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US-Regisseur Oliver Stone: Ergebnis der Maidan-Proteste war ein Staatsstreich unter Führung der USA

26. Dez. 2022
14 Min. Lesezeit

Der Krieg in der Ukraine begann nicht mit dem russischen Einmarsch im Februar 2022. Das wissen viele nicht, weil die Medien kaum über den innerukrainischen Krieg berichtet haben und auch die deutsche Politik, sich öffentlich kaum zu den Angriff Kiews auf die Ostukraine positioniert hat. Der Krieg begann in Folge des Sturzes der demokratisch legitimierten Regierung Janukowytsch im Rahmen der Maidan-Proteste. Janukowytch stand nicht auf der russischen Seite. Wie die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung 2014 wollte er sich weder auf die Seite Russlands noch des Westens schlagen. Er sah die Ukraine als Brücke zwischen Russland und Westeuropa. Es war tatsächliche auch das einzige Programm, das das kulturell und sprachlich tief gespaltene Land zusammenhalten konnte. Gegen den verfassungswidrigen Sturz - den die westlichen Länder sofort anerkannten - protestieren die Ost-Ukrainer. Und die Reaktion der nicht-legitimierten neuen Machthaber nach dem Putsch in Kiew: Sie schickten Panzer und griffen ihr eigenes Volk an (wie es bei anderen Konflikten und Aktionen dem Westen nicht-genehmer Regierungen immer heißt). So begann Kiew den Krieg in der Ukraine, der seither immer weiter eskaliert. "Separatisten" waren damit eigentlich nicht die Ostukrainer, die mit ihren Aktionen die Einhaltung der gemeinsamen ukrainischen Verfassung einforderten, sondern die neuen Machthaber in der Westukraine, die mit ihrem Putsch den gemeinsamen ukrainischen Staat zerstörten. Mir ihrer perfiden Sprachfindung drehen westliche Medien und Politiker den Sachverhalt um und führen die Menschen gezielt in die Irre. Die Maidanproteste richteten sich gegen die Entwicklungen in der Ukraine und ihre Profiteure nach dem Ende der Sowjetunion. Herausgekommen war für die Menschen kein demokratischer Rechtstaat und kein Leben in sozialer Sicherheit oder gar in Wohlstand. Im Gegenteil war der Lebensstandard der Menschen - wie fast überall in Osteuropa - radikal gesunken. Oligarchen hatten die Macht von der Kommunistischen Partei übernommen und das Land jetzt für sich organisiert, in West- und Ostukraine. Dagegen richteten sich die Proteste, die die USA und die EU für ihre Ziele, die Ausweitung ihrer Macht, die Übernahme der ukrainischen Wirtschaft, ihrer Märkte, Rohstoffe, Ländereien, und die US-Neokonservativen vor allem für die Schwächung Russlands und die Spaltung Europas an der russischen Grenz kaperten. Den sozialen und demokratischen Protest gegen die Oligarchen lenkten sie in Richtung eines innerukrainischen nationalistischen und ethnischen Konflikt, der ihnen einen immer besseren Zugriff auf das im Inneren geschwächte Land ermöglicht. Oliver Stone entwickelte seinen kritischen Blick auf die US-Außenpolitik als US-Soldat in Vietnam und bei seiner Aufarbeitung seiner Erfahrungen danach. Mehr zum Regisseur unten.


Ukraine on Fire



Oliver Stones „Ukraine im Feuer“: Stecken die USA hinter dem Euromaidan? 23 NOV 2016 JEKATERINA SINELSCHTSCHIKOWA

Oliver Stones neues Werk erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA. Reuters







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Im russischen Fernsehen wurde am Montag der Dokumentarfilm „Ukraine im Feuer“ des amerikanischen Regisseurs Oliver Stone ausgestrahlt. Dieser erzählt die Geschichte des Euromaidan aus Sicht des Filmemachers. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die USA und seinen Geheimdienst CIA.

