In Europa wird dem Konzept nicht-gewaltsamen Lösung internationaler Konflikte immer weniger vertraut
Perspektiven sieht er allerdings außerhalb der dominanten westlichen Staaten. Wie man auch an der Nicht-Beteiligung aller Staaten des Globalen Südens an den Sanktionen gegen Russland sieht, ist man dort nicht gewillt, sich der neuen Kalten Krieg Konfrontation unterzuordnen. Somit endet das Gespräch zwar mit keiner positiven Einschätzung für eine diplomatisch verhandelte Lösung des Ukrainekonfliktes aber durchaus mit der Hoffnung, dass im Rest der Welt - immerhin die überwiegende Mehrheit der Menschheit - sehr wohl auch andere Prinzipien und Konzepte, wie eben jenes der Neutralität als friedliche Konfliktlösungsstrategie, existieren.
Der in Tokio tätige Schweizer Politikwissenschafter und Neutralitätsexperten Pascal Lottaz veröffentlicht bespricht ausgehend von innerschweizerischen Diskussionen über die zeitgemäße Interpretation der Schweizer Neutralität ausführlich den Ukrainekonflikt sowie die Reaktionen darauf. Dabei stellt Lottaz bedauernd fest, dass in Europa ganz offensichtlich dem Konzept einer nicht-gewaltsamen Lösung internationaler Konflikte immer weniger vertraut wird, wie das auch die NATO-Beitritte Finnlands und Schwedens beweisen. Auch in der Schweiz sieht er die Tendenz, sich der aktuellen US-NATO-Strategie anzupassen.





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