Friedensstifter ohne Frieden: Guterres hinterlässt eine UN als Papiertiger! Konfliktprävention sollte seine oberste Priorität sein. Nach zehn Jahren gibt es mehr Kriege als bei seinem Amtsantritt
Machen wir es kurz: Guterres’ Bilanz ist verheerend. Die Zahl der aktiven staatlichen Konflikte ist laut dem renommierten Osloer Friedensforschungsinstitut (PRIO) von 54 (2016) auf 65 (2025) angestiegen. Dazu zählen nicht nur zahlreiche regionale Bürgerkriege wie in Myanmar, Sudan oder Haiti, sondern auch gewaltige zwischenstaatliche Kriege in der Ukraine und im Iran. In keinem dieser zentralen Konflikte gelang der UN unter Guterres eine dauerhafte politische Friedenslösung.

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Sicherlich ist die Rolle der UN nicht nur auf die direkte Beendigung von Konflikten begrenzt. Unmittelbare humanitäre Hilfe in Krisengebieten ist etwa ein sinnvoller Beitrag. Im Ukraine-Krieg ermöglichte die UN-Vermittlung zudem ein Getreideabkommen und damit den Export ukrainischer Agrarprodukte für den Weltmarkt. Auch beim Waffenstillstand in Libyen (2020) und beim äthiopischen Tigray-Abkommen (2022) spielte die UN mit. Bei den entscheidenden Verhandlungen lag die Initiative jedoch vielfach bei den Staaten oder regionalen Organisationen.
Damit zeigt Guterres’ Amtszeit vor allem die strukturelle Grenze des Amtes. Die UN kann Frieden fordern, vermitteln, überwachen und die Folgen von Kriegen begrenzen. Wenn Staaten allerdings bereit sind, militärische Gewalt einzusetzen und ihre Interessen durchzusetzen, reichen die Instrumente des Generalsekretärs nicht aus.




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