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Mali wirft Frankreich vor, seinen Luftraum zu verletzen und islamistische Terroristen zu bewaffnen

Malis Übergangsregierung hat ihren Ton gegenüber Frankreich nochmals verschärft. Sie werde von ihrem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen, wenn Frankreich weiterhin die Souveränität und nationale Sicherheit des westafrikanischen Landes untergrabe, drohte der malische Außenminister Abdoulaye Diop während eines Treffens des UN-Sicherheitsrats am Dienstag in New York. Er wiederholte Vorwürfe, Frankreich verletze den malischen Luftraum und liefere Waffen an islamistische Terroristen. Für große Aufmerksamkeit hatte vor wenigen Wochen schon der Auftritt des malischen Ministerpräsidenten, Abdoulaye Maïga, in der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) gesorgt. Er hatte Frankreich eine „neokoloniale Politik vorgeworfen und die französische Regierung als „Junta“ bezeichnet. Die Kooperation mit Russland indes nannte er „beispielhaft und fruchtbar“.



Anfang der Woche wurden vier Blauhelme der UN-Friedensmission MINUSMA getötet und zwei verletzt, als ihr Fahrzeug im Norden Malis auf einen Sprengkörper fuhr. Nach Angaben von MINUSMA waren sie auf einer Patrouille in der Region Kidal unterwegs, um Landminen aufzuspüren. Die getöteten Soldaten stammten aus Tschad. Sie gehörten zu den vielen malischen, internationalen und UN-Soldaten sowie unzähligen Zivilisten, die ihr Leben verloren.

Im Juni verlängerte der UN-Sicherheitsrat das MINUSMA-Mandat um ein Jahr bis zum 30. Juni 2023, jedoch zum ersten Mal ohne die Luftunterstützung Frankreichs. Derzeit gehören zu der Mission rund 13.000 militärische Einsatzkräfte und 1900 Polizisten. Die meisten Soldaten stellen Tschad, Bangladesch, Ägypten, Senegal und Niger. Deutschland hat 535 militärische Kräfte entsandt. Die Mission gilt als die gefährlichste derzeit. Seit ihrem Start 2013 wurden 281 Angehörige der MINUSMA-Mission getötet.


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