Der vom US-amerikanischen Regisseur Oliver Stone produzierte Dokumentarfilm Ukraine im Feuer wurde am Montag auf YouTube veröffentlicht und am gleichen Tag über den landesweiten russischen Fernsehkanal „RenTV“ ausgestrahlt. Stone, der ein Pionier des politischen Films ist, erzählt die seiner Meinung nach tatsächlichen Gründe für die ukrainischen Bürgerproteste, die unter dem Namen Euromaidan bekannt wurden. Zu den Gesprächspartnern des Regisseurs gehören der geflohene Ex-Präsident der Ukraine Wiktor Janukowitsch, der russische Präsident Wladimir Putin sowie der frühere Innenminister der Ukraine Witalij Sachartschenko. Noch zwei Tage vor der Premiere des Films im Internet versuchte der Ukrainer Andrej Neswannyj mit einer Petition die Aufführung des Streifens zu verhindern, weil in diesem die „Fakten frisiert“ worden seien und er „Massenunruhen in der Ukraine provozieren“ könne. Hat die CIA ukrainische Nationalisten gedeckt? Im Film wird gezeigt, wie die CIA seit 1946 eng mit ukrainischen nationalistischen Organisationen gegen die Sowjetunion zusammenarbeitete und sie dabei für die Gegenspionage einsetzte. Dies belegen jüngst freigegebene Dokumente der CIA. Im Interview erzählt Regisseur Oliver Stone von seinem neuen Film „Snowden“ Die Nationalisten hätten „alleine bis Ende 1941 zwischen 150 000 und 200 000 Juden in den von Deutschland okkupierten Gebieten der Ukraine“ vernichtet, aber der spätere „feste Bund“ habe es ihnen ermöglicht, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa zu fliehen, wo ihnen die CIA dabei geholfen habe, unterzutauchen. So sei zum Beispiel Mikola Lebed, mitverantwortlich für das Massaker in Wolhynien, 1949 in die USA ausgewandert, wo er 1998 starb, ohne für seine Kriegsverbrechen je vor Gericht gestellt worden zu sein, heißt es im Film. Aber darauf habe sich die Zusammenarbeit der US-Behörden mit den ukrainischen Nationalisten nicht beschränkt. War die Orangene Revolution von 2004 von den USA orchestriert? 2004 verwandelte sich die Ukraine in ein Schlachtfeld zwischen Russland und dem Westen. Bei den Wahlen siegte damals der prorussische Kandidat Wiktor Janukowitsch, aber sein prowestlicher Kontrahent Wiktor Juschtschenko, dessen Ehefrau – wie der Off-Kommentar erinnert – unter der Reagan-Regierung im Außenministerium gearbeitet hatte, sei aufgrund von im Ausland angeregten friedlichen Demonstrationen letztendlich Präsident. Die Regierung Wiktor Juschtschenkos habe die Reformen und das Projekt „Demokratie“ in den Sand gesetzt, und sich schließlich durch Schlammschlachten und Intrigen selbst zerlegt. Welche Rolle spielte Russland? Wiktor Janukowitsch wurde später doch noch Präsident der Ukraine, aber die Verhandlungen mit der Europäischen Union kamen nicht voran. Wie realistisch ist der BBC-Film über Atomkrieg zwischen Russland und Nato? „Wir haben auf den Internationalen Währungsfonds (IWF) gehofft. Aber im Laufe des Jahres wurde uns nur eine für uns inakzeptable Variante vorgeschlagen. Es blieb also nur Russland. Russland sagte uns: „Wir sind bereit, mit euch als Partner zu arbeiten, wenn ihr unsere Interessen berücksichtigt““, sagt Janukowitsch heute. Da sich der Kurs der Ukraine nicht änderte, schränkte Russland den Handel mit dem Land ein. Begründet wurde dies damit, dass „die Europäische Union mit ihren Waren“ im Falle einer Integration mit der EU „ohne jegliche Verhandlungen in unser Land gekommen wäre“. „Wir sagten: Wenn die Ukraine entschieden hat, so zu handeln, ist das ihre Wahl, und wir respektieren diese Wahl natürlich, aber wir wollen nicht für diese Entscheidung bezahlen“, kommentiert Putin. Der Euromaidan von den USA finanziert? Sachartschenko lässt gegenüber Stone verlauten, man habe gewusst, dass für 2015 Demonstrationen geplant gewesen seien. Aber die Aussetzung der Verhandlungen mit der Europäischen Union habe den Prozess beschleunigt. Von der US-amerikanischen Stiftung NED finanzierte gesellschaftliche Einrichtungen, Journalisten mit finanzieller Unterstützung durch die USA und unmittelbar im Vorfeld des Euromaidans gegründete Fernsehsender hätten dabei eine wichtige Rolle gespielt, heißt es im Film. Den Befehl, die Demonstranten mit Gewalt auseinanderzutreiben, gab der Chef der Präsidialverwaltung Sergej Ljowotschkin, und zwar unter dem Vorwand, auf dem Platz einen Weihnachtsbaum aufstellen lassen zu wollen. „Ein erstaunlicher Zufall, aber Herr Ljowotschkin ist ein enger Freund vieler US-amerikanischer Politiker“, wird im Film berichtet und dabei ein Foto der Mitarbeiterin des US-Außenministeriums Victoria Nuland eingeblendet. Im entscheidenden Moment seien zeitgleich mit der Polizei ultrarechte Aktivisten auf dem Platz erschienen, die begannen, Steine zu schmeißen und Fackeln zu entzünden. Auf die Frage Stones, ob „Janukowitsch die Hand der USA gespürt“ habe, bemerkt der Ex-Präsident, dass viele Delegationen kamen, aber sich diese auf die Seite der Demonstranten stellten, was den Konflikt angeheizt habe: „Wenn Demonstranten Regierungsgebäude besetzen, sagen Sie, ist das zulässig? Stellen Sie sich vor, der Botschafter der Ukraine wäre zu den Demonstranten in Ferguson gegangen und hätte dort Kekse verteilt oder die amerikanischen Polizisten beschuldigt? Und warum konnte man das in der Ukraine machen?“


