top of page

Mit ihrer Doppelmoral isoliert uns deutsche Politik weltweit: Während sie etwa in Syrien & der Ukraine zivile Opfer stets lautstark angeprangert hat, werden Tod & Leid der Palästinenser hingenommen.

12. Apr. 2024
2 Min. Lesezeit

ARD: Die deutsche Unterstützung Israels im Nahost-Krieg stößt in der arabischen Welt auf viel Kritik. Menschenrechtler werfen der Regierung Doppelmoral vor. Auch hierzulande warnen Experten, Deutschland verspiele außenpolitisches Vertrauen.


Die aus ihrer Sicht einseitige Unterstützung für Israels Krieg im Gazastreifen. 

"Das schadet dem Ruf Deutschlands", sagt Soaad. "Deutschland ist als Verfechter der Grundrechte bekannt. Aber jetzt ignorieren sie die Rechte derer, die getötet werden in Gaza." Und Mostafa ergänzt: "So, wie wir schon israelische und amerikanische Marken boykottieren, sollten wir vielleicht auch darüber nachdenken, bald deutsche Marken nicht mehr zu kaufen." Deutschland sei doch so ein fortschrittliches Land, moniert Yasser. "Jetzt trübt sich dieses Bild. Sie unterstützen Israel zu Unrecht."


Viele hier in Ägypten hätten verfolgt, wie die Bundesrepublik vor dem Internationalen Gerichtshof Israel gegen den Vorwurf des Genozids verteidigte, so Bahgat - und wie sich die deutschen Waffenexporte nach Israel im Jahr 2023 verzehnfacht haben. Auch, dass Deutschland sich bei den Vereinten Nationen lange enthalten habe, als es um die Frage einer Waffenruhe ging, hätten viele enttäuscht zur Kenntnis genommen.

Von Doppelmoral ist dabei immer wieder die Rede: Während Deutschland etwa in Syrien oder der Ukraine zivile Opfer stets lautstark angeprangert habe, würden Tod und Leid der Palästinenser hingenommen.


Außenpolitisch hätte sich Deutschland dadurch ins Abseits gespielt, meint der ägyptische Menschenrechtler. Dazu komme seiner Meinung nach das Verbot von pro-palästinensischen Demonstrationen innerhalb Deutschlands und eine - Zitat - "Zensur" freier Meinungsäußerung im künstlerischen Bereich sowie bei öffentlichen Veranstaltungen. 

"Das Problem ist nicht nur, dass die deutsche Politik daran scheitert, ihre selbst gesetzten Standards einzuhalten", so Bahgat, "Es ist die direkte Mittäterschaft durch die anhaltenden Waffenlieferungen an Israel. Für uns ist Deutschland, genauso wie die USA, ein Teil des Krieges. Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach tektonisch."

Die gute Beziehung zu Deutschland sei passé, sagt Bhagat. Im Dezember lehnte er den deutsch-französischen Menschenrechtspreis ab und kappte die Verbindungen zu deutschen Partnern - auch zur deutschen Botschaft in Kairo. 


Dort fragen sich einige Diplomaten hinter vorgehaltener Hand unterdessen, ob man in Berlin eigentlich ahne, wie nachhaltig der Schaden sei, den man mit der lange scheinbar uneingeschränkten Unterstützung für Israel anrichte.




 
 
 

Kommentare


bottom of page