Karin Leukefeld beschreibt die verzweifelte Situation der Menschen in Syrien

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In einem ausführlichen Gespräch mit der deutschen Journalistin und Nahostexpertin Karin Leukefeld berichtet diese von ihrem jüngsten Besuch in Syrien. Sie beschreibt eingangs die katastrophale Versorgungslage im Land, die extreme Teuerung und die verzweifelte Lage der Bevölkerung. Diese Situation ist nicht in erster Linie auf den Krieg und seine Folgen zurückzuführen, sondern auf die von den USA und Europa verhängten Sanktionen. Inzwischen kann man beobachten, dass gut ausgebildete Personen, z.B. Ärzte und Ingenieure, wann immer sie eine Chance haben, das Land verlassen, da sie selbst in armen afrikanischen und asiatischen Staaten bessere Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden als in ihrer Heimat. Dieser "brain drain" ist Leukefelds Meinung nach keine Stellungnahme gegen die syrische Regierung sondern der einfache Versuch zu überleben. Wir besprechen auch ausführlich die Situation in den nördlichen Teilen des Landes, in denen es nach wie vor auch zu Kämpfen mit islamistischen Terrorgruppen kommt. Eine besondere Rolle spielen dort die US-amerikanischen Militäreinheiten, die besonders jene Territorien absichern, welche von den kurdisch dominierten Demokratischen Kräften kontrolliert werden, die sich besonders im Kampf gegen den Islamischen Staat ausgezeichnet haben. Die US-Einheiten bzw. private US-Ölfirmen kontrollieren die gesamte Ölförderung in Syrien. Sie entziehen die Erlöse den rechtmäßigen syrischen Eigentümern, der syrischen Regierung. Ein Teil geht an die Kurden, ein anderer Teil geht an lokale Geschäftsleute, ein weiterer Teil wird über den kurdischen N-Irak in die Türkei gebracht und dort verkauft. Mitunter sind sogar syrische Regierungsstellen angesichts der katastrophalen Energiesituation im Land gezwungen, ihr eigenes Öl von US-Firmen oder lokalen Zwischenhändlern zu kaufen. Damit werden der syrischen Regierung ihr zustehende Einnahmen entzogen. Es ist offensichtlich das Ziel der in N-Syrien agierenden Mächte, den syrischen Staat weiter zu schwächen. Wir besprechen schließlich noch die verschiedenen Kontakte zwischen der syrischen Regierung und Vertretern der diversen Oppositionsgruppen. Diese bestehen bereits seit einigen Jahren, haben aber bislang keine nennenswerten Fortschritte gebracht. Mit anderen arabischen Staaten sind die bilateralen Kontakte zuletzt wieder intensiviert worden und es ist durchaus möglich, dass Syrien bereits in Bälde wieder in die Arabische Liga aufgenommen wird. Dies ist aber eher ein symbolischer und politisch unbedeutender Schritt. Wichtiger ist die Haltung der wichtigen arabischen Staaten, wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Haltung Europas hat sich kaum geändert. Die harten Sanktionen sind aufrecht, eine Lockerung ist nicht in Sicht, die meisten Botschaften sind nach wie vor geschlossen. Offensichtlich ist Syrien gegenwärtig für Europa nicht von besonderer Priorität. Ein ausführliches und informatives Gespräch, in dem man Dinge erfährt, die man in den Mainstreammedien kaum lesen und hören kann. Abonnieren sie unseren Newsletter um nichts zu verpassen! E-Mail Newsletter abonnieren: https://international.or.at/anmelden/ Wir freuen uns über ihre Kommentare und ein Abo unseres Kanals! Für den Inhalt verantwortlich: International - Zeitschrift für internationale Politik Weitere Informationen finden sie auf der Webseite: https://international.or.at Kostenloses Probeheft: https://international.or.at/abo-beste... Abo abschließen: https://international.or.at/abo-beste... E-Mail Newsletter abonnieren: https://international.or.at/anmelden/

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