ProduktionslandUSAOriginalspracheEnglischErscheinungsjahr2016Länge95 Minuten Der von Oliver Stone produzierte Dokumentarfilm Ukraine on Fire behandelt die Hintergründe zu den Maidan-Protesten in der Ukraine 2013/14 gegen die Regierung von Wiktor Janukowytsch. Oliver Stone interviewt im Film Janukowytsch, Wladimir Putin und andere. Die zentrale These des Films lautet, dass es sich bei den Vorgängen, die im Februar 2014 zur Flucht von Janukowytsch geführt haben, um einen Staatsstreich unter Federführung der USA handele.[1]

Titel

Der Titel nimmt Bezug auf den Dokumentarfilm Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom aus dem Jahr 2015, der die Revolution aus westlicher Sicht thematisiert.

Inhalt

Der Film beginnt mit einem Rückblick auf die Ereignisse im Grenzland zwischen Ost- und Westeuropa ab der Neuzeit, angefangen mit den Kosakenführern Bohdan Chmelnyzkyj und Iwan Masepa, dem Ersten Weltkrieg und dem demütigenden Friedensvertrag von Brest-Litowsk. Der Molotow-Ribbentrop-Pakt im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wird erwähnt und die damit verbundene Vierte Polnische Teilung, inklusive der Eingliederung polnischer Gebiete in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik. Der Film erwähnt die Waffen-SS-Division Galizien und das Bataillon Nachtigall, die sich laut Darstellung meist aus den Reihen der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) speisten. Der OUN-Führer Stepan Bandera wurde 1941 nach der Ausrufung eines unabhängigen ukrainischen Staates im KZ Sachsenhausen festgehalten. Der Film thematisiert das von den Deutschen verübte Massaker von Babyn Jar im September 1941, bei dem 33.000 Juden erschossen wurden. Danach werden ethnische Säuberungen gegenüber der polnischen Ethnie durch Mykola Lebed erwähnt. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Oktober 1944 führte der militärische Flügel der OUN bis Mitte der 50er Jahre einen Guerillakrieg gegen die Sowjetunion.

