Massenproteste in Pakistan: Abgesetzter Premierminister Khan beschuldigt USA des Regimewechsels


zum Verständnis hilfreich:

Der gestürzte Khan befeuert Proteste rhetorisch mit dem Vorwurf, das Land bekomme nun eine «importierte Regierung». Er stellt es so dar, als sei sie Ergebnis einer westlichen Verschwörung, nachdem er, Khan, eine unabhängige Aussenpolitik betrieben habe, die den USA nicht gefallen habe. Substanzielle Belege für die Anschuldigung, dass die USA einen Regimewechsel in seinem Land betrieben hätten, legte Khan bisher nicht vor. Doch trifft der Antiamerikanismus einen Nerv, der sich gut für populistische Zwecke nutzen lässt.

«Bettler können nicht wählerisch sein»

Genüsslich wiederholt Khan immer wieder einen Satz, den Sharif im Streit um die Beziehungen zum Westen geäussert hatte: «Bettler können nicht wählerisch sein.» Mit diesen Worten hatte Sharif darauf verwiesen, dass sein Land auf internationale Finanzhilfe angewiesen sei, um die ökonomische Krise zu bewältigen. Eine Steilvorlage für Khan, der sich bereits für die nächste Wahl als angeblich einziger aufrichtiger pakistanischer Politiker in Stellung bringt: Khan als Retter der Nation. Dass er noch immer den Ruf geniesst, sich nicht durch korrupte Geschäfte verführen zu lassen, dürfte ihm – trotz ernüchternder Wirtschaftsbilanz seiner vier Regierungsjahre – in einem erneuten Wahlkampf helfen.

Die Rache des Imran Khan – Nun organisiert Pakistans gestürzter Premier Demos gegen Nachfolger | Tages-Anzeiger (tagesanzeiger.ch)

31 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen