Russische Regierung: Britischer Lenkwaffenzerstörer nahm mit seinen Raketen die Krim ins Visier

Bericht von Anti-War aus den USA:

Russland sagt, die Aktion des britischen Zerstörers sei eine Provokation und ein Verstoß gegen das Völkerrecht

von Rick Rozoff Veröffentlicht am24. Juni 2021

Der Kreml äußerte sein Bedauern (das Wort der russischen Regierungsnachrichtenagentur TASS) über den gestrigen Vorfall - das sollte ein Zwischenfall sein - bei dem der britische Lenkwaffenzerstörer HMS Defender seine Raketen auf die Krim richtete, während er sich in russischen Hoheitsgewässern befand. Man könnte versuchen, sich vorzustellen, welches Wort oder welche Worte das Weiße Haus und das Außenministerium - machen, dass das Verteidigungsministerium - unter analogen Bedingungen (ein ähnliches Ereignis vor der Küste von Florida, sagen wir) anstelle von Bedauern verwendet hätte.


Das britische Kriegsschiff, etwa 1.700 Meilen von der Heimat entfernt, ist eines von drei NATO-Schiffen im Schwarzen Meer - der Zerstörer USS Laboon und die niederländische Fregatte HNLMS Evertsen sind die anderen - mit einer veritablen Armada, die bereit ist, am 28. Juni für die von den USA und der Ukraine geleitete 32-Nationen-Übung Sea Breeze ins Schwarze Meer zu fahren. Russland bedauert die bevorstehenden Marinemanöver ebenfalls und erklärt, sie könnten "das Risiko unbeabsichtigter Zwischenfälle" mit sich bringen. Man könnte sich fragen, wie ungewollt sie sein würden.


Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, bezeichnete die gestrige Aktion als bewusste Provokation, die gegen internationales Recht verstoße. Seine genauen Worte lauten: "Wir sind der Ansicht, dass der britische Zerstörer [eine] Provokation durchgeführt hat. Außerdem bedauern wir [es], da dies [eine] absichtliche und vorbereitete Provokation war." Nachdem er diese Worte an das russische Pressekorps gerichtet hat, ist seine Pflicht getan und die Sea Breeze kommt als nächstes - höchstwahrscheinlich mit ein paar eigenen Provokationen.


Dennoch fuhr Peskow fort. Er bedauert nicht nur die gestrige Provokation, er ist darüber besorgt. Man will sich nicht mit ihm oder seinem Chef anlegen, wenn sie über etwas besorgt sind. Tatsächlich hat die russische Luftwaffe gestern einen Sukhoi-24M-Bomber eingesetzt, um vor dem Zerstörer Bomben ins Meer zu werfen. Das britische Verteidigungsministerium dementierte sofort, dass Russland Bomben abgeworfen habe. Eines der wenigen Male in der Geschichte - vielleicht das einzige - in dem die Nation, die ein Bombardement erhalten hat, behauptete, es sei nicht geschehen.


Wenn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Istanbul-Kanal fertigstellt, der das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet, wird der wahre Spaß beginnen. Wie Erdoğan die Welt häufig daran erinnert, wird der neue Kanal nicht den Bedingungen und Beschränkungen der Montreux-Konvention von 1936 unterliegen, wie es der Bosporus ist, und als solche können die USA und die NATO so viele Kriegsschiffe in das Schwarze Meer schicken, wie sie wollen. Eine Person wird auf ihnen von einem Ende des Schwarzen Meeres zum anderen gehen können, ohne nasse Füße zu bekommen.


Wenn das geschieht, wird Russland besorgt sein. Es wird sein Bedauern ausdrücken.

https://news.antiwar.com/2021/06/24/russia-says-british-destroyers-action-a-provocation-violation-of-international-law/




Vertrag von Montreux

Dardanellen, Marmarameer und Bosporus stellen eine Verbindung zwischen Ägäis und Schwarzem Meer her. Der Vertrag von Montreux (auch Meerengen-Abkommen, offiziell auf Französisch Convention sur le régime des Détroits; englisch Convention Regarding the Regime of the Straits) vom 20. Juli 1936 gab der Türkei die volle Souveränität über die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus zurück. Er ist noch heute in Kraft und regelt den freien Schiffsverkehr durch diese Gewässer. Der Vertrag wurde auf Französisch verfasst und ist bei der Republik Frankreich von den

Der Vertrag besteht aus 29 Artikeln, vier Anhängen und einem Protokoll. Die Artikel 2 bis 6 regeln den zivilen Schiffsverkehr, die Artikel 7 bis 22 den Verkehr von Kriegsschiffen.

Blick nach Süden über den Bosporus

Die Meerengen gelten als internationaler Schifffahrtsweg; gemäß Artikel 2 genießen Handelsschiffe, unbesehen ihrer Ladung oder Flagge, während Friedenszeiten die freie Durchfahrt. Die türkischen Behörden können nur sanitäre oder Sicherheitskontrollen durchführen und Gebühren erheben, aber nicht die Passage verbieten. In Kriegszeiten dürfen alle Handelsschiffe der Staaten passieren, die nicht mit der Türkei im Krieg stehen, dürfen aber einem Feind der Türkei keine Hilfe leisten.

Für Kriegsschiffe gelten besondere Regeln. In Friedenszeiten muss der Türkei die Durchfahrt eines Kriegsschiffes auf diplomatischem Wege vorher mitgeteilt werden, in der Regel acht Tage zuvor. Kriegsschiffe von Staaten, die nicht zu den Anrainern des Schwarzen Meeres gehören, dürfen sich nicht länger als 21 Tage im Schwarzen Meer aufhalten. Die Tonnage von Kriegsschiffen der Nichtanrainer-Staaten, welche gleichzeitig durch die Meerengen fahren, darf 15.000 Tonnen nicht überschreiten (Artikel 11 und 14). Weiterhin dürfen Überwasser-Kriegsschiffe mit mehr als 10.000 ts Verdrängung und U-Boote von Staaten, die nicht zu den Anrainern des Schwarzen Meeres gehören, sowie Flugzeugträger generell die Meerenge nicht passieren. Befindet sich die Türkei in einem Krieg, so stellt das Abkommen die Durchfahrt von Kriegsschiffen völlig in das Ermessen der türkischen Regierung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Montreux



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