Im Kalten Krieg hielt die CIA den Kontakt zu den ukrainischen Nationalisten, um über mögliche Kanäle zur Gegenspionage Richtung UdSSR zu verfügen. Der Film fokussiert auf Mykola Lebed, dem die Einreise in die USA ermöglicht wurde. Stepan Bandera war als Stefan Popel in München untergetaucht, wo er 1959 ermordet wurde. Durch seinen Tod wurde er das Symbol der ukrainischen Nationalisten, obwohl er nicht die einflussreichste Führungspersönlichkeit war, verglichen mit Dmytro Donzow, Andrij Melnyk und Roman Schuchewytsch. 1954 gliederte Nikita Chruschtschow die Krim von der Russischen zur Ukrainischen SSR um; 60 Jahre später erfolgte die Wiederangliederung an Russland. Der Kalte Krieg ging weiter, bis Mitte der 80er Jahre Michail Gorbatschow mit der Perestroika eine Wende vornahm. Der Film streift den Fall der Berliner Mauer und die ukrainische Volksbewegung (Narodnyj Ruch Ukrajiny), die 1989 entstand und für eine Unabhängigkeit der Ukraine von der UdSSR plädierte. 1991 gründete Oleh Tjahnybok eine radikale nationale Partei, die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“ (deutsch: Freiheit). Dmytro Jarosch gründete 1994 eine weitere rechtsextreme Organisation Trysub (Dreizack), die später im Rechten Sektor (Prawyj Sektor) aufging. Die von diesen Organisationen durchgeführten Fackelzüge erinnerten – so die Darstellung des Films – an die der NSDAP. Mit dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 begannen die sogenannten verrückten 90er Jahre, in denen der freie Markt und schlecht regulierte Privatisierungen von Staatsvermögen Oligarchen entstehen ließen, während in der Allgemeinheit der Lebensstandard sank. 2004 fand die gewaltfreie Orange Revolution statt; in der Darstellung des Films war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Präsidentschaftskandidaten Wiktor Janukowytsch (ostorientiert) und Wiktor Juschtschenko (westorientiert). Juschtschenko gewann die Wahl, nachdem sie wegen massiver Wahlfälschungen hatte wiederholt werden müssen, aber die nicht geeinte Opposition enttäuschte während seiner Amtszeit und wurde 2010 nicht mehr wiedergewählt. Vier Jahre später sollte eine erneute Revolution die Regierung erschüttern.

