Wir sind auf ESSO u.a. hereingefallen: Sie haben gezielt beeinflusst, um Klimaschutz zu verhindern

Aktualisiert: Juli 21




Konzerne wie Esso unterstützten Leugner oder Zweifler des Klimawandels. Sie erzeugten so ein öffentliches Bewusstsein, dass gar nicht klar sei, ob das mit dem Klimawandel stimmt und ob der Mensch dafür verantwortlich ist und ihn deshalb stoppen könne. Dabei wusste der Konzern genau, dass das Klima zerstört wird und dies menschengemacht ist, u.a. durch das Verbrennen der Brennstoffe, die Esso fördert und verkauft. Intern rechnete der Konzern den Temperaturanstieg richtig aus, so wie er später gekommen ist und führte ihn auf den Treibhauseffekt richtig zurück. In der Öffentlichkeit aber förderte er die Klimawandelleugner, um im Interesse der Profitsicherung seiner Eigentümer Maßnahmen für den Klimaschutz zu verhindern. Der Konzern war für seine Ziele erfolgreich, denn er betreibt auch heute noch Lobbyarbeit gegen den Schutz des Klimas. Für uns als Menschheit ist dieser Erfolg eine Katastrophe, die vielen bereits das Leben gekostet hat und noch viel mehr Menschen das Leben kosten wird, wenn nicht gar die Erde unbewohnbar machen wird.


Politiker zeigen sich erschüttert über die Verwüstungen durch die Starkregen. Sie müssen auch erschüttert sein über sich selbst: Sie hätten wissen können, was jetzt auf uns als Menschheit zukommt. Die Klimaforscher haben es genauso vorausgesagt. Nur dass jetzt nicht die milderen Prognosen kommen, sondern die schlimmsten und das noch schneller als gedacht. Einer der das auch wusste, war Esso (Exxon). Der Konzern finanzierte im Interesse seiner Eigentümer Klimawandelleugner oder -zweifler und führte damit die Öffentlichkeit in die Irre. Der Druck auf die Politik, zu handeln, wurde damit verringert, ja sogar Gegendruck erzeugt. Intern aber wusste der Konzern genau, wie und warum das Klima sich ändert und dass er mit seinem Geschäft erheblich dazu beiträgt. Er errechnet 1982 ziemlich genau, wie der Temperaturanstieg ausfallen wird.

Dass klimabedingten Ereignisse tödliche Folgen haben können, spüren Menschen in anderen Regionen der Erde schon seit vielen Jahren. Der Klimawandel war auch ein wichtiger Grund für den Syrienkrieg und ist es jetzt für die Ausbreitung der Gewalt in Westafrika. Seit Jahren wissen wir, dass viele Millionen Menschen vor allem um den Äquator ihre Lebensgrundlage verlieren werden. Doch diese Menschen haben keine Macht, die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen zu verhindern: Die meisten klimazerstörenden Gase werden in den Industrieländern verursacht, In der Regel zehn Mal so viel wie in den Ländern des globalen Südens.

Es wird jetzt Zeit, in globaler Kooperation die Folgen unseres politischen Versagens solidarisch zu tragen und entschiedene Maßnahmen zur Verringerung des Temperaturanstiegs zu ergreifen.



Aber wir können nicht nur auf die Politiker zeigen, wir haben sie gewählt, weil die Mehrheit nicht akzeptieren wollte, dass wir unseren Lebensstil grundlegend ändern müssen und sich gern auf die Leugner berief. Wir waren nicht mutig genug, gegen die Konzerne aufzustehen, die überall gebremst haben, um ihre Profite nicht zu gefährden. Sie wollten weiter Strom in ihren Kohlekraftwerken produzieren, ihr Öl und ihre Kohle und Autos verkaufen und ihre Waffen, auch wenn sie wussten, dass sie das Klima zerstören. Wir sind reingefallen auf Konzerne wie Esso, die für die Profite ihrer Besitzer die Stimmen stark machten, die die Ergebnisse der Wissenschaft in Zweifel zogen und suggerierten, dass das alles nicht klar sei, obwohl etwa Esso genau wusste, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse stimmen und intern mit ihnen arbeitete. Wir haben uns auch zu wenig selbst mit der Klimawissenschaft beschäftigt, um selbst zu prüfen, was stimmt. Wir haben verlernt, Verantwortung für das Ganze zu übernehmen und uns auch gegen den Mainstream zu stellen, wenn es nötig ist.

