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US-Politik bekam mit Migranten aus Honduras die Quittung für Trumps geduldete Wahlmanipulation

28. Nov. 2021
2 Min. Lesezeit

Nachdem die rechtskonservative Partei durch Putsche und Wahlmanipulationen einen mit Unterstützung der US-Politik einen demokratischen Wandel verhindert hatte, sahen immer mehr Menschen im Land keine Zukunft mehr für sich. Ab 2018 bildeten sich die großen Migrantenkarawanen Richtung USA. Experten schätzen, dass immer noch jeden Tag 400 Honduraner das Land verlassen. Nur die Hoffnung auf den bevorstehenden politischen Wechsel hält derzeit viele Verzweifelte noch in der Heimat. Jetzt könnte die Frau des 2009 mit dem Segen von Hillary Clinton gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya von der progressiven Oppositionsallianz die Wende bringen und bei den Wahlen siegen. Würde die US-Politik das jetzt hinnehmen?


Asfura, der Kandidat der bisherigen Regierungspartei liegt in den meisten Umfragen so weit hinter Xiomara Castro, dass er mit legalen Mitteln die Wahl kaum noch gewinnen dürfte. So steht der Partido Nacional mit dem Rücken zur Wand. Denn die amerikanische Justiz hat in den vergangenen Jahren Erstaunliches über die Verbindung von führenden Kadern mit den kolumbianischen und mexikanischen Drogenkartellen zutage gefördert. Juan Antonio «Tony» Hernández, der Bruder des noch amtierenden Präsidenten, wurde im Frühjahr von einem New Yorker Gericht wegen Kokainschmuggels und anderer Verbrechen zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt. Der Kopf der Bande sitze jedoch im Präsidentenpalast, erklärte damals der New Yorker Staatsanwalt. Entscheidend wird die Wahlbeteiligung sein. Über 30 Kandidaten, hauptsächlich aus den Reihen der Opposition, sind bereits ermordet worden. Vor den Wahlen 2017 waren es 12 gewesen. Bleiben viele Bürger am Sonntag aus Angst daheim, schwächt das Xiomara Castro. Zudem halten laut Journalisten kriminelle Banden in armen Stadtvierteln die Bewohner zur Stimmabgabe für den Partido Nacional an. Die Regierungspartei setzt zudem auf Hetzkampagnen, warnt vor den Kommunisten, die Honduras in ein zweites Venezuela verwandeln wollten. Als Nachrichten-Teaser camouflierte Werbebanner streuen Fake News im Internet. Doch besonders ziehen in der zutiefst religiösen Bevölkerung Fake News über die angeblich von Xiomara Castro geplante Freigabe der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Abtreibung. Der Partido Nacional erhält bei seiner Kampagne die Unterstützung des Verbands evangelikaler Kirchen, Confraternidad Evangélica. Asfura sei von Gott gesandt, um Honduras zu retten, predigen Pastoren. Xiomara Castro steuert mit Youtube-Videos dagegen, in denen sie unter der hohen Abgabenlast leidende Unternehmer direkt anspricht. Der Kandidatin ist es gelungen, Wirtschaftsbosse in ihr Boot zu holen. Zudem begleiten ihre Wahlkampfveranstaltungen fromme Gebete, die mit «Amen! Amen! Ameen! Ameeen! Ameeeeen!» enden. Es ist der Versuch des politischen Spagats, um christlich-konservative und links-progressive Wähler gleichsam anzusprechen. Ihren Auftritt in San Pedro Sula schliesst sie mit dem Schlachtruf der lateinamerikanischen Linken: «Hasta la victoria siempre» (Immer voran bis zum Sieg).

Doch bereits 2017 hatten Umfragen einen Oppositionssieg prophezeit. Und bis zur Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen lag der Oppositionskandidat Salvador Nasralla damals deutlich vor Hernández. Aber dann öffnete die Regierungspartei die Trickkiste. Plötzlich stoppte die Auszählung für zwei Tage, und nach weiteren drei Wochen Ungewissheit wurde Hernández mit 50 000 Stimmen Vorsprung zum Sieger erklärt. Internationale Beobachter wie die Organisation Amerikanischer Staaten zweifelten das Ergebnis an. Rund dreissig Personen wurden bei den Protesten der Opposition getötet. Doch Hernández hatte den alles entscheidenden Segen der Regierung Trump.


Migrantenkarawanen

Es folgten vier schlimme Jahre für Honduras, Tropenstürme, Korruption, ein sozial nicht abgefederter Wirtschaftsliberalismus und die von kriminellen Banden und der Polizei ausgeübte Gewalt. Der zermürbten Bevölkerung blieb nur noch die Flucht.




 
 
 

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