Nach dem geschichtlichen Rückblick folgen Interviews von Oliver Stone mit Wiktor Janukowytsch und Wladimir Putin, in denen sie die Situation 2013 bezüglich des Handelsabkommens mit der EU erläutern und warum die Verhandlungen pausierten. Innenminister Witalij Sachartschenko fügt hinzu, dass Informationen vorlagen, nach denen schon für 2015 Proteste vorbereitet waren, die aufgrund der aktuellen Lage mit dem EU-Vertrag von der Opposition vorgezogen wurden. Die anfänglich friedlichen Proteste seien durch ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGO) unterstützt worden. Robert Parry erläutert, dass es NGOs gebe, die mit US-Regierungsgeldern finanziert werden und deren Interessen vertreten, u. a. die Stiftung National Endowment for Democracy (NED). Die Protestbewegung auf dem Maidan erhielt Unterstützung auch von dem medienerfahrenen Mustafa Najjem, insbesondere durch einen Aufruf per Facebook am 21. November 2013. In diesen Tagen wurden drei TV-Kanäle gegründet, die sich auf die Maidan-Berichterstattung fokussierten: SPILNO.TV, hromadske.tv und Espreso TV. In der Anfangszeit waren die Proteste friedlich, auch wenn sich schon radikale Elemente zeigten. Am 24. November fing mit dem Sturm auf ein Regierungsgebäude das Aggressionsniveau zu steigen an; am 30. November wurde eine gewaltsame Räumung des Maidans durch die Polizei vermutlich auf Anweisung von Oleksandr Popow und Serhij Ljowotschkin durchgeführt (vorgeblich, um alljährlich den Weihnachtsbaum auf dem Platz zu installieren). Auf Seiten der Demonstranten seien gewaltbereite junge Männer aufgetreten, die mit Steinen und Fackeln die Bereitschaftspolizisten provozierten. Darunter seien Aktivisten des Rechten Sektors gewesen, die laut Richard Parry nach Kiew auf den Maidan gebracht wurden, um die friedlichen Demonstrationen mit „Muskeln“ auszustatten, die gewaltvoller wurden.

Ab dem 1. Dezember nahmen die Maidanproteste – unterstützt durch die TV-Berichterstattung – an Dynamik zu. Eine Aufrüstung fand auf Seiten der Demonstranten statt: mit Baseballschlägern, Metallrohren und auch unter Einsatz von Baufahrzeugen. Janukowytsch behauptet in einem Interview, dass diese Eskalationstechniken im Vorfeld geplant worden waren. Der Film zeigt Flugblätter aus anderen Regionen, die Tipps gaben, wie man sich auf eine Konfrontation bei Demos mit der Bereitschaftspolizei vorbereitet. Das Symbol der ausgestreckten Faust wird als gemeinsames Mem präsentiert. Eine Finanzierung der Vorbereitungen über Stiftungen wie z. B. die Renaissance Foundation von George Soros wird vermutet, der Auftritt von US-Politikern (Chris Murphy, John McCain) auf dem Maidan wird gezeigt. Auch der US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt empfange regelmäßig Vertreter von den Maidan-Gruppen. Das abgehörte Telefongespräch zwischen ihm und der Staatssekretärin im US-Außenministerium, Victoria Nuland, das Anfang Februar 2014 stattfand und in dem beide eine Umstrukturierung der ukrainischen Regierungsbank besprechen, wird im Film vorgestellt. Parry beschreibt die Strategie der Neocons, die an einem Regime Change interessiert seien: Man dämonisiere die politische Führung und stelle ihre persönlichen Schwächen in den Vordergrund, ohne sich näher mit deren Politik zu befassen – eine Schwarzweißmalerei werde gegenüber Grautönen bevorzugt.

Der Film führt in das Konzept des heiligen Opfers ein: Die an Weihnachten zusammengeschlagene Tetjana Tschornowol sowie Sergei Nigoyan, der am 22. Januar erschossen wurde, waren als Maidan-Märtyrer im Sinne einer Fortführung der Spannungen nützlich. Einen Monat später eskalierte die Waffengewalt, ab dem 20. Februar gab es Tote auf beiden Seiten. Geschossen wurde unter anderem vom Konservatorium, das unter der Kontrolle der Demonstranten war. Andrij Parubij wird vorgestellt als Maidan-Kommandant bzw. Führer der radikalen Opposition. Auch Vitali Klitschko wird als Oppositionspolitiker gezeigt, wie er die Maidan-Demonstranten zum Durchhalten aufruft. Die Außenminister Frankreich, Laurent Fabius, Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, und Polen, Radosław Sikorski, vermitteln in den Verhandlungen zwischen Präsident Janukowytsch und den Oppositionsparteien. Die Vereinbarung wurde jedoch vom Rechten Sektor nicht als bindend gesehen, solange Janukowytsch noch im Amt sei. Janukowytsch kam zu der Überzeugung, dass ein Staatsstreich im vollen Gange und nicht mehr aufzuhalten sei – er verließ per Hubschrauber über Charkiw das Land, am 24. Februar kam er in Russland an. Der Amtssitz und seine Residenz wurden von bewaffneten Kräften besetzt, die (leere) präsidiale Autokolonne sei beschossen worden.

