Proteste in Frankreich:Hohe Mieten & knappe Löhne treiben die Franzosen auf die Straße. Der französische Mieterbund ist dabei.In deutschen Städten sind hohe Wohnkosten sogar noch häufiger ein Problem.
Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Die Demonstranten in Frankreich fordern mehr Lehrer und höhere Löhne und protestieren gegen Mieten, nach deren Deckung kaum Geld zum Leben bleibt. Begonnen hatten die Proteste mit Schülern und Studenten, die gegen marode Klassenzimmer und Probleme bei der Hochschulzulassung auf die Straße gingen. Inzwischen reicht der Unmut darüber hinaus. Der französische Mieterbund CNL rief ausdrücklich zur Teilnahme an den Demonstrationen vom 17. Oktober auf. Er kritisierte steigende Mieten und das für 2027 geplante Einfrieren der Wohnbeihilfen.
Gerade beim Wohnen haben viele Deutsche wenig Grund, erleichtert ins Nachbarland zu schauen. In deutschen Städten müssen 12,6 Prozent der Menschen mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten ausgeben. In Frankreich sind es neun Prozent. Von 1000 Euro verschwinden bei den Betroffenen also mehr als 400 Euro allein fürs Wohnen.
In beiden Ländern stellt sich zudem die Frage, warum trotz Arbeit und höherem Gehalt am Monatsende vom Einkommen so wenig übrig bleibt.
Zuletzt sind die Mieten hierzulande wieder am stärksten in Berlin und Düsseldorf gestiegen. Selbst auf dem Land ist die Wohnkostenüberlastung in Deutschland nahezu dreimal so verbreitet wie in Frankreich.
So bleibt auch die finanzielle Belastungen in Deutschland nicht folgenlos. Sie äußert sich vielleicht nicht im Straßenkampf, dafür aber umso mehr an den Wahlurnen. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gehörten Wirtschaft und Arbeit sowie soziale Sicherheit zu den stärksten Wahlmotiven. In Berlin konnte die Linke mit der Wohnungsfrage punkten, die sie zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht hatte.




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