„Die Thukydides-Falle kann überwunden werden“, sagte Xi. Die Konkurrenz zwischen einer aufsteigenden und einer etablierten Großmacht müsse nicht in einem Konflikt münden!

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Bei der Begrüßungszeremonie im Weißen Haus wurde Xi noch konkreter. China und die USA „profitieren beide von Zusammenarbeit und verlieren beide bei Konfrontation“, sagte er. Wettbewerb müsse nicht vermieden werden, solle aber „gesund“ und „in Grenzen gehalten“ werden. Er solle einem Wettlauf gleichen, bei dem beide Seiten versuchten aufzuholen, nicht einem Ringkampf, bei dem einer gewinne und der andere verliere.
„Die Thukydides-Falle kann überwunden werden“, sagte Xi. Damit bezog er sich auf die Vorstellung, dass die Konkurrenz zwischen einer aufsteigenden und einer etablierten Großmacht in einen Konflikt münden könne. China und die USA müssten stattdessen die Grenze ziehen, „keinen Konflikt und keine Konfrontation“ zuzulassen. Auch die Streitkräfte beider Länder sollten regelmäßiger miteinander kommunizieren und ihre Mechanismen zur Krisenvermeidung verbessern.
Xi warb zudem für einen dauerhaften politischen Austausch. Trotz ihrer unterschiedlichen Systeme könnten beide Staaten durch offenen Dialog Vertrauen aufbauen. „Die Interessen Chinas und der Vereinigten Staaten sind tief miteinander verflochten“, sagte er. Es gebe viel Raum für Zusammenarbeit.
Künstliche Intelligenz wird zum zentralen Thema
Besondere Bedeutung bekommt bei dem Gipfel die Künstliche Intelligenz. Beide Staaten kämpfen um die technologische Führungsrolle und konkurrieren um leistungsfähige Chips, Rechenzentren und führende Modelle.Xi sagte, China und die USA hätten „die Fähigkeit und die Verantwortung“, Künstliche Intelligenz zum Nutzen der Menschen zu entwickeln und zu kontrollieren. Entscheidend sei, dafür zu sorgen, dass ihre Entwicklung „immer unter menschlicher Kontrolle“ bleibe.
Trump verfolgt einen anderen Ansatz. Er schrieb am Donnerstagmorgen, Künstliche Intelligenz werde ein großes Thema der Gespräche sein, signalisierte aber wenig Interesse an zusätzlichen regulatorischen Eingriffen. „Ich möchte es genau dort lassen, wo es ist“, erklärte Trump. Auch China vertrete diese Haltung, behauptete er. Xi legte bei seinem öffentlichen Auftritt dagegen ausdrücklich Wert auf Kontrolle und Risikomanagement.
USA und China verlängern Zollpause
Bei einem anderen Konflikt gibt es bereits Bewegung. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte nach Gesprächen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng, beide Seiten hätten sich darauf verständigt, ihre bestehende Zollpause bis zum 10. Januar zu verlängern. Sie sollte ursprünglich im November auslaufen. Zuvor waren die gegenseitigen Zölle im Handelsstreit zeitweise auf mehr als 100 Prozent gestiegen.
Taiwan bleibt einer der schwierigsten Punkte
Besonders heikel bleibt Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets. Xi dürfte Trump nach Reuters-Informationen erneut dazu drängen, amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan zu beenden.Wie chinesische Staatsmedien berichteten, äußerte Xi bei einem bilateralen Treffen mit Trump die Hoffnung, dass sich die USA gegen eine Unabhängigkeit Taiwans aussprechen werden.




Kommentare