Nach der Flucht Janukowytschs wurde Oleksandr Turtschynow Interimspräsident. Das Amtsenthebungsverfahren bezüglich Janukowytsch sei nicht verfassungsgemäß abgelaufen, da bei 450 Parlamentariern die geforderte Drei-Viertel-Mehrheit 388 Stimmen erfordert hätte; es waren nur 328 Ja-Stimmen für die Amtsenthebung zusammengekommen. Weil das US-Außenministerium die neue Regierung als legitim begrüßte, sei dieser Status quo zementiert worden. Sergei Aksjonow wurde Ministerpräsident der Autonomen Republik Krim. Auf die (unblutige) Okkupation der prorussischen Krim durch russische Truppen (grüne Männchen), folgte kurz danach ein Referendum zur Sezession und der Anschluss an Russland. In diesem Zusammenhang wird im Film die NATO-Osterweiterung angesprochen, die Russland mit Besorgnis sehe. Im Frühjahr 2014 kamen in der Ostukraine Proteste gegen die neue Regierung in Kiew auf. Ein Kritikpunkt war der Status der russischen Sprache in der Ukraine. Am 6. April wurden Regierungsgebäude von Demonstranten besetzt und danach die Volksrepublik Donezk ausgerufen, woraufhin die Zentralregierung in Kiew mit einer sogenannten „Anti-Terror-Operation“ antwortete. Das Ganze wurde nicht als (Bürger-)Krieg deklariert, weil IMF-Gelder nicht in Länder fließen können, in denen ein Krieg tobt. Weiterhin werden auch die Ausschreitungen in Odessa Anfang Mai 2014 angesprochen, bei denen das Gewerkschaftshaus in Brand gesteckt wurde und in dem zahlreiche Anti-Maidan-Demonstranten starben. Am 30. Mai 2015 wurde im Oblast Odessa der ehemalige Präsident Georgiens, Micheil Saakaschwili, als neuer Gouverneur ernannt. Der Film behandelt den Abschuss des Linienflugzeugs MH 17 über dem Bürgerkriegsgebiet in der Ukraine, in dessen Folge die Sanktionen gegenüber Russland verschärft wurden. Das Konzept der Weltuntergangsuhr wird vorgestellt, die '3 vor 12' im Jahr 2015 anzeigte, u. a. aufgrund der Modernisierung des nuklearen Waffenarsenals.



Stone diente von April 1967 bis November 1968 in Vietnam. Er bestand auf Fronteinsatz, wurde zweimal verwundet und mit den Orden Purple Heart und Bronze Star für „außerordentlich mutiges Verhalten in Kampfhandlungen“ geehrt. Seine Kriegserfahrungen verarbeitete Stone später in seiner Anti-Kriegsfilm-Trilogie Platoon, Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July) und Zwischen Himmel und Hölle (Heaven & Earth). Nach der Rückkehr aus dem Krieg erlebte Stone in Berkeley die Studentenrevolte mit. Er verbrachte einige Zeit in Mexiko. Bei seiner Rückkehr in die USA wurde er wegen Besitzes von Marihuana festgenommen, sein Vater hinterlegte eine Kaution und er kam wieder frei. Stone begann ein Studium an der Filmhochschule der New York University, an der Martin Scorsese sein erster Lehrer war. Stone schrieb nach Studienende zehn Drehbücher, die nicht realisiert wurden, und arbeitete als Taxifahrer und Kopierbote. 1972 konnte er sein erstes Drehbuch verkaufen und selbst verfilmen, das Horror-B-Movie Die Herrscherin des Bösen (Seizure).

