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Vor jedem Weltkrieg Propagandalügen:Wie solche Kriege beginnen, ist brandaktuell.Am 1.September 1939 begann Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Eine Lehre am Weltfriedenstag

1. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine: Kommentar, der viel Richtiges enthält. Deshalb posten wir ihn, wenn wir auch nicht mit allen Einschätzungen übereinstimmen.

Als polnische Soldaten verkleidete SS-Männer stürmten in der Nacht zum 31. August 1939 den deutschen Sender Gleiwitz. Die Propagandalüge, Polen hätte den deutschen Sender überfallen, reichte als Begründung, den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Ein Satz Hitlers, gebrüllt am 1. September 1939 vor dem Reichstag in Berlin, wurde legendär: „Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“

So einfach ging das vor heute 87 Jahren. Der Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen wird in Berlin kaum mehr beachtet, aber wann war die Sorge wegen eines möglichen Kriegsausbruchs zuletzt so aktuell?

An mehreren Brandherden in der Welt könnte derzeit ein regionaler Konflikt zum Großbrand umschlagen. Der könnte vom Ukraine-Krieg ausgehen, von der Iran-US-Konfrontation im Nahen Osten. Auch die Straße von Taiwan gilt als geopolitisch heiß. Gerade dieser Tage soll CIA-Direktor Ratcliff Moskau vor einem Angriff auf Nato-Gebiet gewarnt haben. Der US-amerikanische Ökonom und Spitzendiplomat Jeffrey Sachs sah bereits vor einem Jahr im Nahen Osten die Gefahr eines Dritten Weltkriegs heraufziehen. Und Deutschland macht sich „kriegstüchtig“.


Umzingelt von Lügnern

Allerorten wuchern Propagandalügen, die das Zeug zum Funken für einen großen Brand haben. Putin-Russland oder Trump-Amerika mag man nicht trauen, auch nicht einer Ukraine, die kühl mal eben die Infrastruktur befreundeter Länder sabotiert. Es beruhigt wenig, dass der US-Präsident zwar das Maul (gewiss das größte der Welt) zum Lügen und Drohen aufreißt, aber dann doch immer wieder zurückscheut.

Kaum einer nimmt ihn mehr ernst, allerdings könnte genau das zur Gefahr werden – wenn er, immerhin Kommandeur der mächtigsten Kriegsmaschinerie der Welt, doch einmal Ernst macht, und sei es, weil es ihn wurmt, der Taco-Mann zu sein, der „Trump always chickens out“-Mann, der kneift, wenn es schwierig wird.

Aber nicht immer gelingt es, den Verursacher klar zu ermitteln, und die ukrainischen Geheimdienste sind flächendeckend in Europa aktiv. Das Großbeispiel Nordstream-Sprengung ist bekannt. Erst im Juni verübte eine Ukrainerin in Monaco einen Mordanschlag auf den Geschäftsmann Wadym Jermolajew. Die Spur führte zu einem ukrainischen Geheimdienst.

Wer die Drohnen von Leipzig steuerte, ist der Öffentlichkeit noch nicht bekannt geworden. Wenn Bundeskanzler Merz jetzt die Verantwortung Russland „zuweist“ oder „zuschreibt“, ohne klarste Beweise, bedeutet das Eskalation. Kann man das glauben? Einer Operation anderer „fremder Mächte“ geht man besser auch nicht auf den Leim. Die Ukraine steht in einem harten Verteidigungskrieg, dazu gehört das Lügen.

 
 
 

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