top of page

Die USA kaufen aus Eigeninteresse Diesel aus Russland. Die EU hält an Sanktionen fest, kauft teures LNG-Gas aus den USA und gibt Ukraine ihre Steuern zur Verlängerung des verlorenen Krieges.

10. Okt.
2 Min. Lesezeit

Auszüge aus der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung: Am 9. Oktober 2026, 25 Tage vor den US-Zwischenwahlen, verkündet Donald Trump auf Truth Social, Russland werde nach einem Gespräch mit Wladimir Putin „umgehend“ mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den US-amerikanischen und globalen Markt freigeben. Weitere 500.000 Tonnen sollen im November folgen, danach eine Million und, abhängig vom Zustand russischer Raffinerien, drei Millionen Tonnen.

Noch am selben Tag unterzeichnet Bradley T. Smith, Direktor der US-Sanktionsbehörde OFAC, die General License No. 135. Sie erlaubt bis zum 7. April 2027 sämtliche Transaktionen rund um Verkauf, Lieferung und Einfuhr russischen Diesels – ausdrücklich auch in die USA.


Drei Wochen zuvor hatte Trump den Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026 unterzeichnet. Das mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Gesetz sieht Zölle von bis zu 100 Prozent für große Abnehmer russischer Energie vor. Nun tritt die US-Regierung selbst als möglicher Abnehmer auf.

Rechtlich ist das kein Bruch: Das Gesetz lässt Ausnahmen im nationalen Interesse zu.


Für Europa nimmt die Frage nach dem Ausgang dieses Krieges eine unerwartete Form an. Die EU hat Nord Stream sanktioniert, russisches LNG ab 2027 ausgeschlossen und den Ausstieg aus russischem Pipelinegas bis Ende 2027 beschlossen.

Ob Daddy damit zufrieden ist, dass die EU- und NATO-Politiker  die Interessen ihrer Bürger opfert?
Ob Daddy damit zufrieden ist, dass die EU- und NATO-Politiker die Interessen ihrer Bürger opfert?

Zugleich hat sie sich zu umfangreichen US-amerikanischen Energiekäufen verpflichtet und finanziert mit einem 90-Milliarden-Kredit den ukrainischen Haushalt für 2026 und 2027. Die USA haben Zugang zu ukrainischen Rohstoffen, einen wachsenden LNG-Markt – und könnten, falls die Gespräche über Nord Stream Substanz gewinnen, auch an einer künftigen Route für russisches Gas beteiligt sein.


Die Hürden dafür sind erheblich. Nord Stream steht mehrheitlich im Eigentum von Gazprom. Für eine Inbetriebnahme wären deutsche und europäische Genehmigungen nötig; gegenwärtig wird sie von keiner zuständigen Seite angestrebt.


Dennoch beschreibt der frühere Energie-Staatssekretär Michael Kellner das Risiko als „schmutzigen Deal zulasten Europas“: US-Amerikaner und Russen könnten Gewinne teilen und Europa unter Druck setzen.

Das denkbare Modell ist schlicht: amerikanisches Kapital zwischen russischer Ressource und europäischem Verbraucher. Europa zahlte dann mehrfach – heute für teures LNG, morgen womöglich für Pipelinegas mit Gewinnen in Washington und Moskau, während es weiter Verteidigung und Wiederaufbau der Ukraine trägt.


Die offene Rechnung wird Europa zahlen. Washington lockert Sanktionen, wenn Energiepreise innenpolitisch drücken, sichert sich über den Ukraine-Fonds Zugriff auf ukrainische Rohstoffe und bindet die EU zugleich über milliardenschwere Energiezusagen enger an US-amerikanische Lieferketten.

Dass parallel sogar wieder Modelle für russische Gasströme nach Europa mit US-Kapital sondiert werden, zeigt die Richtung: Moskau soll wieder verkaufen, Amerika an der Abwicklung verdienen – und Europa soll kaufen. Damit wird Europa zum klaren Verlierer dieser Energieordnung: Es trägt die Ukraine-Kosten, verliert strategische Kontrolle und bleibt der Absatzmarkt, auf dem andere ihre Macht monetarisieren.

 
 
 

Kommentare


bottom of page