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Südamerikanische Politiker fordern vom Westen: Lasst Euren politischen Gefangenen Assange frei!

9. Dez. 2022
3 Min. Lesezeit

Der Westen weist gern auf Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten hin, auch um von seinen eigenen abzulenken. Südamerikanische Politiker drehen jetzt einmal den Spieß um und klagen die Menschenrechtsverletzungen von und in westlichen Staaten an und fordern die Einhaltung von Menschenrechten von westlichen Staaten. Ein Zeichen dafür, dass der Westen nicht mehr allein bestimmt, welche Themen in der Weltöffentlichkeit auf die Tagesordnung gesetzt werden und der Westen nicht mehr überall die politische Kraft hat, solche Initiativen zu verhindern oder Politiker, die sie verfolgen, wegzuputschen oder durch Militärinterventionen zu stürzen. Das war uns - wo ihnen möglich - ist noch immer gängige westliche Praxis, seit der Westen nicht mehr in der Lage war, seine jahrhunderlage koloniale Herrschaft über große Teile der Welt aufrechtzuerhalten und Staaten Unabhängigkeit gewähren musste.Vor diesem Zeitpunkt übten vor allem die westlichen Staaten noch direkte Herrschaft aus. In Deutschland ist vor allem über die nachkolonialen Interventionen wenig bekannt, die neuen Verbündeten nach 1945 wurden nicht oder kaum kritisiert, die deutschen Eliten profitierten von der Macht ihrer neuen Partner. Kräfte aus den USA aber geben uns einen guten Einblick auf Grund ihrer internen Kenntnisse, u.a. (aber nicht nur) William Blum (Nachdenken zum Thema "Krieg gegen den Terrorismus" Denkanstöße von US-Friedensaktivist William Blum (internationale-friedensfabrik-wanfried.org)) oder John Perkins (How US policy organised its neocolonial network: John Perkins: Confessions of an Economic Hit Man (internationale-friedensfabrik-wanfried.org))



Bericht von Ben Norton von Multipolarista: Lasst Julian Assange frei!" sagen Lateinamerikas linke Führer: Lula, AMLO, Petro, Maduro, Ortega, Kirchner, Evo, Zelaya

Lateinamerikas linke Präsidenten führen die Kampagne zur Freilassung von Julian Assange an. Der WikiLeaks-Journalist hat Unterstützung in Brasilien, Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Venezuela, Nicaragua, Bolivien und anderen Ländern.



In Lateinamerika wächst eine Bewegung, die die Freiheit des politischen Gefangenen Julian Assange fordert. Der australische Journalist wird von den Vereinigten Staaten verfolgt, weil er deren Kriegsverbrechen aufgedeckt hat.


Die meisten führenden Politiker der lateinamerikanischen Linken haben die Freilassung von Assange aus dem britischen Hochsicherheitsgefängnis gefordert, in dem er seit 2019 festgehalten und gefoltert wird.


Zu den aktuellen und ehemaligen lateinamerikanischen Präsidenten, die ihre Unterstützung für den bedrängten Journalisten zum Ausdruck gebracht haben, gehören Brasiliens Lula da Silva, Mexikos Andrés Manuel López Obrador, Argentiniens Cristina Fernández de Kirchner, Kolumbiens Gustavo Petro, Venezuelas Nicolás Maduro, Nicaraguas Daniel Ortega, Boliviens Evo Morales und Honduras' Manuel Zelaya.


Es war der sozialistische Ex-Präsident von Ecuador, Rafael Correa, der Assange überhaupt erst Asyl gewährte.


Assange, der Gründer der Enthüllungsjournalismus-Publikation WikiLeaks, war ab 2012 sieben Jahre lang in der Botschaft Ecuadors in London, England, gefangen, wo er nach Ansicht von Experten der Vereinten Nationen von den Regierungen des Vereinigten Königreichs und Schwedens willkürlich festgehalten wurde.


Im Jahr 2019 stürmten die britischen Behörden die ecuadorianische Botschaft und nahmen Assange fest. Die britische Justiz hat daraufhin das Auslieferungsersuchen Washingtons abgesegnet, und dem WikiLeaks-Journalisten drohen bis zu 175 Jahre Haft.


Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen über Folter, Nils Melzer, besuchte Assange im brutalen Londoner Belmarsh-Gefängnis und berichtete, dass er unter "allen Symptomen leidet, die typisch für längere psychologische Folter sind".


"Während die US-Regierung Herrn Assange für die Veröffentlichung von Informationen über schwere Menschenrechtsverletzungen, einschließlich Folter und Mord, strafrechtlich verfolgt, genießen die für diese Verbrechen verantwortlichen Beamten weiterhin Straffreiheit", so der UN-Experte.


Die CIA, die Putsche gegen viele linke Regierungen in Lateinamerika organisiert hat, plante sogar, Assange zu entführen und zu töten. Die berüchtigte US-Spionagebehörde wird nun von Journalisten verklagt, die Opfer ihrer illegalen Spionageoperationen wurden.


Der frühere ecuadorianische Präsident Correa war immer einer der größten Unterstützer von Assange.


Auch Correas Nachfolger, Andrés Arauz, hat Assange gelobt. Arauz, ein linker Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Zentralbankdirektor, der unter Correa als Minister diente, war nahe dran, die Wahlen in Ecuador 2021 zu gewinnen.


"Echter und auch ecuadorianischer Journalismus ist der von Julian Assange", twitterte Arauz mit Stolz und bezog sich dabei auf die Tatsache, dass der WikiLeaks-Herausgeber die ecuadorianische Staatsbürgerschaft erhalten hat.


Hier können auch die Stellungnahmen der einzelnen Politiker nachglesen werden.


 
 
 

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