Jetzt wird es höchste Zeit. entscheidende Schritte einzufordern, sich an der politischen Meinungsbildung zu beteiligen, um Mehrheiten für Klimaschutz zu schaffen. Und wir sollten in den Wahlkreisen die Politiker wählen, die für entschiedenen Klimaschutz eintreten, sie unterstützen, wenn sie jetzt entscheidende Schritte gehen wollen und uns ihnen entgegenstellen, wenn sie sie verweigern. Wir sollten aber nicht Leute wählen, die nicht verstehen, dass Aufrüstung, Militär und Kriege wesentlich zur Klimazerstörung beitragen und auf Konfrontation mit China und Russland setzen, anstatt auf Abrüstung und Zusammenarbeit. Solche Politiker haben den Ernst der Lage nicht verstanden.


Hier zwei Artikel zu den Aktivitäten von ESSO gegen Klimamaßnahmen und einen, der das klar ausspricht.


Klima-Fake-News Ölriese Exxon wusste schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt

Jahrelang säte der Ölkonzern Exxon in der Öffentlichkeit Zweifel über den menschengemachten Klimawandel. Ein Datenabgleich zeigt nun, wie genau der Konzern tatsächlich Bescheid wusste.

Der US-Konzern Exxon hat die Öffentlichkeit über Jahre in die Irre geführt, indem er gezielt Zweifel am Klimawandel und am Einfluss von CO2 auf die globale Temperatur schürte - zu diesem Ergebnis kamen 2017 Forscher der Universität Harvard.

Noch 1997 hatte der Mineralölriese eine fragwürdige Anzeige in der "New York Times" platziert: Wissenschaftler könnten nicht mit Sicherheit vorhersagen, ob und wie stark Temperaturen ansteigen, behauptete Exxon damals. Man wisse immer noch nicht, welche Rolle vom Menschen verursachte Treibhausgase bei der Erwärmung des Planeten wirklich spielen.

2015 deckten Journalisten in einer für den Pulitzerpreis nominierten Arbeit auf, dass der Ölriese schon seit Jahrzehnten wusste, dass sein Geschäftsmodell zu Lasten des globalen Klimas geht. Exxon bestritt die Vorwürfe. Doch nun wird erneut deutlich, wie das Wissen des Unternehmens und seine öffentlichen Aussagen auseinanderdrifteten. Exakte Prognose für den CO2-Gehalt 2019 Nachdem der CO2-Gehalt der Atmosphäre Anfang Mai 2019 erstmals die Marke von 415 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) überschritten hatte, verglichen Journalisten und Klimaforscher Exxon-Prognosen aus dem Jahr 1982 mit dem tatsächlichen Verlauf. Ergebnis: Sowohl beim Temperaturanstieg als auch beim CO2-Anstieg lagen die Exxon-Forscher ziemlich richtig.



Die Grafik oben zeigt eine Exxon-Hochrechnung unter der Annahme, dass die Menschen immer mehr fossile Brennstoffe nutzen und neue Ölreserven erschließen würden. Demnach sollte der CO2-Gehalt der Atmosphäre 2019 bei knapp 420 ppm liegen und die Temperatur um 0,9 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit angestiegen sein. Zur Erinnerung: Aktuell enthält die Atmosphäre 415 ppm CO2 und die Temperatur ist um ein Grad erhöht. Die von Exxon für 2019 vorhergesagten 0,9 Grad wurden 2017 erreicht. Exxon-Forscher warnten vor Polschmelze Dennoch treffen die Prognosen des Ölriesen die Realität sehr genau. Das zeigt auch ein Tweet des amerikanischen Klimaforschers Andrew Dessler von der Texas A&M University. Er hat die Exxon-Vorhersagen zu Temperatur und CO2-Gehalt mit Messwerten verglichen, die die amerikanische Ozeanbehörde Noaa über die Jahre erfasst hat. Die blaue Linie zeigt, welche Angaben Exxon erwartet hat, die roten Punkte zeigen die realen Werte.


In einem Text zur Exxon-Grafik warnen die Firmenwissenschaftler, dass zusätzlicher CO2-Ausstoß den Treibhauseffekt verstärken und die Erdoberfläche erwärmen würde. Auch die Information, dass sich dadurch die Niederschlagsmenge verändern und die Polarkappen über die Jahrhunderte abschmelzen könnten, ist Teil des Papiers.