Es folgte eine erneute Durststrecke. Stone arbeitete für eine Sportfilmproduktionsfirma und schrieb weitere 14 Drehbücher, darunter Platoon, in dem er seine alptraumhaften Erlebnisse im Krieg verarbeitete. Das Buch konnte er verkaufen, doch wurde die Produktion eines Filmes zunächst zurückgestellt. Für Columbia Pictures schrieb Stone schließlich das Drehbuch zu 12 Uhr nachts – Midnight Express (Midnight Express), für das er 1978 seinen ersten Oscar erhielt.[2] Damit hatte Stone in Hollywood den Durchbruch geschafft. Weitere Drehbücher schrieb er unter anderem für Conan der Barbar (Conan the Barbarian), Scarface und Im Jahr des Drachen (Year of the Dragon). In der Zeit seiner Erfolge wurde Stone drogensüchtig, lebte ein wildes Partyleben und war am Ende nahezu bankrott. Was ihn rettete, war der überwältigende Erfolg seines Films Platoon, für den er den zweiten Oscar erhielt – seinen ersten als Regisseur. Es folgte ein weiterer Regie-Oscar für Geboren am 4. Juli (Born on the Fourth of July). In beiden Filmen thematisierte Stone den Vietnamkrieg und löste politische Debatten aus. Es folgten weitere zeitgeist- und politikkritische Filme wie John F. Kennedy – Tatort Dallas (JFK), Natural Born Killers und Nixon – Der Untergang eines Präsidenten (Nixon).

Mit besonderer Optik bestechen insbesondere seine Werke JFK, Natural Born Killers und The Doors, die Stone neben weiteren acht Spielfilmen mit dem mehrfach Oscar-prämierten Kameramann und Bildgestalter Robert Richardson realisierte. Typisch für diese Filme sind verschiedenste Kamera- und Filmformate, die sich aus der gesamten Bandbreite visueller Ausdrucksformen generieren. In den Filmen JFK´und Natural Born Killers werden von Richardson/Stone die Formate VHS, 8mm, Super 8, 16mm, Super 16 (in Schwarzweiß, auch in Farbe) 35mm und 70-mm-Film sowie spezielle Kamerafilter und Kameraobjektive eingesetzt. Diese Formate zeichnen sich vor allem durch eine vollkommen unterschiedliche Körnung aus. Im anschließenden Filmschnitt werden die ohnehin schon hektisch und unruhig wirkenden Sequenzen durch eine hohe Schnittfrequenz zusätzlich verstärkt. Mittels dieser Techniken in Kombination mit entsprechenden Kameraeinstellungen, Beleuchtungstechniken, Maskenbildern, Kostümen und Drehorten wird die Wirkung eines Dokumentarfilms erzielt. Stone bedient sich bei seinen Filmen durchaus aus dem Material anderer Autoren und verarbeitet dieses in seinen Drehbüchern. So basiert Salvador (1986) auf den realen Erlebnissen von Rick Boyle. Und das Drehbuch von John F. Kennedy – Tatort Dallas auf der literarischen Vorlage von Jim Garrison On the Trail of the Assassins (dt. Ausgabe 1992: Wer erschoß John F. Kennedy? – Auf den Spuren der Mörder von Dallas). Da Stone noch zum Zeitpunkt seines Interesses der filmischen Umsetzung mit eigenen Dreharbeiten beschäftigt war, hatte Zachary Sklar zunächst einen Entwurf verfasst, den Stone dann überarbeitete.[3] Sein über 15 Jahre vorbereitetes, ambitioniertes Filmprojekt über Alexander den Großen, Alexander (2004), wurde von vielen Kritikern „verrissen“, was Stone sehr schmerzte. Der Film war finanziell ein Misserfolg, dessen Ausmaß sich jedoch durch gute DVD-Verkaufszahlen abschwächte.[4] Stones nächster Film World Trade Center war eine der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit den Anschlägen vom 11. September 2001. Der Film wurde von Stones rechten Kritikern gut angenommen, während ihm eher liberale und linke Beobachter vorwarfen, einen harmlosen und verklärenden Film gedreht zu haben.

