W. Blum glaubte, die USA stehen für das Gute und die Anderen sind die Bösen, die zu bekämpfen sind

Aktualisiert: Aug 23

Mit dieser Überzeugung begann der US-Amerikaner William Blum im US-UßS-Außenministerium zu arbeiten. Bald merkte er, dass die USA selbst das tun, was sie anderen Vorwerfen und als Böses und zu Bekämpfendes darstellen: Sturz demokratischer Regierungen, Unterstützung von Diktatoren, Ermordung politischer Gegner, auch im Ausland. Das beschrieben westliche Politiker und Medien eigentlich immer als typisch kommunistisch, das bekämpft werden müsse. Blum machte es sich nach seinem Ausstieg aus dem Außenministerium zur Lebensaufgabe, die völkerrechtswidrigen Aktionen der US-Politiker bekanntzumachen; gestützt auf die ihm in den USA zugänglichen Quellen. Er beschrieb, wie die US-Politiker - in der Regel über ihren Geheimdienst CIA - in 70 Staaten mit extremen Mitteln intervenierten. Er verstand die Prinzipien der US-Großmachtpolitik, die bis heute gelten und die uns die Triebkräfte der Politik der USA gut verständlich machen: 1.) Die Welt für den Handlungsspielraum US-Amerikanischer Konzerne absichern. 2.) Die Umsätze für die heimischen Rüstungsbetriebe erhöhen, die dann ihrerseits die Parlamentsabgeordneten als Gegenleistung großzügig unterstützen. 3.) Das Aufkommen eines erfolgreichen nicht-kapitalistischen Modells mit allen Mitteln verhindern. 4.) Ausweitung eines eigenen möglichst großen weltweiten politischen und wirtschaftlichen Herrschaftsbereichs. In seinem Buch "Killing Hope" stellte er konkret und auf einzelne Länder bezogen dar, wie die US-Politik Hoffnungen auf Fortschritte in diesen Ländern im Eigeninteresse zerstörte "tötete". In seinem Buch "Schurkenstaat" arbeitete er heraus, dass die Vorwürfe, die die USA gegen von ihnen als Schurkenstaaten diffamierte Staaten zuerst auf die USA selbst zutreffen. Die Menschen im Westen aber könnten das schwer durchschauen, weil sie glauben, wenn der Westen etwa Folter in anderen Ländern kritisiert, er das nicht selbst tut, sondern generell für das Folterverbot steht, wenn er Anderen das Abhören vorwirft, dass er das nicht selber tut.

Dass er aber dies alles selber tut und dass diese deshalb kein Argument für Feindschaft und Krieg gegen andere Staaten sein kann, das hat uns Blum mutig enthüllt. Danke William, du kannst uns ein großes Vorbild sein, dass das Einstehen für Menschenrechte wichtiger ist, als der blinde Einsatz für die eigene Nation, sondern man sich gegen den eigenen Staat erheben muss, wenn er Menschenrechte auch in anderen Ländern bricht. Was die USA nach 1945 taten, ist aber nicht typisch amerikanisch. Als die europäischen Staaten die Welt beherrschten, haben sie die gleichen üblen Methoden angewandt. Sie tun das, wo sie noch die Macht haben oder in Kooperation mit den USA auch heute noch. Und andere Großmächte, wie Russland, China oder Indien oder aufstrebende wie Ruanda?

Wolfgang Lieberknecht

William Blum (* 6. März 1933 in Brooklyn, New York; † 9. Dezember 2018 in Arlington, Virginia[1]) war ein US-amerikanischer Publizist und Kritiker der Außenpolitik der USA. Er war beim Außenministerium der Vereinigten Staaten beschäftigt, bis er es 1967 wegen seiner Opposition zum Vietnamkrieg verließ.


Blum, Sohn polnischer Immigranten, machte zunächst eine Ausbildung zum Buchhalter und wurde Mitte der 1960er Jahre Angestellter beim State Department. Zunächst überzeugter Antikommunist, desillusionierte ihn nach eigenen Angaben die US-Politik gegenüber Vietnam und Blum wurde einer der Begründer der Untergrundzeitung Washington Free Press, die in den 1960er und 70er Jahren kritisch über den Vietnamkrieg berichtete. Er hat ausführlich zu Geheimoperationen und Morden der CIA geforscht und publiziert. Sein Hauptwerk Rogue State: A Guide to the World's Only Superpower aus dem Jahr 2000 fand die Würdigung zahlreicher Kritiker der US-Außenpolitik. Blum war mit einer Deutschen verheiratet und hatte einen Sohn. Er lebte in Washington D.C. Im Dezember 2018 starb William Blum im Alter von 85 Jahren in Arlington, Virginia.







mehr (bevor die kurzgefasste Geschichte weitergeht):

Erinnern: US-Untersuchung über US-Mordanschläge im Ausland und Menschenversuche mit Drogen und Folter

In den Jahren 1975 und 1976 veröffentlichte der Sonderausschuss des US-Senats, das Chruch-Komitee, insgesamt 14 Bände mit Ermittlungsergebnissen.

https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/us-untersuchung-%C3%BCber-us-mordanschl%C3%A4ge-im-ausland-und-menschenversuche-mit-drogen-und-folter

Der CIA führt Mordanschläge aus: Antwort auf die Frage: Ist sie eine Terrororganisation wie die RAF?

https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/der-cia-f%C3%BChrt-mordanschl%C3%A4ge-aus-antwort-auf-die-frage-ist-sie-eine-terrororganisation-wie-die-raf













mehr in Englisch von und über William Blum: https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/w-blum-let-me-explain-to-you-the-basic-features-of-the-brutal-anti-human-us-foreign-policy

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