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»Es gibt kein Leben mehr in dieser Gegend« In Somalia macht der Klimawandel Landstriche unbewohnbar

In Somalia hat der Klimawandel ganze Landstriche unbewohnbar gemacht, der Hunger treibt Millionen in die Städte. Besuch in Baidoa, wo Hilfsorganisationen und ein Bürgermeister versuchen, den Massenansturm zu bewältigen.


»Somalia steht am Abgrund«, sagt Mohammed Abdiker, Regionaldirektor der Uno-Migrationsorganisation IOM. Mehr als sieben Millionen Menschen seien vom Hunger bedroht, fast die Hälfte der Bevölkerung. »Unsere Antwort reicht nicht aus«, ergänzt der Uno-Verantwortliche. Immerhin kommen langsam mehr Gelder der internationalen Gemeinschaft an, doch es fehlt immer noch an allen Ecken und Enden. Auch, weil der Krieg in der Ukraine viele Ressourcen der reichen Länder bindet.

Mindestens 600.000 Vertriebene leben mittlerweile in Baidoa, deutlich mehr als die Stadt Einwohner hat. Somalia verzeichnet eine der höchsten Urbanisierungsraten der Welt, und manche bezeichnen Baidoa als die am schnellsten wachsende Stadt Afrikas – wegen der Dürre.

Abis Geschichte zeigt, wie in Somalia gleich mehrere Krisen zusammenkommen und eine toxische Mischung erzeugen: Verursacht durch den Klimawandel sind ganze Teile des Landes unbewohnbar geworden, seit Jahren bleibt der Regen aus, nichts wächst mehr, die Tiere sterben. Gleichzeitig steigen, auch verursacht durch Coronapandemie und den Ukrainekrieg, die Preise; Nahrungsmittel werden unerschwinglich.

Und in Somalia kommt noch ein dritte giftige Zutat hinzu: Al-Schabab kontrolliert weite Teile des Landes, die Sicherheitslage ist katastrophal. Die Miliz schnürt den Zugang zu internationaler Hilfe ab, sodass vielen Menschen nicht vor Ort geholfen werden kann. All das führt zu einem beispiellosen Massenexodus aus den Dörfern in die Städte, wo die Menschen ihre letzte Hoffnung sehen. Neben der Hauptstadt Mogadischu verzeichnet Baidoa den größten Zustrom. Es ist eine Hungerkrise, aber auch eine der größten Migrationskrisen des Kontinents.



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