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"Nicht einmal mehr Marionetten".Das Handelsabkommen, dass die EU mit den USA geschlossen hat, wurde weltweit mit Verständnislosigkeit aufgenommen, weil es eine totale Kapitulation der EU vor Trump war

"Nicht einmal mehr Marionetten"

Das Handelsabkommen, dass die EU mit den USA geschlossen hat, wurde weltweit mit Verständnislosigkeit aufgenommen, weil es eine totale Kapitulation der EU vor Trump war und de facto das Ende der EU als wirtschaftliche Weltmacht besiegelt hat. Auch in Russland fand man sehr deutliche Worte.

von Anti-Spiegel

31. Juli 2025 05:00 Uhr

Das Handelsabkommen, das US-Präsident Trump EU-Kommissionschefin von der Leyen nach weniger als einer Stunde „Verhandlungen“ aufgezwungen hat, hat weltweit für Unverständnis gesorgt. Dass die EU nichts weiter als ein Vasall der USA ist, ist außerhalb des Westens längst kein Geheimnis mehr, und dass die EU politisch auch nie ein Schwergewicht war, räumen sogar europäische Medien ein. Aber bis vor kurzem war die EU zumindest wirtschaftlich eine Hausnummer, auch wenn die EU diese Rolle im Eiltempo verliert, seit sie ihre Wirtschaft mit den anti-russischen Sanktionen selbst ruiniert.

Dass die EU aber ein derart ruinöses Handelsabkommen mit den USA schließt, bei dem die USA einseitig 15-prozentige Zölle auf europäische Produkte erheben, während die EU keine Zölle auf US-Produkte erhebt, und die EU sich auch noch verpflichtet, in den USA für 750 Milliarden Dollar überteuertes Fracking-Öl und -Gas zu kaufen und 600 Milliarden Dollar in den USA zu investieren, während die USA der EU im Gegenzug nichts geben, das hat die Welt wirklich verblüfft.

Journalisten haben Maria Sacharowa, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, bei ihrer regulären Pressekonferenz dazu zwei Fragen gestellt, die ich beide übersetzt habe, weil sie zeigen, mit welcher Fassungslosigkeit man außerhalb der europäischen Medienblase auf diese Entwicklungen blickt.


Beginn der Übersetzung:

Frage: Wie kommentieren Sie die Informationen über die Einigung zwischen den USA und der EU auf ein Handelsabkommen? Im Rahmen dieses Abkommens verpflichtet sich die EU, Energieträger im Wert von fast 750 Milliarden US-Dollar von den USA zu kaufen. In Brüssel wird dies als Möglichkeit dargestellt, die Abhängigkeit von russischen Energieträgern vollständig zu beseitigen.


Sacharowa: Der offizielle Text wurde noch nicht veröffentlicht. Wir haben jedoch die Erklärung der Führung der EU-Kommission zu den wichtigsten Elementen des „Deals“ gesehen. Dabei handelt es sich um das Versprechen der amerikanischen Seite, die Zölle auf den Großteil der EU-Produkte ab dem 1. August dieses Jahres nicht auf 30 Prozent anzuheben, sondern sie auf 15 Prozent festzusetzen, um die Zustimmung Brüssels, 750 Milliarden Dollar für den Kauf einer Reihe „strategischer“ Güter aus den USA, also Flüssigerdgas, Öl, Kernbrennstoff und Elektrochips, auszugeben und weitere 600 Milliarden Dollar in die amerikanische Wirtschaft zu investieren, sowie die Bereitschaft der EU, eine mit den USA vereinbarte, also von Washington diktierte, Politik zu verfolgen, um der Nutzung von Überkapazitäten in der Stahl-, Aluminium- und Kupferproduktion durch Drittländer entgegenzuwirken.

