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Russland kehrt auf die Weltbühne zurück: Anfang vom Ende der Isolation? Sport, Kultur, G20-Diplomatie: Schritt für Schritt kehrt Russland auf internationale Bühnen zurück

1. Sept.
2 Min. Lesezeit

An einem überdimensionalen Tisch haben zahlreiche Männer in schwarzen und dunkelblauen Anzügen Platz genommen. Einige wenige Frauen in auffallend roten oder weißen Blazern sind ebenfalls dabei. Auf den ersten Blick wirkt das Gipfeltreffen der Finanzminister in den USA routiniert. Es wird über wirtschaftliche Chancen gesprochen, es werden Herausforderungen durch Staatsverschuldung oder Handelsungleichgewichte beschrieben und der Wunsch nach Zusammenarbeit bekräftigt. Das Besondere: Wie selbstverständlich sitzt der russische Finanzminister Anton Siluanow am Tisch.

Auf Einladung des amerikanischen Finanzministers Scott Bessent kamen Siluanow und die anderen Finanzminister nach Asheville im US-Bundesstaat North Carolina. Seit Beginn des Ukraine-Krieges vor mehr als vier Jahren nahm ein russischer Finanzminister zum ersten Mal wieder persönlich an einem G20-Treffen der Finanzminister teil. Die Europäer reagierten empört. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil wollte kein gemeinsames Foto.

Russland ist damit aber immer noch kein regulärer Partner des Westens. Bessent machte Siluanow sogar klar, dass es keine wirtschaftliche Entlastung geben werde, solange der Krieg gegen die Ukraine andauert. Trotzdem markiert der Auftritt eine bemerkenswerte Veränderung: Russland, das seit 2022 auf den internationalen Bühnen zurückgedrängt werden sollte, findet Schritt für Schritt wieder an internationale Tische.

Vom Ausschluss zur Rückkehr

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Sport. Nach dem russischen Einmarsch empfahl das Internationale Olympische Komitee (IOC) den internationalen Verbänden, russische und belarussische Athleten auszuschließen. Aus russischen Sportlern wurden faktisch Olympioniken ohne Olympia.

2026 kam der Wendepunkt. Das IOC hob die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig auf und erklärte seine bisherigen Empfehlungen zur Beschränkung russischer Athleten für die internationalen Verbände für nicht mehr anwendbar. Damit war der Weg frei. Russland wurde etwa beim Boxen, Bogenschießen, in Handball, Tischtennis und Volleyball wieder vollständig aufgenommen. Ob Russlands Team an der Eishockey-WM 2027 in Deutschland teilnehmen wird, entscheidet sich in Kürze.

Der deutsche Vizekanzler zeigte sich weiterhin von den USA enttäuscht, die mit der Einladung einen „Versuch zur Normalisierung“ unternommen hätten.

Dennoch lobte Klingbeil die Möglichkeit eines Treffens mit russischen Politikern. „Russland ist Teil der G20, und dann ist es gut, wenn man diese Dialogmöglichkeit auch hat und wenn es dort klare Worte gibt.“

Es geht also doch. Wer meint, der Ausschluss russischer Athleten, Künstler oder Politiker helfe, den Krieg zu beenden, liegt daneben. Dialogformate sind dagegen eine sinnvolle Basis für den Austausch – das sagt sogar der Vizekanzler.


 
 
 

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