USA + GB ignorieren Seegerichtshof: Weltpostverein erkennt Mauritius Anspruch auf Chagos-Inseln an

Die beiden Staaten, die ihre Militärinterventionen häufig damit begründen internationales Recht durchsetzen zu wollen, ignorieren einmal mehr selbst internationales Recht. Die US-Regierung erklärt Russland und China ihren Feinden der USA und der internationalen Gemeinschaft. Sie begründen das u.a. damit, dass sich die Länder nicht an die regelbasierte Ordnung (US-Außenminister Blinken) halten würden, an internationales Recht. Diese Äußerung erweckt den Eindruck, dass die USA selbst internationales Recht achten und verteidigen wollen. Einmal mehr aber zeigt sich bei ihrem Umgangs mit den Chagos-Inseln, dass sie selbst das tun, was sie ihren Konkurrenten vorwerfen: Sie brechen Völkerrecht und Menschenrechte: das Recht der Souveränität des afrikanischen Mauritius über die Insel, auf der sie die für ihren globalen Herrschaftsanspruch wichtige Militärbasis Diego Garcia unterhalten. Das Recht der Bewohner der Insel auf Rückkehr auf die Insel, von der sie in den 60er Jahren vertrieben worden sind.


Im Mai 2019 hatte sich die UN-Generalversammlung mit 116 zu 6 Stimmen für die Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius ausgesprochen. In diesem Jahr sprach der Internationale Seegerichthof der Vereinten Nationen (International Tribunal for the Law of the Sea, ITLOS) in Hamburg Maritius die Inseln zu und erklärte die anhaltende Besetzung der durch Großbritannien für Unrecht und forderten sie auf, die Insel zurückzugeben.

Die britische Regierung Johnson ignoriert das Urteil und weigert sich die Souveränität Mauritius anzuerkennen.

Die Regierung von Mauritius hatte sich vom Einzug Joe Bidens ins Weiße Haus in Washington die Anerkennung ihres Rechts erhofft. einen Kurswechsel der USA erhofft. Im Juli schickte Mauritius eine diplomatische Note mit dem Ersuchen um eine Kompromisslösung und die Anerkennung der mauritischen Ansprüche nach Washington. Als Reaktion erklärte das US-Außenministerium jedoch, die Vereinigten Staaten unterstützten kategorisch die Souveränität Großbritanniens über die Chagos-Inseln.

Jetzt aber hat Mauritius auf globaler Ebene einen Erfolg errungen. Er zeigt, dass sich Macht und Einfluss der früheren und aktuellen globalen Vormacht verringern, dass die Welt ihnen weiter Sonderrechte zu Lasten anderer Völker erlaubt. Der Weltpostverein (Universal Postal Union, UPU) hat die umstrittenen Chagos-Inseln als Teil des Inselstaates Mauritius anerkannt. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen fasste einen entsprechenden Beschluss beim aktuell stattfindenden 27. Weltpostkongress in Abidjan in Côte d'Ivoire. 77 Mitgliedsstaaten der UPU stimmten bei sechs Gegenstimmen und 41 Enthaltungen für die Anerkennung der mauritischen Ansprüche. Der Beschluss hat zur Folge, dass die vom Britischen Territorium im Indischen Ozean (British Indian Ocean Territory, BIOT) herausgegebenen Briefmarken von der UPU nicht mehr anerkannt werden. Briefsendungen, die von der Postbehörde des BIOT administriert werden, werden daher von den UPU-Mitgliedsstaaten nicht mehr befördert.


https://www.derstandard.at/story/2000129230836/weltpostverein-erkennt-anspruch-von-mauritius-auf-chagos-inseln-an


Quellen:


INDISCHER OZEAN Seegerichtshof spricht Chagos-Inseln samt US-Basis "Diego Garcia" Mauritius zu Großbritannien will British Indian Ocean Territory mit der Militärbasis Diego Garcia nicht übergeben

https://www.derstandard.at/story/2000123727770/seegerichtshof-spricht-chagos-inseln-mauritius-zu


Der Kampf der "Tarzans und Freitags" um die Rückkehr nach Diego Garcia

Vor fünf Jahrzehnten wurden die Einwohner der Chagos-Inseln vertrieben, weil Briten und US-Amerikaner ihre Heimat für eine Militärbasis benötigten

Seegerichtshof spricht Chagos-Inseln samt US-Basis "Diego Garcia" Mauritius zu

Großbritannien will British Indian Ocean Territory mit der Militärbasis Diego Garcia nicht übergeben


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