Ich wiederhole, der vollständige Text wurde nicht veröffentlicht, aber diese Thesen wurden bereits genannt. Ich würde sagen, dies ist eine Verbeugung des Vasallen vor seinem Herrn. Es ist eine Art schlafendes, westeuropäisches Monster, im schlimmsten Sinne des Wortes, namens Mittelalter. Das, welches man im Westen mit einer dunklen Seite der Geschichte assoziiert, mit Scheiterhaufen, Hexenverbrennungen, der Ablehnung des gesunden Menschenverstands, überhaupt mit der Ablehnung des Denkens oder dem Stellen von Fragen. Man hat den Eindruck, als hätte Ursula von der Leyen all dies gerade verkündet.

Unabhängig davon, in welcher Form und wann diese Abkommen zu Papier gebracht werden – ob überhaupt, wissen wir auch nicht -, vermitteln sie bereits jetzt eine ausreichende Vorstellung davon, welchen Platz Washington oder andere Eliten der EU in der Weltwirtschaft und auf der internationalen Bühne zugewiesen haben, beziehungsweise, welche Rolle die EU sich selbst zugewiesen hat. Das werden Politikwissenschaftler und Historiker später klären.

Es ist offensichtlich, dass die von den liberal-globalistischen Eliten eingesetzten Bürokraten den gesunden Menschenverstand innerhalb der EU verspotten und alles tun, um sicherzustellen, dass die vereinten Ressourcen der EU-Mitgliedstaaten nicht den Völkern dieser Länder, sondern diesen globalistischen Eliten oder jenen Ländern zugutekommen, vor denen sie sich in der EU-Kommission unter der Führung von Ursula von der Leyen verneigen.

Dies ist nicht länger nur eine protokollarische Demo-De-Prozedur, um dreimal „zu gurren“ oder für den „Großen Bruder“ die Taschen zu leeren. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes darum, sich nackt auszuziehen und das Letzte abzugeben und auch noch das zu verschenken, was man noch erarbeiten kann. Das ist wirklich eine Art Inszenierung, oder Selbstinszenierung der eigenen Person – ich meine damit die EU, die EU-Kommission -, in einer demütigenden Pose vor dem „Großen Bruder“ und unter der stillen Fassungslosigkeit der Bürger der EU, die offenbar, da die Medien ihnen keine Möglichkeit geben, die Situation zu begreifen, nicht verstehen, was man mit ihnen anstellt.

Dank der Bemühungen all dieser Pseudo-Eliten, der von-der-Leyens und aller liberal-globalistischen Eliten, entwickelt sich die EU zu einer militarisierten Kolonie der USA mit zentralisierten Käufen amerikanischer Waffen und Rohstoffen und einem direktiven Wirtschaftssystem, das den freiwilligen und zwangsweisen Transfer von privatem Kapital zur Kolonialmacht in Übersee vorsieht. Für die europäische Wirtschaft werden bewusst Bedingungen geschaffen, unter denen sie keine andere Wahl hat, als Energieträger zu überhöhten Preisen in den USA zu kaufen oder aus reiner Hoffnungslosigkeit massiv Kapital in effizientere und zuverlässigere Länder, einschließlich der USA, abzuziehen. Was jetzt passiert ist, ist die EU-NATO-Brüssel-Bürokratie, die von Figuren wie Ursula von der Leyen geleitet wird.

Die Zusage von Ursula von der Leyen, preislich deutlich attraktivere und stabilere russische Energieträger durch milliardenschwere Käufe amerikanischer zu ersetzen, ist die Quintessenz der Linie der EU-Kommission der letzten Jahre, die wirtschaftliche Souveränität der EU-Länder durch eine schleichende Umverteilung der Macht zugunsten der europäischen Bürokratie zu untergraben.

Unter dem Motto, die Abhängigkeit von russischen Ressourcen zu verringern, hat die EU-Kommission die EU energiepolitisch noch abhängiger von den USA gemacht. Die Interessen der einfachen Europäer werden bei der Gestaltung der Brüsseler Wirtschaftspolitik praktisch nicht berücksichtigt. Das anschaulichste Beispiel hierfür sind die einseitigen restriktiven und anderen diskriminierenden Maßnahmen gegen Russland, deren negative soziale und wirtschaftliche Folgen mehr als nur eine Generation von Steuerzahlern in den Ländern der EU zu spüren bekommen werden.

