Den Vorwurf, das BSW sei ein Steigbügelhalter der AfD, wies sie zurück. „Das sind doch genau diese alten Parteien mit ihrer miesen Politik, die das Leben der Menschen seit Jahren verschlechtern."

Erst Neubrandenburg, dann Stralsund: Sahra Wagenknecht absolvierte am Mittwoch mit Mecklenburg-Vorpommerns Spitzenkandidaten Peter Schabbel gleich einen Doppelauftritt, der die Partei in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs mobilisieren soll. „Kein weiter so“ lautet die Botschaft des Endspurts. Und diese Schlussetappe hat es in sich, denn es ist noch eine große Hürde zu nehmen. Das BSW liegt laut aktuellem MV-Trend bei vier Prozent. Der Einzug in den Schweriner Landtag ist damit alles andere als sicher.
Deshalb war die Botschaft des Abends eine politisch scharfe, in Stralsund sogar noch eine politisch schärfere. Das Publikum aus mehreren hundert Menschen quittierte dies mit viel Applaus.
Dann trat „ihre Sahra“ auf die Bühne, und Wagenknecht stellte gleich zu Beginn etwas klar. Für sie ist das starke Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt keine Bedrohung, sondern ein Beweisstück für das Versagen der Etablierten, nicht für den Aufstieg einer gefährlichen Partei.
Und Wagenknecht lieferte die Antwort gleich mit: „Das sind doch genau diese alten Parteien mit ihrer miesen Politik, die das Leben der Menschen seit Jahren verschlechtern.“ Den Vorwurf, das BSW sei ein Steigbügelhalter der AfD, wies sie nicht nur zurück, sie kehrte ihn sogar um. „Die sind doch die Steigbügelhalter.“ Gemeint waren die bisherigen Regierungsparteien.
In Stralsund lieferte Wagenknecht schließlich die klare Formel: „Sachbezogene parlamentarische Zusammenarbeit mit der AfD ja, Koalition nein.“ Damit erteilte sie einem festen Regierungsbündnis eine Absage, ließ aber gemeinsame Abstimmungen oder wechselnde Mehrheiten bei einzelnen Vorhaben offen.
Wagenknechts Rede war gespickt mit den klassischen BSW-Themen. So ließ sie kein gutes Haar an Merz, kritisierte Waffenlieferungen an die Ukraine und die Russland-Sanktionen scharf. „Deutschland muss eine Macht des Friedens sein und keine europäische Militärmacht“, unterstrich Wagenknecht ihre Kritik. Aber auch Warnungen vor Rentenkürzungen und einer Rente mit 70 sowie die Forderung, Gasimporte über einen verbliebenen Nord-Stream-Strang wieder aufzunehmen, bekam das Publikum am Mittwochabend in Neubrandenburg und Stralsund präsentiert.
„Deutschland muss eine Macht des Friedens sein und keine europäische Militärmacht“, unterstrich Wagenknecht ihre Kritik. Aber auch Warnungen vor Rentenkürzungen und einer Rente mit 70 sowie die Forderung, Gasimporte über einen verbliebenen Nord-Stream-Strang wieder aufzunehmen, bekam das Publikum am Mittwochabend in Neubrandenburg und Stralsund präsentiert.
Ihre politische Botschaft verpackte sie dann noch einmal in eine abschließende Frage „Was ist das für ein Demokratieverständnis? Von uns zu verlangen, dass wir genau die Politik fortsetzen an der Seite der Altparteien, die diese ganze Misere angerichtet hat“, fragte sie in die Menge.
Darin steckt die gesamte Wahlkampfstrategie des BSW. Die sogenannten etablierten Parteien werden für die Probleme verantwortlich gemacht, Sachsen-Anhalt dient als Beleg für deren Scheitern und das BSW präsentiert sich als einzige konsequente Alternative. Am 20. September um 18 Uhr, wenn die Wahllokale schließen, gibt es die Antwort darauf, ob das BSW genug Wähler für sich mobilisieren konnte, um in MV über die Fünf-Prozent-Hürde zu springen.




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