Artikel aus Italien von Il Manifesto

Ein Lobbyist, der für ExxonMobil arbeitet, hat enthüllt, dass das Unternehmen Lobbyarbeit geleistet hat, um die US-Klimapolitik zu blockieren. An sich ist das keine wirkliche Neuigkeit. Aber dieses Mal gibt es ein Video. Und es ist eine Bestätigung dafür, dass der Leugnungswahn des Unternehmens - und im weiteren Sinne der fossilen Industrie - nicht der Vergangenheit angehört.


Eine Reihe von Journalisten ging undercover und gab sich als Headhunter aus, die einen Exxon-Lobbyisten, Keith McCoy, im Auftrag eines Kunden anwerben wollten. Dies ist die jüngste Untersuchung der investigativen Plattform von Greenpeace UK, Unearthed, die zeigt, wie ExxonMobil auch heute noch durch Lobbyarbeit auf Regierungsebene den Klimaschutz behindert.


In dem Video-Interview räumt McCoy ein, dass Exxon heimlich und aggressiv gegen die Klimapolitik kämpft, und zwar durch Tarnorganisationen und den Fluss von "dunklem Geld" von Organisationen, die unter dem Radar agieren.


DAS INTERVIEW MIT MCCOY VON UNEARTHED ANSEHEN




Darüber hinaus, so McCoy, hat Exxon daran gearbeitet, die Wissenschaft zu diskreditieren, die den Klimawandel mit fossilen Brennstoffen in Verbindung bringt. "Haben wir aggressiv gegen einen Teil der Wissenschaft gekämpft? Ja", gab McCoy während des Interviews zu. Und er bestätigte, indem er Namen nannte, dass die Senatoren, die das Unternehmen "rekrutiert" hat, nicht alle Republikaner sind.


McCoy enthüllte, dass es 11 Senatoren gibt, die für die Leugnungsbemühungen von ExxonMobil "entscheidend" sind, und nicht alle von ihnen sind Republikaner. Unter den bekanntesten Figuren auf der Liste, finden wir Marco Rubio, ein Republikaner; Chris Coons, ein Demokrat; und Joe Manchin, ein demokratischer Senator, den McCoy als "Königsmacher" des Senats.


McCoy zufolge unterstützt das Unternehmen öffentlich eine Kohlenstoffsteuer, weil sie niemals genug politische Unterstützung haben würde, um durchzukommen - "es ist ein Nonstarter" und ein bloßes "Gesprächsargument", wie Reuters berichtet. Und er erzählte auch, dass ExxonMobil in letzter Zeit Lobbyarbeit im Kongress betrieben hat, um die Klimabestimmungen in Präsident Bidens Infrastrukturgesetz zu schwächen.


Nichts von alledem ist besonders überraschend, wenn man bedenkt, dass ExxonMobil zu den ersten fossilen Brennstoffunternehmen gehörte, die wichtige Instrumente wie Kommunikations- und Medienmanipulationsstrategien und beträchtliche finanzielle Mittel einsetzten, um eine Klima-Desinformationskampagne aufzubauen.



Bereits in den 1970er und 1980er Jahren hatten firmeneigene Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen der Verbrennung fossiler Brennstoffe und erhöhten Emissionen und dem daraus resultierenden Temperaturanstieg beobachtet.


Laut firmeninternen Dokumenten und Memos wusste Exxon alles, was man wissen musste, um die Existenz des anthropogenen Klimawandels anzuerkennen und die eigene Verantwortung zuzugeben.


Anstatt jedoch den Kurs zu ändern, gab Exxon zig Millionen Dollar für konservative Think Tanks, Frontgruppen und leugnende Wissenschaftler aus, um die Öffentlichkeit über die Klimawissenschaft falsch zu informieren und zu verwirren.


Als diese Fakten 2015 ans Licht kamen, war der Hashtag #Exxonknew geboren. Und es war nicht das einzige Unternehmen für fossile Brennstoffe: Shell und andere Unternehmen wussten es ebenfalls. Sie haben sich nur entschieden, es dem Rest der Welt nicht zu sagen.


Laut einer Erklärung von 1997 sagte Lee Raymond, der damalige Präsident von Exxon: "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Temperatur in der Mitte des nächsten Jahrhunderts beeinflusst wird, egal ob jetzt oder in 20 Jahren politische Maßnahmen ergriffen werden."