Oliver Stone ist bekennender Drogenkonsument, was ihn mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt brachte. Zur Zeit der Arbeit an Scarface erholte er sich gerade von seiner Kokainsucht. Auf der DVD zu Natural Born Killers berichtet die Produzentin Jane Hamsher, Stone habe während des Drehs halluzinogene Pilze konsumiert. Auch während des Drehs zu Platoon soll der Regisseur mit seinen Darstellern Marihuana geraucht haben, um eine Szene, in der die Soldaten Marihuana rauchen, so realistisch wie möglich wirken zu lassen.

1997 gehörte Stone zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes an Bundeskanzler Helmut Kohl, der das Verhalten des deutschen Staates gegenüber der Scientology-Organisation mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglich. Der Brief wurde in der International Herald Tribune abgedruckt und sorgte in Deutschland für große Empörung.[5] 2012 produzierte Stone in Zusammenarbeit mit dem Historiker Peter Kuznick eine zehnteilige Fernsehdokumentation über die amerikanische Geschichte von 1940 bis zur Wahl Obamas.[6] Das 900-seitige Begleitbuch stammt auch von ihm.[7] Nachdem Ende Oktober 2012 Hurrikan Sandy während des Präsidentschaftswahlkampfs die Ostküste der USA getroffen hatte, kritisierte Stone sowohl Barack Obama als auch Mitt Romney dafür, dass sie sich bis dahin in ihren Wahlkampfdebatten nicht zum Klimawandel geäußert hatten.[8] Das Problem sei schon lange bekannt, aber man tue nichts dagegen, weil es unbequem sei. Es sei leichter, gewählt zu werden, wenn man über Arbeitsplätze spreche.[9]

Stone trat im Zuge der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 im Video Stop Watching US auf und nannte den Whistleblower Edward Snowden einen Helden. Am 20. Februar 2015 begann Stone in München mit den Dreharbeiten zu seinem Spielfilm über Edward Snowden.[10] Der Film Snowden mit Joseph Gordon-Levitt in der Titelrolle kam in Deutschland am 22. September 2016 in die Kinos. Mit der im Juli 2021 außerhalb der Filmfestspielen von Cannes uraufgeführten Dokumentation JFK Revisited: Through the Looking Glass kehrte Stone nochmals zum Thema John F. Kennedy zurück. Jason Gorber schrieb, Stone habe nun „viele Jahre als politischer Aktivist zugebracht und Demagogen gegenüber demokratischen Führern unterstützt“, der Film zeige seine feste Entschlossenheit, sein Publikum ganz auf der Seite der Skeptiker gegenüber allem Offiziellen zu finden. Wegen der Gefährlichkeit dieses Zündelns nannte Gorber Stone einen Verschwörungs-Quacksalber.[11]

In seinem Film Ukraine on Fire (2016) stellte Stone den Euromaidan als einen von den USA organisierten Staatsstreich dar. „Damit bedient er ein klassisches Propaganda-Narrativ des Kremls.“[12] Laut Stone ließ Putin die Ukraine 2022 überfallen, weil ihm die USA eine Falle gestellt hätten. Die westlichen Idioten, welche Russland provozierten, hätten ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Nun sei es an der Zeit, dass die USA und Russland – ähnlich wie bei der Kubakrise – gemeinsam die gefährliche Situation entschärfen.[13] Während selbst die meisten rechtslastigen Medien im Falle des Massakers von Butscha auf Desinformation verzichteten, verbreitete der links stehende Stone dubiose Inhalte aus dem Internet mit Verweis auf die üblichen Verdächtigen (Neocons, CIA, NATO).[14]


 
 
 

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