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Zurückhaltung des Globalen Südens dürfte mit Eigeninteresse zu tun hat. EU macht es nicht anders: Um mit Russland Geld zu verdienen, dürfen griechische Tanker weiter Öl für Russland zu transportieren.

27. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Die internationale Unterstützung für die Ukraine konzentriert sich zunehmend auf einen kleineren Kreis westlicher Staaten. Das zeigt eine gemeinsame Erklärung, die diese Woche bei der UN-Generalversammlung in New York von 51 Ländern unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner fordern Russland zu einem sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand sowie zu ernsthaften Verhandlungen auf. Außerdem verlangen sie die Rückkehr verschleppter ukrainischer Zivilisten, insbesondere von Kindern, und unterstützen die freie Schifffahrt im Schwarzen Meer.

Auffällig ist vor allem, wer nicht unterschrieben hat. Die meisten Unterzeichner kommen aus Europa. Hinzu kommen einige G7-nahe Staaten wie Australien, Kanada, Israel, Japan, Neuseeland und Südkorea sowie Costa Rica, Honduras und Panama. Kein afrikanischer oder arabischer Staat und kein Land aus Süd- oder Südostasien schloss sich der Erklärung an. Auch die USA fehlen.


Wirtschaftliche Interessen wichtiger als Ideologie

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Zurückhaltung des Globalen Südens eher mit Eigeninteresse als mit Sympathie für Moskau zu tun hat. Der Globale Süden hat den Westen genau beobachtet, als dieser seine Sanktionen abgeschwächt oder Ausnahmeregelungen hinzugefügt hat, um seinen eigenen Unternehmen zu ermöglichen, mit Russland Geld zu verdienen. Die Aushöhlung des 21. Sanktionspakets, um griechischen Tankern zu ermöglichen, weiterhin für Russlands Schattenflotte zu arbeiten, ist eines der eklatantesten Beispiele.


Europa als wichtigster verbliebener Unterstützer

Damit konzentriert sich die Unterstützung der Ukraine auf Europa und einige wenige Verbündete im Pazifik und in Lateinamerika. Gleichzeitig ist Europa zwar geschlossener als noch vor einem Jahr, aber die Gruppe der besonders aktiven Unterstützer ist deutlich kleiner geworden. Während unter Joe Biden die EU als Ganzes stark hinter der Ukraine stand, konzentriert sich die Unterstützung inzwischen stärker auf einzelne europäische Staaten.


Der Globale Süden wiederum vermeidet eine eindeutige Parteinahme überwiegend. Viele Staaten enthalten sich bei UN-Abstimmungen und verfolgen eigene wirtschaftliche und strategische Interessen. Die Vereinigten Staaten sind damit nicht mehr in der Lage, ihre Interessen gegenüber dem Globalen Süden deutlich zu machen. Zu stark sind diese Länder mittlerweile mit China und Russland verflochten.

 
 
 

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