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Mit Frankreich gerät nach Deutschland nun das zweite wirtschaftliche Schwergewicht der EU ins Wanken. In Deutschland schrumpft die Industrieproduktion, Frankreich hat Probleme mit den Staatsfinanzen.

vor 4 Tagen
2 Min. Lesezeit

(IFFW: Aber für ihren immer wieder angekündigten Ostfeldzug ist genug Geld vorhanden, anstatt auf Friedensverhandlungen zu setzen, die Proteste haben begonnen!)

Auszüge, Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Frankreich entwickelt sich zum neuen finanziellen Sorgenkind Europas. Seine Staatsschulden beliefen sich im zweiten Quartal 2026 auf knapp 3,6 Billionen Euro. Das entsprach 119,1 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Deutschland kam auf knapp 2,93 Billionen Euro beziehungsweise 63,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; im Euroraum waren es im Durchschnitt 88,8 Prozent.Gemessen an der Wirtschaftsleistung ist Frankreich damit fast doppelt so hoch verschuldet wie Deutschland. Zugleich verlangen Anleger immer höhere Zinsen für französische Staatsanleihen. Politico spricht deshalb vom neuen „kranken Mann Europas“.


Frankreich als neuer „kranker Mann Europas“ – mit Folgen für Deutschland

So wurde zuletzt immer wieder Deutschland selbst genannt: Die größte Volkswirtschaft der EU leidet seit Jahren unter schwachem Wachstum und einer schrumpfenden Industrieproduktion. Nun gerät mit Frankreich auch das zweite wirtschaftliche Schwergewicht der Europäischen Union ins Wanken. Anders als Deutschland kämpft das Land vor allem mit hohen Defiziten, steigenden Zinskosten und dem politischen Widerstand gegen Einsparungen.

„Frankreich steht am Rande einer Finanzkrise. Wir müssen ein Signal an die Märkte senden“, sagte der frühere französische Premierminister Michel Barnier gegenüber Politico.

Deutschland wäre davon nicht abgeschirmt. Französische Sparmaßnahmen könnten einen wichtigen Absatzmarkt deutscher Unternehmen schwächen. Turbulenzen bei Staatsanleihen könnten sich zudem über Banken und Versicherungen ausbreiten.


Frankreich muss Anlegern so hohe Zinsen zahlen wie seit 2002 nicht mehr

Wie schnell die Nervosität zunimmt, zeigt der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen erreichte am 22. Oktober 5,14 Prozent – den höchsten Stand seit 2002. Steigende Renditen bedeuten, dass Frankreich für neue Schulden höhere Zinsen anbieten muss.

Auch der Abstand zu deutschen Bundesanleihen ist stark gewachsen. Dieser sogenannte Risikoaufschlag lag zuletzt bei 169 Basispunkten beziehungsweise 1,69 Prozentpunkten. Deutschland dient den Finanzmärkten trotz seiner wirtschaftlichen Schwäche weiterhin als vergleichsweise sicherer Schuldner. Frankreich muss Investoren deutlich mehr zahlen.


Frankreichs Regierung plant Einsparungen von 43 Milliarden Euro

Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu will im Haushalt für 2027 rund 43 Milliarden Euro einsparen. Politisch bleibt der Spielraum jedoch klein. Steuererhöhungen stoßen ebenso auf Widerstand wie Kürzungen bei Sozialleistungen und Renten.

Frankreich erlebt bereits massive Proteste. Am 24. Oktober gingen nach Angaben des Innenministeriums landesweit 410.000 Menschen auf die Straße, davon 110.000 in Paris. Die Gewerkschaft CGT sprach sogar von fast 800.000 Teilnehmern. Demonstriert wurde unter anderem gegen Sparpläne, die Rentenpolitik und die hohen Lebenshaltungskosten.

Damit verstärken sich die Haushalts- und die politische Krise gegenseitig: Um das Vertrauen der Anleger zu bewahren, muss die Regierung das Defizit senken. Je härter sie spart, desto größer wird jedoch der gesellschaftliche Widerstand. Scheitern die Kürzungen, dürften Investoren noch höhere Zinsen verlangen.

Auch die Präsidentschaftswahl 2027 erhöht die Unsicherheit. Parteien am rechten und linken Rand versprechen, zentrale Reformen zurückzunehmen oder zusätzliche Ausgaben zu beschließen. Für Anleger wird damit schwerer kalkulierbar, ob Frankreich seinen Haushalt in den kommenden Jahren stabilisieren kann.

 
 
 

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