Von diesen seien viele entsetzt, wie langsam und bürokratisch Deutschland deren Ausreise regele. Auch Ellinor Zeino von der Adenauer-Stiftung fürchtet Gewalt. "Die junge Taliban-Generation ist sehr hasserfüllt, sie ist sehr auf Rache aus."

Viele Einflussmöglichkeiten bleiben nicht Stefan Recker vom internationalen Caritas-Verband, der ebenfalls in Kabul sitzt, sagte im Deutschlandfunk, es sehe immerhin danach aus, dass Hilfsorganisationen nicht behelligt würden. Hoffnungen darüber, dass die Taliban künftig gemäßigter auftreten könnten, sieht Ruttig aber skeptisch. "Da, wo sie sind, haben sie sich bemüht, nicht auf totale Konfrontation mit der Bevölkerung zu gehen. Es ist aber die Frage, ob das so bleibt, oder ob man wieder in alte Muster zurückfällt." Man könne den Rückhalt in der Bevölkerung nicht messen, aber man könne annehmen, dass die meisten kein Taliban-Regime wollten. "Geld", sagt Ruttig auf die Frage, welche Mittel Deutschland und dem Westen noch bleiben. Dass Afghanistan keinen Cent mehr bekommen soll, wenn die Taliban übernehmen, wie es Außenminister Heiko Maas angekündigt hat, sieht er kritisch. Bisher bekommt die Regierung in Kabul jedes Jahr 430 Millionen Euro Budgethilfe. "Man sollte differenzieren zwischen Bevölkerung und Regime", sagt Ruttig. 80 Prozent der Menschen lebten unter der Armutsgrenze. Humanitäre Hilfe sollte nicht an Bedingungen geknüpft werden. Aber auch die Taliban sollten ein Interesse an Hilfen für die Infrastruktur haben. "Deutschland sollte in Kooperation mit der EU eine Initiative auch über Pakistan starten", findet Ruttig. Die Taliban sollen zeigen, dass ihre Erklärung, dass sich niemand vor ihnen fürchten müsse, der Wahrheit entspreche. Den USA hatten die Taliban bei ihren Friedensverhandlungen in Doha im vergangenen Jahr auch zugesagt, das Land nicht wieder zu einem sicheren Hafen für Terroristen werden zu lassen.

https://www.n-tv.de/politik/Warum-die-Taliban-so-schnell-sind-article22741635.html

Nicht nur das NATO-Konzept ist in Afghanistan gescheitert, jedenfalls gemessen an den Gründen, die für den Krieg der Öffentlichkeit präsentiert worden sind. Der ganze über Afghanistan gestartete Krieg im Mittleren Osten ist nach diesen Maßstäben gescheitert. Hier die Erläuterung dazu: https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/us-politiker-sahen-%C3%BCber-afghanistan-die-chance-auf-die-eroberung-der-rohstoffe-des-mittleren-ostens

Nach privatwirtschaftlichen und geostrategischen Maßstäben aber war der Krieg ein Erfolg: Er spülte Billionen Dollar in die Kassen der Rüstungskonzerne, er verhinderte, dass die ölproduzierenden Länder sich noch einmal - wie in den 70er Jahren - zusammenschließen konnten, um für das Öl einen Inflationsausgleich zu bekommen. Wie der französische Philosoph Alain Badiou erklärt, können die westlichen Staaten zwar nicht mehr Staaten wieder direkt kolonialisieren. Sie können aber dazu beitragen, die Widersprüche in den Staaten so zu eskalieren, dass sie im Chaos versinken und sie dann über die Zusammenarbeit mit Milizen wieder an deren Rohstoffe kommen. Für die Menschen in diesen Regionen, so Badiou, bedeutet das ein Leben wie in der Hölle.




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