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Russlands Präsident signalisiert Offenheit für Diplomatie mit Deutschland.Roger Koeppel im Gespräch mit VladimirPutin über den großen deutschen Friedenspolitiker,Egon Bahr,Mitstreiter von Willy Brandt

vor 1 Stunde
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Egon Bahrs Zu meiner Zeit ist ein stiller, oft unterschätzter Erinnerungsband, der den Blick des Architekten der Ostverträge auf die letzten Atemzüge des Kalten Krieges richtet. Bahr eröffnet eine intime Perspektive auf die Geheimdiplomatie zwischen Bonn, Ost-Berlin, Moskau und Washington, ohne jemals in spektakuläre Enthüllungen abzusinken. Der Text balanciert zwischen persönlicher Reflexion und historischer Analyse, wobei Bahrs Rolle als Stratege und Denker stets spürbar bleibt. Die Erzählung verhandelt Verantwortung, Abwägungskunst und den mühevollen Prozess, Konflikte durch Verhandlung statt Konfrontation zu lösen. Stilistisch zeigt Bahr nüchterne Klarheit, die dem Gegenstand angemessen ist, doch gelegentlich schimmert eine rhetorische Geometrie durch, die die Komplexität der internationalen Entscheidungsfindung prägnant einfängt. Der Band fungiert damit eher als reflexiver Bericht denn als spektakuläres Memoir; er lädt ein, die stille Kunst der Diplomatie hinter den Kulissen kennenzulernen. Zugleich erweist sich Bahr als Historiker im Sinne einer Kontinuitätsbetrachtung, der die Gegenwart durch das Prisma der Vergangenheit verständlich macht. Insgesamt bleibt Zu meiner Zeit eine behutsam rekonstruierte Erinnerung, die den Leser daran erinnert, dass Großpolitik oft in den Nuancen der stillen Verhandlungen entsteht.*

Autor:inn(en): Bahr, Egon

 
 
 

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