Mehrheit in Deutschland für Bundeswehrabzug aus dem Krieg in Mali: Kandidaten dazu befragen

Nach dem Scheitern des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan ist ein Grossteil der Deutschen dafür, die derzeit grösste und gefährlichste Mission der Bundeswehr in Mali zu beenden. Nutzen wir unsere Chance, noch vor der Wahl die Kandidaten in den Wahlkreis zu befragen, ob sie im Sinn der Mehrheit im Land dafür stimme werden, den Einsatz in Mali zu beenden. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 44 Prozent für den Abzug der deutschen Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenland aus. Nur 23 Prozent sind für eine Fortsetzung des Einsatzes, 33 Prozent machten keine Angaben.

Die Mission ist die verlustreichste der Uno seit dem Koreakrieg; fast 250 Uno-Angehörige kamen bis anhin in Mali ums Leben. Erst nach dem jüngsten Anschlag mit zwölf verletzten deutschen Soldaten kommt die Militärintervention der Bundesregierung in Mali und den angrenzenden Staaten nun ins öffentliche Bewusstsein. Militante Gruppen sind nur die Spitze des Eisberges der Konflikte. Dahinter liegen Perspektivlosigkeit der jungen Menschen, Folgen der Klimazerstörung, Ringen internationaler Mächte um Kontrolle der Rohstoffe, Schikanen und Korruption einer kleinen Elite der Staaten. Anstatt dazu beizutragen, diese Konflikte zu lösen, soll nur die Spitze des Eisberges mit militärischen Mitteln abgeschlagen werden. Wie in Afghanistan wird das nicht gelingen, der Eisberg bildet dann eine neue Spitzen. Da beim militärischen Vorgehen viele Unbeteiligte getötet werden, bekommen auf Gewalt setzende Gruppen mehr Zulauf, ein unendliche unendliche Spirale von Gewalt und Gegengewalt kommt in Gang mit immer mehr Opfern.


Die Bundesregierung und der Bundestag beteiligt die Bundeswehr ist mit insgesamt etwa 1200 Soldaten an zwei Militärmissionen in Mali: an einem Einsatz der Europäischen Union zur Ausbildung der malischen Streitkräfte (EUTM) und an einer Mission der Vereinten Nationen zur Friedenssicherung (Minusma).

Sie werden immer wieder mit dem Einsatz in Afghanistan verglichen, der in diesen Tagen in einem Debakel endete: Die militant-islamistischen Taliban, die von den internationalen Truppen jahrelang bekämpft worden sind, übernahmen wieder die Macht. Die Bundeswehr zählte zu den grössten Truppenstellern in Afghanistan.

Gegen eine Fortsetzung des Mali-Einsatzes sind vor allem die Wähler der AfD (76 Prozent) und der Linken (58). Dahinter folgen CDU/CSU (43), SPD (40), Grüne (38) und FDP (37).

https://www.nzz.ch/international/umfrage-grossteil-der-deutschen-fuer-abzug-der-bundeswehr-aus-mali-ld.1643650


mehr: auf unserem Friedens-Blog:

https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/blog/search/mali


Bundeswehreinsatz in Mali

Der Einsatz in Mali gilt als derzeit gefährlichste Bundeswehr-Mission. Ende Juni wurden bei einem Anschlag zwölf deutsche Soldaten verletzt. In Mali sorgt seit fast zehn Jahren die Kombination verschiedener Konfliktlagen für gewaltsame Auseinandersetzungen.

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/336984/bundeswehreinsatz-in-mali


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