Wir haben die Wahl: Die außenpolitischen Positionen der Parteien: Trumps Außenpolitik: Gefahr und Chance?
Ostdeutsche Allgemeine: Die AfD sieht in Trump vor allem eine Chance für Deutschland. Seine Außenpolitik gegenüber der Bundesrepublik sei „von dem Wunsch getragen, in uns einen starken Partner zu gewinnen“, heißt es in der Antwort. Die Partei wirft den etablierten Parteien vor, diese ausgestreckte Hand nicht zu ergreifen, sondern Trump „vor den Kopf“ zu stoßen. Das sei „unklug“.
Deutlich distanzierter fällt das Urteil der CDU aus. Die USA seien unter Trump nicht mehr der verlässliche Partner, der sie einmal gewesen seien. Trump habe „Recht mit seiner Kritik an den zu geringen Verteidigungsanstrengungen der europäischen Verbündeten“. Entscheidend sei letztlich, Trump „an seinen Taten und weniger an seinen Worten“ zu messen.
Noch grundsätzlicher fällt die Ablehnung bei der Linken aus. Sie sieht die Gefahr von Trumps Außenpolitik nicht primär in deren Sprunghaftigkeit, sondern in der Bereitschaft, internationales Recht zu ignorieren und Einflusszonen zu beherrschen. Darin erkennt die Partei Parallelen zur russischen Regierung. Für Deutschland leitet die Linke daraus die Forderung nach einer von den USA unabhängigen Außenpolitik innerhalb der EU ab.
Für die SPD bleiben die Vereinigten Staaten „ein wichtiger Partner Deutschlands“. Gleichzeitig müsse Europa seine Interessen selbstbewusst vertreten und mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen. Die Sozialdemokraten setzen damit auf einen Mittelweg.
Die Grünen ziehen dagegen eine scharfe Trennlinie zu Trump. Er zeige „jeden Tag, was eine autoritäre rechtspopulistische Politik bedeutet“. Seine Politik schüre Unsicherheit und schade dem Welthandel. Europa müsse deshalb bei Sicherheit, Wirtschaft und Energie „stärker auf eigenen Beinen stehen“.
Am klarsten formuliert die FDP ihr Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft. Die Liberalen bezeichnen sich als „überzeugte Transatlantiker“ und wollen die deutsch-amerikanischen Beziehungen unabhängig davon weiterentwickeln, wer im Weißen Haus regiert. Die USA seien auch trotz eines Präsidenten Trump „unser engster Verbündeter außerhalb Europas“.
Das BSW fällt mit der schärfsten Sprache auf. Trumps außenpolitische Bilanz sei „verheerend“, seine Politik eine „totale Enttäuschung“. Die Partei kritisiert unter anderem sein Vorgehen gegenüber Iran, Russland und der Ukraine, Kuba und Venezuela sowie seinen Umgang mit Gaza. Die Entführung Nicolás Maduros und die Blockade Kubas bezeichnet das BSW als „schlicht kriminell“ und vergleicht sie mit Methoden der Organisierten Kriminalität.





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