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Wir brauchen eine neue Geopolitik des Friedens und der Zusammenarbeit als "eine menschliche Familie"

Im Rahmen des Oxford-Pakistan-Programms fand die jährliche Allama-Iqbal-Vorlesung statt, bei der der renommierte Wirtschaftswissenschaftler und öffentliche Intellektuelle Professor Jeffrey Sachs vor einem vollbesetzten Saal in der Lady Margaret Hall der Universität Oxford einen umfassenden Vortrag über die "Geopolitik des Friedens" hielt. Professor Sachs ist ein weltweit anerkannter Wirtschaftswissenschaftler, Autor und Berater von Regierungen in aller Welt. Er ist außerdem Direktor des Zentrums für nachhaltige Entwicklung an der Columbia University und ein führender Verfechter der Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Förderung der nachhaltigen Entwicklung.


In seinem Vortrag wies Professor Sachs auf die negativen Auswirkungen der geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und aufstrebenden Mächten wie Russland und China hin. Er betonte die Notwendigkeit eines neuen Ansatzes in den internationalen Beziehungen, der Kooperation über Vorherrschaft und gegenseitiges Verständnis über Konflikte stellt. Er betonte, dass sich die akademische Forschung nicht nur auf die Beschreibung der Ursachen von Kriegen konzentrieren sollte, sondern auch auf die Beschreibung von Wegen zum Frieden.


Professor Sachs hob die Bedeutung des intellektuellen Denkens von Allama Muhammad Iqbal hervor, insbesondere seine Vision einer Welt, die frei von Ausbeutung ist und auf Gerechtigkeit und Solidarität beruht. Er beschrieb Iqbal als einen Mann des Friedens, der für die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Zivilisationen eintrat. Professor Sachs zitierte die Botschaft, die Iqbal wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 1938 an den Radiosender in Lahore gerichtet hatte, in der er argumentierte, dass die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nur dann verwirklicht werden können, wenn wir die ganze Welt als eine "Familie Gottes" betrachten. Prof. Sachs betonte die Relevanz dieser Botschaft sowohl für die damalige Zeit, da sie einige Jahre vor dem Weltkrieg verkündet wurde, als auch für die heutigen globalen Angelegenheiten, die eine neue Geopolitik des Friedens und der Zusammenarbeit erfordern. Im Gespräch mit Journalisten am Rande der Vorlesung riet Professor Sachs, dass arme Entwicklungsländer wie Pakistan, die in der Vergangenheit enge Beziehungen sowohl zu China als auch zu den Vereinigten Staaten unterhielten, nicht gezwungen werden sollten, sich für eine Seite zu entscheiden.

 
 
 

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