Time to say good bye: "Verteidigung deutscher Interessen" mit Militär im Sahel nicht mehr möglich?
Im Niger droht das Mali-Szenario. Die Operation, die dem Kanzler so viel Hoffnung machte, trug den Namen „Gazelle“. Im Frühsommer 2022 ließ sich Olaf Scholz in der Wüstenstadt Tillia von deutschen Kampfschwimmern erklären, wie sie ihre nigrischen Kollegen für den Anti-Terror-Kampf im Grenzgebiet zu Mali rüsten.

Nach dem Putsch in Mali galt Niger als stabiler Standort, um mit einem kleinen Bundeswehreinsatz deutsches Interesse in der Sahelzone zu wahren. Das könnte sich nun ändern. Nachdem sich dort das Militär an die Macht geputscht und die Zusammenarbeit immer schwieriger gestaltet hatte, galt die Kooperation mit dem demokratischen Niger, inzwischen in eine feste EU-Militärmission übergegangen, als beispielgebend für die Zukunft. Von Christopher Ziedler Heute, 07:15 Uhr
Nun, ein gutes Jahr später, muss die Bundeswehr die unangenehme Frage beantworten, ob unter den Putschisten im Niger auch Offiziere oder Einheiten sind, die ihr Handwerk von deutschen Ausbildern gelernt haben.
Das wäre zwar durchaus peinlich, aber nicht das größte Problem der Bundeswehr wie der deutschen Außenpolitik, wenn der Militärcoup wirklich erfolgreich sein sollte. Er könnte schwerwiegenden Konsequenzen für den geordneten Abzug der Bundeswehr aus Mali haben, der bisher zu einem Gutteil über den Lufttransportstützpunkt in Niamey läuft. Einsatz im deutschen Interesse Letztlich könnte sich die Frage stellen, ob die Bundeswehr nach Mali bald auch Niger verlassen muss und das gesamte Militärengagement im Sahel endet, dessen Krisen laut Bundestagsmandat „außen- und sicherheitspolitische Interessen Deutschlands und Europas unmittelbar“ berühren. Die Stichworte lauten Drogen, Migration und Terror.





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