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Im 17.Jahrhundert starben rund 3 Millionen, im 20. Jahrhundert 25 Millionen Soldaten in europäischen Kriegen. Wie viele Kriegstote werden es im 21. Jahrhundert sein. In Ukrainekrieg schon 500.000.

3. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ohne Gespräch gibt es keine Suche nach Auswegen. Und ohne diese Suche, die nur gemeinsam möglich ist, bleibt am Ende nur ein Ausweg, der letzte. Die Militärlogik führt zum Krieg.Wenn es nicht gelingt, aus dem gegenwärtigen Rahmen auszubrechen, wird der Krieg zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Real liegt der geschichtliche Fortschritt, nur in der Effizienz des Tötens, nicht der Fähigkeit, Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen. Trotz einer guten UNO-Charta, die seit 1945 die Staaten völkerrechtsverbindlich verpflichtet, ihre Konflikte nicht mehr durch Krieg und Gewalt zu lösen, sondern nur mit friedlichen Mitteln. An sie sind - eigentlich - alle 193 UN-Mitglieder gebunden! Deshalb reden auch einige der Kriegsbeteiligten nicht mehr über die UNO-Charta, sondern eine von ihnen selbst festgelegte "regelbasierte Ordnung"

Ostdeutsche Allgemeine Auszüge: „In Kauf genommen“ ist die saloppe Version der Clausewitzschen Definition des Krieges als bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Als ihre Ultima Ratio. Für den Eroberer ist Krieg das erstrebenswerte Ziel, für den Politiker der letzte Ausweg.

Umso wichtiger ist es, andere Auswege zu suchen, unterhalb der Schwelle zur militärischen Auseinandersetzung. Das ist aber nur gemeinsam möglich, im Zusammenwirken der Konfliktparteien.

Im konkreten Fall kommt negativ zum Tragen, dass der russisch-europäische Konflikt der Gegenwart eine Fortsetzung des ideologisch aufgeladenen Ost-West-Konflikts der Vergangenheit ist. Der moralisch-ideologische Krieg ist seiner Tendenz nach total, der Gegner wird dehumanisiert („Orks“) und abgewertet, es gibt keine gemeinsame Sprache, keine Gemeinsamkeit. Es gibt auch kein gemeinsames Gespräch. Darin unterscheidet er sich von den Kabinettskriegen des 18. Jahrhunderts. Damals wurde gegeneinander gekämpft und miteinander geredet, zur gleichen Zeit.

Ohne Gespräch gibt es keine Suche nach Auswegen. Und ohne diese Suche, die nur gemeinsam möglich ist, bleibt am Ende nur ein Ausweg, der letzte.

Die Militärlogik führt zum Krieg.

Wenn es nicht gelingt, aus dem gegenwärtigen Rahmen auszubrechen, wird der Krieg zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Ausbrechen bedeutet dabei nicht, der Militärlogik abzuschwören. Gesichtswahrende Maßnahmen sind auch künftig vorauszusetzen, auf beiden Seiten. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass weder Eskalation noch Abschreckung eine Lösung bringen.

Es braucht eine zweite Säule neben der Militärlogik: das Gespräch. Deutschland und Russland, Europa und Russland – nach fast fünf Jahren Krieg in der Ukraine muss geredet werden. Auf welcher Ebene und in welchem Grade öffentlich, ist eine andere Frage. Gespräche sind auch keine Verhandlungen.

Im Kalten Krieg kam die Erkenntnis mit dem sogenannten Harmel-Bericht der Nato 1967. Erst die Politik der zwei Säulen – Abschreckung und Gespräch – führte zum Helsinki-Prozess und zu den Ereignissen um 1990.



 
 
 

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