Aber 19 Jahre zuvor hatte James F. Black, ein Exxon-Wissenschaftler, in einer Präsentation gesagt, dass "der Mensch ein Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren hat, bevor die Notwendigkeit für harte Entscheidungen bezüglich Veränderungen in den Energiestrategien kritisch werden könnte."


1998 veröffentlichte das American Petroleum Institute (API), eine Gruppe, der auch Vertreter von Chevron, Exxon, Southern Company (einem großen US-Energieunternehmen) und dem George C. Marshall Institute angehörten, die alle an der Leugnungskampagne gegen den Klimawandel beteiligt waren, einen "Aktionsplan" mit dem Ziel, "die Medien" über "die Unsicherheiten in der Klimawissenschaft" zu informieren und "die Öffentlichkeit aufzuklären und zu informieren", damit die "Unsicherheiten" in der Klimawissenschaft "Teil der 'konventionellen Weisheit' werden."


Laut dem Dokument würde der "Sieg" (für die Leugner) nur dann erreicht werden, wenn "diejenigen, die den Kyoto-Vertrag auf der Grundlage der bestehenden Wissenschaft fördern, als realitätsfremd erscheinen."


Zu dieser Zeit bestand die Strategie der Leugner, wie die von Exxon verfolgte, darin, den Klimawandel als eine Meinung, eine Theorie, und nicht als ein empirisch beobachtbares wissenschaftliches Phänomen auszugeben: Sie verdrehten die Fakten, so dass diejenigen, die verstanden, dass die globale Erwärmung real und vom Menschen verursacht war, zu denen wurden, die "realitätsfremd" geworden waren.


Im Jahr 2005 erhielt die New York Times Dokumente, die zeigten, dass Philip Cooney, Stabschef des Council of Environmental Quality und ehemaliger Lobbyist für API, wissenschaftliche Berichte von Regierungsbehörden manipuliert hatte, um Zweifel an der Klimawissenschaft zu wecken und die staatliche Regulierung der Reduzierung von Kohlenstoffemissionen zu behindern. Cooney wurde zum Rücktritt gezwungen und, wenig überraschend, arbeitete er anschließend für Exxon.


Einige Leugnergruppen, wie die Global Climate Coalition, haben versucht, die Glaubwürdigkeit der Berichte des International Panel on Climate Change zu untergraben, indem sie bekannte Leugner als "Experten" einsetzen, um ihre Position zu legitimieren: Patrick Michaels, Robert Balling und Fred Singer, die alle zum Teil von ExxonMobil oder anderen fossilen Unternehmen finanziert werden.


Kurz gesagt, es gibt so viele Beweise für ExxonMobils Leugnung, dass es unmöglich wäre, sie alle in nur einem Artikel zu besprechen.


Was die Unearthed-Untersuchung deutlich gemacht hat, ist, dass diese Bemühungen auch heute noch andauern. Selbst jetzt, wo die Temperatur in der kanadischen Provinz British Columbia 49°C überschritten hat, während es im Nordwesten der USA so heiß ist (in Portland, Oregon, wurde beispielsweise eine Temperatur von 46°C gemessen), dass Straßen versagen und der Asphalt Risse bekommt.


"Der Klimawandel ... hat keinen Einfluss auf den Alltag der Menschen", behauptete McCoy in dem Videointerview. Es wäre geradezu lächerlich, wenn es sich nicht um ein ernstes Problem mit dramatischen Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit der Menschen handeln würde.


Die Washington Post berichtet, dass es in den fünf Tagen seit Freitag, dem 25. Juni, 486 plötzliche Todesfälle in Kanada gegeben hat, was einem Anstieg von 195 Prozent gegenüber dem Durchschnitt über einen Zeitraum von fünf Tagen entspricht. Am Dienstag berichtete BBC News, dass die Polizei allein in Vancouver mehr als 130 Todesfälle registrierte, bei denen Hitze ein "mitwirkender Faktor" war.


Die englischsprachigen Medien haben dieses Phänomen als "Heat Dome" bezeichnet: ein Wetterphänomen, bei dem ein Gebiet erstickende Hitze erfährt, wenn ein Hochdrucksystem sehr warme Luft nach unten drückt und sie wie in einer Blase gefangen hält.


