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Über das Leben der Eltern von Jesus als Flüchtlinge: Die Welt war hart und wüst und ohne Vernunft

25. Dez. 2022
1 Min. Lesezeit

Bertolt Brecht: Die gute Nacht (1926)









ByRedaktion der Zeitung der Arbeit

24. Dezember 2020

Der Tag, vor dem der große Christ

Zur Welt geboren worden ist

War hart und wüst und ohne Vernunft.

Seine Eltern hatten keine Unterkunft

Und auf den Straßen herrschte ein arger Verkehr

Und die Polizei war hinter ihnen her

Und sie fürchteten sich vor seiner Geburt

Die gegen Abend erwartet wurd. Denn seine Geburt fiel in die kalte Zeit.

Aber sie verlief zur Zufriedenheit.

Der Stall, den sie doch noch gefunden hatten

War warm und mit Moos zwischen seinen Latten

Und mit Kreide war auf die Tür gemalt

Dass der Stall bewohnt war und bezahlt.

So wurde es doch noch eine gute Nacht

Auch das Heu war wärmer als sie gedacht. Ochs und Esel waren dabei

Damit alles in der Ordnung sei.

Eine Krippe gab einen kleinen Tisch

Und der Hausknecht brachte ihnen heimlich einen Fisch.(Denn es musste bei der Geburt des großen Christ

Alles heimlich gehen und mit List.)Doch der Fisch war ausgezeichnet und reichte durchaus

Und Maria lachte ihren Mann wegen seiner Besorgnis aus. Denn am Abend legte sich sogar der Wind

Und war nicht mehr so kalt, wie die Winde sonst sind.Aber bei Nacht war er fast wie ein Föhn.

Und der Stall war warm. Und das Kind war sehr schön.

Und es fehlte schon fast gar nichts mehr –

Da kamen auch noch die Dreikönig daher!

Maria und Joseph waren zufrieden sehr.

Sie legten sich sehr zufrieden zum Ruhn

Mehr konnte die Welt für den Christ nicht tun.

Das Gedicht „Die gute Nacht“ findet sich in gedruckter Form in der Großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe der Werke Bertolt Brechts, Band 13 (Gedichte 3, Gedichte und Gedichtfragmente 1913–1927), Berlin und Weimar/Frankfurt am Main 1993.

 
 
 

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