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Das „Magdeburger Modell“ des BSW, ein überparteilicher Ministerpräsidenten & wechselnde Mehrheiten, zog nicht ausreichend bei den anderen Wahlen. Frieden war für die Wahlen in Berlin weniger zentral.

vor 1 Stunde
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Eigentlich hätte Mecklenburg-Vorpommern für das BSW ein dankbares Pflaster sein müssen. „Nord Stream aufdrehen“ plakatierte die Partei im Wahlkampf. In Lubmin enden die Pipelines aus Russland. Frieden in Europa gehörte für die Wähler im Nordosten zu den wichtigsten Themen, bei den über 65-Jährigen nannte sogar fast jeder Dritte den Frieden als ausschlaggebend für seine Wahlentscheidung. Trotzdem scheiterte das BSW am Sonntag mit 4,8 Prozent am Einzug in den Landtag.


Mit ihrem „Magdeburger Modell“ warb sie für einen überparteilichen Ministerpräsidenten und wechselnde Mehrheiten.

Anders war das Angebot in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Auch dort warb das BSW für einen parteiunabhängigen Ministerpräsidenten und einen politischen Neubeginn. Die Themen ähnelten sich ebenfalls. „Ich glaube, der Hauptgrund ist diese Polarisierung durch Frau Schwesig“, sagt Thomas Schneider vom BSW-Landesverband.

In Sachsen-Anhalt war soziale Sicherheit für 25 Prozent der Wähler besonders wichtig. In Mecklenburg-Vorpommern lagen die Werte fast genauso hoch. Bei den über 65-Jährigen war Frieden dort sogar für 30 Prozent das wichtigste Thema.


In Stimmen übersetzen konnte das BSW das trotzdem kaum.


Für das Berliner Ergebnis macht Landeschef Alexander King vor allem den späten Wahlkampfendspurt verantwortlich. Das BSW habe sich von drei Prozent in den Umfragen „auf 5,3 Prozent an der Wahlurne emporgearbeitet“. Viele Briefwähler habe man damit nicht mehr erreicht: „Für sie kam er zu spät.“

Die vorläufigen amtlichen Ergebnisse stützen das nur teilweise. Eine Auswertung der Wahlbezirksdaten durch diese Zeitung zeigt: Bei den Urnenwählern kam das BSW auf 5,33 Prozent, bei den Briefwählern auf 3,83 Prozent. Größer ist der Unterschied zwischen Ost und West. Im ehemaligen Ost-Berlin erreichte die Partei 5,84 Prozent, im Westen 3,87 Prozent. Selbst bei den Briefwählern lag sie im Osten mit 5,42 Prozent über der Hürde. Im Westen reichte es selbst bei den Urnenwählern mit 4,72 Prozent nicht.


Für Sachsen-Anhalt nennt er die Antwort bereits „Sachsen-Anhalt-Weg“. Der Vergleich mit den beiden anderen Ländern zeigt aber, warum die Fragen offen bleiben. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte das BSW an fehlender Aufmerksamkeit. In Berlin hingegen am Westen.


 
 
 

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