Tatsächlich bezahlt die EU bereits für die exzessiven politischen Fehler, früher sprach man von Ambitionen, der Präsidentin der EU-Kommission, die die EU trotz objektiver Wirtschaftsindikatoren weiterhin unbegründet neben China und den USA als eine der größten Volkswirtschaften der Welt darstellt. In der Realität liegen sowohl die EU als auch die USA gemessen am BIP in Kaufkraftparität seit langem nicht mehr auf dem ersten Platz. Und von den EU-Mitgliedstaaten liegt keiner in diesem Index, der die Wirtschaftskraft am aussagekräftigtsen misst, vor Russland.

Mir scheint, diese ganze Geschichte sollte schon bald – ich weiß nicht, wie das in Ihren Medien ist – aus der Rubrik „Wirtschaftsnachrichten“ in eine andere Rubrik verschoben werden, wahrscheinlich dorthin, wo früher die Karikaturen waren.


Frage: Hat Europa, das den erniedrigenden Forderungen von US-Präsident Donald Trump zu Lasten seiner Interessen nachkommt, beispielsweise angeblich mal wieder kein russisches Öl zu kaufen, endgültig seine Souveränität verloren? Macht es in diesem Fall überhaupt noch Sinn, mit Europa zu sprechen, wenn Washington entscheidet?


Sacharowa: Der russische Außenminister Lawrow hat wiederholt erklärt, dass das Problem Westeuropas der Verlust seiner Souveränität ist. Das ist keine Floskel, nicht einfach eine philosophische Spekulation, sondern die tägliche Praxis. Das ist in erster Linie das Problem von Westeuropa selbst. Genau dieses Problem müssen die Bürger dieser Region gemeinsam mit ihren Regierungen, ihren gesetzlichen Vertretern, lösen und verstehen, wohin das alles führt.

Unter dem Deckmantel einer stärkeren Integration hat sich alles einerseits in ein Kommando- und Kontrollsystem verwandelt, dann hat die EU ihren wichtigsten Wirtschaftsmotor, die freie Wirtschaft, verloren und dann haben sie kollektive Prinzipien vorgezogen. Ich meine damit, dass die versammelten Länder der Brüsseler „Demokratie“ untergeordnet wurden.

So nennt sie sich selbst, obwohl sie in Wirklichkeit überhaupt keine Demokratie ist und nie eine war. Das ist eine schreckliche, monströse Bürokratie Washingtons. Man kann sagen, dass nicht nur Washington, sondern auch diese globalistischen Eliten, die versuchen, die Dinge zu „lenken“ und einen Kurs auf Profit, neokoloniale Haltungen, die Zerstörung der nationalen Identität von Ländern und Völkern verfolgen, auf die Abwendung, Verweigerung und Leugnung traditioneller Werte und so weiter.

Man hat den Eindruck, als würden wir nicht nur eine Krise beobachten, sondern den letzten Akt einer Tragikomödie namens „europäische Souveränität“. Was heute zwischen Washington und seinen transatlantischen Satelliten geschieht, übertrifft die düstersten Prognosen des 19. Jahrhunderts über die Zukunft der Alten Welt.

Die europäischen Hauptstädte, einst stolz auf ihre unabhängige Außenpolitik, ihre Rolle als Zentren der Macht, Industrialisierung und Wirtschaft, konkurrieren nun bei der Geschwindigkeit der Umsetzung absurder, selbstmörderischer Anweisungen aus Übersee. Es geht nicht um Solidarität unter Verbündeten, sondern um eine völlige vasallische Abhängigkeit. Die Sanktionshysterie, die ihre eigenen Wirtschaftsbeziehungen gekappt und ein Schlag für das Wohlergehen von Millionen Europäern war, ist das markanteste Beispiel dieser freiwilligen Selbstzerstörung.

