In der derzeitigen Vielfachkrise macht eine Initiative Hoffnung: „Fix the country“ in Ghana
In der derzeitigen Vielfachkrise macht eine Entwicklung Hoffnung: Die Initiative „Fix the country“ in Ghana. Junge Leute haben die neuen Möglichkeiten des Internets genutzt und konnten das Informationsmonopol der herrschenden privilegierte Kräfte durchbrechen.

Mit ihren unabhängig produzierten Radio- und Fernsehsendern erreichen sie die Mehrheit der Ghanaer. Sie bringen die Korruption der Elite zur Sprache und geben den Ghanaer;innen eine Plattform, über die sie ihre Probleme öffentlich vortragen und Lösungen einfordern können.
Ein Team von 25 Journalist:innen unterstützen darüber hinaus Menschen, die für bessere Lebensbedingungen eintreten wollen, eine eigene Basisstruktur aufzubauen in und über die Kampagne „Fix the country“ (Das Land in Ordnung bringen). Sie mobilisieren und machen Aufklärungsarbeit im ganzen Land und können die Menschen bewegen, ihre demokratischen Möglichkeiten zu nutzen. Gegen den Widerstand der Regierung können sie große Demonstrationen organisieren und haben bisher auch alle gegen sie angestrengten Gerichtsverfahren gewonnen.
Die Bewegung ist friedvoll und konstruktiv: sie kritisiert nicht nur, sondern fordert Aktionsprogramme zur Überwindung der Armut in dem rohstoffreichen Land und arbeitet an ihnen mit. Die Forderung nach Arbeitsplätzen steht im Mittelpunkt; bisher werden die ghanaischen Rohstoffe v.a. im Ausland zu Produkten verarbeitet, nicht in Ghana. Subventionierte Importwaren haben der Landwirtschaft in Ghana großen Schaden zugefügt, aufgezwungener Freihandel erschwert den Aufbau einer einigen Industrie.
Derzeit ist einer der Journalisten, der diese Bewegung mit angestoßen hat und fördert, in der Internationalen FriedensFabrik Wanfried zu Gast: Godwin Kweku Tetteh Maulepe.

Wir haben vereinbart zusammenzuarbeiten: Viele der Gründe für die Armut in Ghana liegen in den Außenbeziehungen des Landes, die in Ghana auch als neokolonial charakterisiert werden. Auch hier sind Änderungen nötig, die nur von neuen Kräften auf beiden Seiten erreicht werden können. Wir wollen gemeinsam für faire Außenbeziehungen eintreten und dazu unsere Meinungen und Informationen austauschen. „Fix deutsch-europäisch-ghanaische Beziehungen“ wollen wir den Kreis nennen. Wir suchen Menschen, die das mitaufbauen und sich dafür engagieren wollen, dass „Fix the country“ für die Menschen in Ghana Erfolge erzielen kann. Wie in Ghana die jungen Leute das Meinungsmonopol der Eliten durchbrechen konnten dank Internet, können wir das jetzt auch in Deutschland, in dem über die Lage in Ghana und die Beziehungen interessengeleitet informiert wird.
Um die Erfahrungen in Ghana weltweit nutzbar zu machen und uns besser gegenseitig unterstützen zu können, arbeiten wir auch an der internationalen Vernetzung und regen an das Netzwerk „Let´s fix our countries! Let´s fix our world!“ aufzubauen. Über es wollen wir mit- und voneinander lernen, wie wir unsere Länder für alle in Ordnung bringen können und die gemeinsamen Herausforderungen unserer einen menschlichen Familie.
Die nächsten Online-Treffen mit Vertretern von Fix the country aus Ghana finden statt am Mittwoch, 1. März um 19 Uhr und am Samstag, 18. März, um 16 Uhr.
Der Link ist beide Male: https://us02web.zoom.us/j/3216854044
Wolfgang Lieberknecht für die Internationale FriedensFabrik Wanfried





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