top of page

Peking: Beide Seiten wollen die Differenzen „richtig handhaben“, als „gute Nachbarn und Partner“ zusammenarbeiten. Sie wollen Eckpunkte für eine frühe Teillösung der Grenzziehung festlegen.

12. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Für besondere Aufmerksamkeit sorgt der Besuch Xi Jinpings, der unterdessen eingetroffen ist. Dazwischen liegen der tödliche Grenzzusammenstoß im Galwan-Tal im Juni 2020, bei dem indische und chinesische Soldaten mit Nagelknüppeln aufeinander losgingen, und ein jahrelanges diplomatisches Schweigen auf höchster Ebene. Bis zuletzt war unklar, ob das Treffen wirklich stattfindet.

Für Samstagabend ist nun ein bilaterales Gespräch zwischen Xi und Modi angesetzt, das nach Angaben diplomatischer Quellen zwischen 45 Minuten und einer Stunde dauern soll. Welchen strategischen Wert das Treffen hat, darüber streiten Kommentatoren in Delhi und Peking.


Auch chinesische Journalisten im Media Center äußerten die Einschätzung, es sei zumindest positiv, dass Xi und Modi überhaupt wieder Gelegenheit zum direkten Kontakt hätten – und legten nahe, indische Kollegen ähnlich einzuschätzen. Xi wird von einer 67-köpfigen Regierungsdelegation begleitet, darunter das Politbüro-Ständigkeitsmitglied und Xi-Vertraute Cai Qi sowie Außenminister Wang Yi.

Der Besuch dauert exakt 24 Stunden: Ankunft am Samstag um 12.10 Uhr, Abflug am Sonntag um 12.20 Uhr. Peking erklärte, beide Seiten wollten Differenzen „richtig handhaben“ und als „gute Nachbarn und Partner“ zusammenarbeiten. Grundlage ist die Annäherung seit dem Treffen der beiden Staatschefs am Rande des Brics-Gipfels in Kasan 2024, das die vollständige Entflechtung im östlichen Ladakh besiegelt hatte. Seitdem trafen sich die Sonderbeauftragten für Grenzfragen bereits dreimal; das jüngste Treffen im August 2026 endete mit acht Punkten, darunter der Entscheidung, Eckpunkte für eine frühe Teillösung der Grenzziehung festzulegen.

Für China ist der Besuch auch deshalb bedeutsam, weil das Land im kommenden Jahr die Brics-Präsidentschaft von Indien übernimmt. Modi wiederum dürfte in dem Gespräch seine Anliegen zu fairem Marktzugang, verlässlichen Lieferketten und einem ausgeglichenen bilateralen Handel deutlich machen.



 
 
 

Kommentare


bottom of page