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Jeffrey Sachs: Die USA sind gegen internationale Zusammenarbeit; ihr Ziel ist die Alleinherrschaft

23. Okt. 2022
2 Min. Lesezeit

Die USA wollen allein ihre Interessen durchsetzen und suchen dazu die anderen Länder untereinander zu spalten und so beherrschen zu können. Das ist die übliche imperialistische Strategie. Jetzt zetteln die USA einen Handelskrieg mit China an. Um die aktuellen großen wirtschaftlichen Probleme zu lösen, ist aber Zusammenarbeit mit China erforderlich. Nehmt die US-Verlautbarungen zu China nicht ernst; ihnen geht es nur um den Erhalt ihrer Vorherrschaft. Wir sollten mit China kooperieren bei seinem Projekt der neues Seidenstraße, weil wir eine nachhaltige Infrastruktur brauchen. Ihr musst das politische System der USA verstehen, es ist zweifelsfrei völlig korrupt. Wenn die Abgeordneten wiedergewählt werden wollen, müssen sie in der Lage sein, Wahlkampagnen zu finanzieren. Dazu brauchen sie viel Geld, und das erhalten sie von der vorherrschenden Öl- und Gasindustrie. Die Republikanische Partei gehört faktisch den Ölkonzernen. Sie verlangten von Donald Trump, aus den Verträgen für mehr Klimaschutz auszusteigen. 90 Prozent der Parteispenden der Ölindustrie fließen in die Taschen der Republikaner, und sie ist eine sterbender Wirtschaftszweig. Die meisten US-Amerikaner haben inzwischen die Notwendigkeit des Klimaschutzes verstanden. Die schlechte Klimapolitik kommt also nicht wegen der vorherrschenden öffentlichen Meinung, sondern durch Korruption. Die Temperaturen steigen. Und warum, weil die für die Verschmutzung entscheidenden Staaten nicht handeln.


Richtig ist, dass die Steigerung der Emissionen in den letzten Jahrzehnten auf China zurückgehen. Aber das Land ist viel bevölkerungsreicher als die USA und erzeugt pro Einwohner gerechnet nur halb so viele Emissionen wie die USA. Entscheidend ist heute, über wie viele fossile Brennstoffe ein Land verfügt. Europa hat heute wenig davon, vor allem, weil es seine fossilen Brennstoffe bereits in der ersten industriellen Revolution verbraucht hat. Zudem hat es glücklicherweise nicht sehr viel Erdöl. Erdöl verdummt. Mein Land ist der beste Beweis dafür. Europa wird hart vom Klimawandel getroffen und ist heute die einzige Region, die ernsthaft aus der Nutzung fossiler Energien aussteigen will. Der gerade verabschiedete Green Deal ist der weltweit wichtigste Fortschritt. China ist auch stark vom Klimawandel betroffen und politisch darüber gespalten, was getan werden sollte. Russland, die USA, Kanada, Australien, die Staaten am arabischen Golf wollen keine Veränderung, sondern den Status Quo verteidigen. Sie ändern ihre Politik nicht; sie reden höchstens darüber. Russland will sein Gas exportieren, die Golfstaaten ihr Öl und Gas. Die USA wollen sie alle exportieren. Trump selbst würde den Planeten zerstören, wenn er könnte. Auch Kanada und Australien wollen die Exporte ihrer fossilen Brennstoffe maximieren. Australien ist bereits von Dürren, Überschwemmungen und Bränden betroffen, und ändert seine Klimapolitik nicht. Warum? Wegen ihrer Kohle, Korruption, des Einflusses der Medien von Robert Murdoch. Wenn du fossile Brennstoffe hast, vernebeln und vergiften sie den Verstand. Sie machen blind für das Risiko, das ihre Nutzung für das eigene Überleben bedeutet. Europa sucht neue Wege, vor allem aber auch deshalb, weil es selbst heute nur noch wenige fossile Brennstoffe hat. Das hat den Kopf geklärt. Wir brauchen jetzt viele regionale Grüne Verträge.


 
 
 

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