Die wahre Tragödie besteht darin, dass die herrschenden Eliten der EU die Interessen ihrer eigenen Bürger bewusst den Interessen ihrer amerikanischen Kuratoren opfern. Die Energiekrise, künstlich herbeigeführt durch die Ablehnung verfügbarer russischer Ressourcen, der Terroranschlag auf die Nord Stream-Pipeline, Inflation und Deindustrialisierung – all dies ist der direkte Preis für die Loyalität gegenüber Washington.

Washington ist anders. Manchmal hört man von dort an die westliche Eliten, die ihre Beamten in verschiedenste Positionen in Brüssel gebracht haben, widersprüchliche oder diametral entgegengesetzte Aussagen.

Die europäischen Steuerzahler finanzieren ihre eigene Verarmung. Das ist eine erstaunliche Formulierung, die jedoch durch die Fakten voll und ganz bestätigt wird. Sie finanzieren unter dem Deckmantel des Schutzes des ukrainischen Volkes die Tötung von Ukrainern. Während sie über den Schutz der Menschenrechte sprechen, zerstören sie selbst das Konzept der Menschrechte und streichen es von den Prioritäten, weil sie die Verbrechen nicht sehen, die mit dem Geld und den Waffen Westeuropas begangen werden.

Die politische Unselbständigkeit hat ihren Preis, die Wirtschaftskrise. Für einige westeuropäische Länder ist das bereits eine Frage der Stagnation. Mir scheint, dass Europa sich seit langem selbst Wettbewerbsvorteile genommen und Märkte an ausländische Konkurrenten abgegeben hat, wofür und warum, das ist unklar. Nicht einmal kampflos, sondern im Prinzip, als hätten sie sie verbrannt. Das ist das Europa, das der Begründer freier Wirtschaftsbeziehungen war, insbesondere der zwischenstaatlichen Beziehungen innerhalb des Wirtschaftsblocks.

Ursprünglich entstand die EU als eine wirtschaftlich vorteilhafte Gemeinschaft von Ländern, die durch Kostenminimierung Gewinne einbrachte. Nun scheint Westeuropa zu versuchen, seine Volkswirtschaften abzuschaffen und seine größten Produktionsanlagen und Unternehmen an andere globale Akteure zu „überschreiben“.

Die Frage, ob Europa seine Souveränität endgültig verloren hat oder nicht, soll Europa selbst beurteilen, sofern es dazu noch in der Lage ist, ebenso wie Politikwissenschaftler und Historiker. Doch die Tatsache, dass Westeuropa heute keine Souveränität hat, ist eine vollendete Tatsache.

Entscheidungen über Schlüsselfragen der Sicherheit, Wirtschaft, Energie, Bildung, Kultur und Wissenschaft werden nicht in Berlin, Paris, London oder Brüssel getroffen, auch nicht auf nationaler Ebene, noch werden sie als nationaler Wille irgendeines gemeinsamen inneren Willens, Konzepts oder einer gemeinsamen Philosophie der EU nach Brüssel delegiert. Nichts dergleichen. All dies wird woanders geformt. Entweder in Washington oder von irgendwelchen globalistischen Eliten.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs sind weder zu politischen noch zu wirtschaftlichen Managern geworden. Ich kann sie nicht einmal Marionetten nennen, denn Marionetten führen unter dem „Willen und der Musik“ anderer Bewegungen aus, die normal aussehen. Hier herrscht ein völliges Ungleichgewicht.

Sie haben sich in selbstironische und selbstzerstörerische „Terminatoren“ verwandelt. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin, die Anweisungen anderer zu übermitteln und umzusetzen und das mit leerer Rhetorik über die Einheit der transatlantischen Gemeinschaft zu verschleiern. Dabei zerstören sie, was für sie bis vor kurzem noch als existenzieller Wert galt.

Ende der Übersetzung


 
 
 

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