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Mir macht die Kriegsrhetorik sehr zu schaffen. Wir sollen auf einen Krieg vorbereitet werden, den die Bevölkerung hier nicht will. 62 Prozent der Menschen in MV fühlen sich von Russland nicht bedroht.

6. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Aus dem Interview mit Peter Schabbel, dem BSW-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern.

Warum sind Sie engagiert im BSW?

Ich bin heute Mitglied des Kreistags Ludwigslust-Parchim.1990 haben wir die große Chance vertan, als Ostdeutsche die BRD mitzugestalten. Stattdessen wurde es eine westdeutsche Übernahme. Ich sehe heute eine zweite Chance für eine Mitgestaltung, deshalb habe ich mich entschieden, im BSW mitzumachen.


Ich komme aus der Friedensbewegung und gehörte zu „Schwerter zu Pflugscharen“, dafür wurde ich in der DDR zweimal verhaftet. wMir macht die Kriegsrhetorik heute sehr zu schaffen. Wir sollen auf einen Krieg vorbereitet werden, den die Bevölkerung hier nicht ill. Nach einer neuen Umfrage sehen 62 Prozent der Bevölkerung in MV Russland nicht als Bedrohung an, sie sehen Russland nicht als Feind. Das hängt mit unserer Ostsozialisation zusammen. Wir denken: Was soll der Russe hier? Wir haben nichts an Ressourcen, die ihn interessieren könnten.

Wir haben zum Weltfriedenstag ein Sofortprogramm des BSW verabschiedet, mit fünf Landtagsanträgen für ein friedliches Mecklenburg-Vorpommern. Wir wollen, dass die Landesregierung eine Initiative in den Bundesrat einbringt, die sich für die Beendigung der Waffenlieferungen für die Ukraine und der Militärhilfen überhaupt ausspricht.


Ja, in MV werden und wurden Arbeitsplätze durch die Rüstungswirtschaft geschaffen. Aber wir halten das für falsch. Wir müssen uns auf andere Felder konzentrieren. Die maritime Wirtschaft ist für unser Land wichtig, aber wir wollen die Rüstungswirtschaft zumindest nicht noch weiter aufbauen. Und vor allem dürfen die Rüstungsausgaben nicht zu Lasten von Gesundheit und Bildung gehen.

Außerdem wollen wir, dass die kommende Landesregierung eine Wiedereinführung der Wehrpflicht im Bundesrat ablehnt, falls die Bundesregierung diese demnächst wieder einführen will.

Wie stehen Sie und das BSW heute zur Migration?

Jeder Mensch, der vor Krieg flieht und in unserem Land Schutz sucht, sollte bei uns Asyl erhalten. Das Recht auf Asyl ist ein wichtiger Bestandteil unseres Grundgesetzes.

Einer gesteuerten und vernünftigen Migration stehen wir sehr positiv gegenüber. Eine weitere Migration zu Lasten unserer Sozialsysteme lehnen wir dagegen ab.


Ich erlebe vor allem viel Wut. Die etablierten Parteien haben sich festgefahren, weil sie sich auf die Ablehnung der AfD konzentriert haben, statt sich mit den wichtigen Themen zu befassen.


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Zur Person

Peter Schabbel, Jahrgang 1966, wurde in Berlin-Pankow geboren. In seiner Jugend wurde er wegen seines friedenspolitischen Engagements von der DDR-Staatsmacht zwei Mal verhaftet. Peter Schabbel lebt seit 1991 in Mecklenburg-Vorpommern in Parchim und hat sich eine Praxis für Osteopathie aufgebaut. Er war 2024 Mitbegründer des BSW im Landkreis Ludwigslust-Parchim, ist Kreistagsmitglied und Landesvorsitzender der Partei und deren Spitzenkandidat zur Landtagswahl.

 
 
 

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