Die nicht-westliche Welt organisiert sich nicht anti-,aber post-westlich.Kann sie helfen, endlosen Kriegen des Globalen Nordens ein Ende zu setzten, & Frieden&Entwicklung auf die globale Agenda setzen
Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (Auszüge): Mit dem Beitritt Indiens und Pakistans im Jahr 2017, gefolgt vom Iran 2023 und Belarus 2024, ist die SOZ – gemessen an der Bevölkerungszahl – zur größten Regionalorganisation der Welt geworden. Die ursprünglichen Mitglieder konzentrierten sich auf Zentralasien (Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan) sowie auf Russland und China. Heute umfasst sie 4,7 Milliarden Menschen, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Hinzu kommt gut ein Dutzend weiterer Länder, die als SOZ-Partner assoziiert sind, darunter die Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien.
Der erste Tag war bilateralen Treffen gewidmet, darunter die 48. Begegnung zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Der Gipfel selbst konzentrierte sich auf die Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit über das gesamte Themenspektrum hinweg: Politik, Sicherheit, Handel, Investitionen, Energie, Industrie, Ökologie, Tourismus und neue Technologien. Diskutiert wurde zudem, wie sich die Arbeit der Organisation und ihre internationale Agenda verbessern lassen.
Die SOZ ergänzt eine weitere große nicht-westliche Regionalorganisation, den Brics-Plus-Verbund, der viele der gleichen Mitglieder, aber eine globalere Präsenz aufweist – etwa mit Brasilien und Südafrika. Der Fokus der SOZ bleibt auf Eurasien gerichtet, der riesigen Landmasse zwischen Arktischem und Indischem Ozean. Gemeinsam spiegeln beide Organisationen die wachsende Macht und den zunehmenden Einfluss der nicht-westlichen Welt wider.
Allein die Existenz dieser Zusammenschlüsse zeigt, dass die Unipolarität einem komplexen neuen Muster der Multipolarität weicht. Die sogenannten aufstrebenden Mächte sowie die zunehmend einflussreichen nicht-westlichen Mittelmächte gewinnen an Gehör. Das spiegelt tiefgreifende wirtschaftliche Verschiebungen, geopolitische Veränderungen und ideologische Divergenzen wider.
Die SOZ und Brics Plus, wie auch alle anderen nicht-westlichen Regionalorganisationen, sind keine eng geschnürten Bündnisse oder Blöcke. Sie sind weniger anti-westlich als post-westlich oder schlicht nicht-westlich. Sie eint die Sorge um Souveränität, um Statusanerkennung und um zivilisatorischen Pluralismus. Sie markieren das Ende der globalen Vormachtstellung des Westens. Angesichts dieser Veränderungen wäre es vielleicht an der Zeit, dass der Globale Norden seinen endlosen Kriegen ein Ende setzt und sich stattdessen stärker auf Frieden und Entwicklung konzentriert.
von Richard Sagwa





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