So geschehen in Lytton, einem Dorf nordöstlich von Vancouver, das in der vergangenen Woche drei Tage in Folge einen nationalen Temperaturrekord aufstellte und am Mittwoch wegen der Gefahr unkontrollierbarer Brände evakuiert wurde - was dazu führte, dass es bis auf den Boden niederbrannte.


Auch die Regierung von British Columbia gab eine Hochwasserwarnung für den Upper Fraser River heraus, da die "beispiellos" hohen Temperaturen eine "erstaunliche" Menge an Schneeschmelze ausgelöst hätten.


Im Nordwesten der Vereinigten Staaten haben viele Landkreise klimatisierte öffentliche Gebäude als Notkühlhäuser" eingerichtet, um die Hitze zu bekämpfen. Doch trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen berichtete Buzzfeed, dass in den Staaten Washington und Oregon in den letzten Tagen mehr als 1.100 Menschen wegen "möglicher hitzebedingter Erkrankungen" ins Krankenhaus eingeliefert wurden.


Hitzewellen sind kein Phänomen, das nichts mit dem Klimawandel zu tun hat.


Laut Dr. J. Marshall Shepherd, einem Klimaexperten und Direktor des Programms für atmosphärische Wissenschaften an der University of Georgia, sollten die Medien und Entscheidungsträger aufhören, die Frage zu stellen, "ob ein [Wetter-]Ereignis durch den Klimawandel verursacht wurde."


Vielmehr sollten die Fragen, die gestellt werden sollten, eher lauten: "Sind Ereignisse dieser Schwere aufgrund des Klimawandels wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher?" Oder: "In welchem Ausmaß war das Ereignis aufgrund des Klimawandels mehr oder weniger intensiv?"


In der New York Times schrieben der renommierte Klimaforscher Michael E. Mann und die Direktorin der gemeinnützigen Organisation Climate Communication, Susan Joy Hassol, einen Meinungsartikel, in dem sie erklärten, dass sich eine Hitzewelle natürlich auch ohne den anthropogenen Klimawandel hätte entwickeln können, aber sie wäre nie so extrem gewesen. Und sie fügte hinzu, dass Hitzewellen heute dreimal häufiger auftreten als in den 1960er Jahren, dass Rekordhitzemonate fünfmal häufiger vorkommen, als ohne die globale Erwärmung zu erwarten wäre, und dass die Hitzewellen umfangreicher geworden sind und 25 Prozent mehr Landfläche in der nördlichen Hemisphäre betreffen als noch 1980. Bezieht man die Meeresgebiete mit ein, haben die Hitzewellen sogar um 50 Prozent zugenommen.


Die Auswirkungen der Klimakrise öffentlich zu leugnen, ist selbst für Klimaleugner unmöglich geworden. Und Exxon weiß das.


Darren Woods, der Präsident und CEO des Unternehmens, sagte: "Wir verurteilen die Äußerungen und entschuldigen uns zutiefst für sie, einschließlich der Kommentare bezüglich der Interaktion mit gewählten Beamten. Sie sind völlig unvereinbar mit der Art und Weise, wie wir von unseren Mitarbeitern erwarten, sich zu verhalten. Wir waren schockiert über diese Interviews und stehen zu unseren Verpflichtungen, an Lösungen für den Klimawandel zu arbeiten."


Die #Exxonknew-Kampagne antwortete auf Twitter: "sie haben jahrzehntelang über ihren beitrag zum klimawandel gewusst und gelogen. wäre irgendjemand überrascht, wenn sie über ihr 'engagement, lösungen zu finden' lügen würden? wir sind es nicht."


McCoy seinerseits sagte auf LinkedIn, er sei "zutiefst beschämt" über seine Kommentare und entschuldigte sich bei seinen Kollegen bei Exxon. Auf Twitter paraphrasierte die Klima-Journalistin Kate Aronoff seine Entschuldigung treffend: "Ich entschuldige mich dafür, die Wahrheit gesagt zu haben."


Stella Levantesi, Journalistin und Fotojournalistin, ist die Autorin von I bugiardi del clima. Potere, politica, psicologia di chi nega la crisi del secolo (Die Klima-Lügner: Die Macht, Politik und Psychologie derer, die die Jahrhundertkrise leugnen), ed. Laterza

https://global.ilmanifesto.it/how-exxon-fought-climate-science-and-helped-destroy-the-environment/



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