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Marokkaner verhaftet, die für ein Ende der Normalisierung der Beziehungen zu Israel demonstrierten

Marokko war 2020 das vierte arabische Land, das seine Beziehungen zu Israel im Rahmen des von den USA unterstützten Abraham-Abkommens normalisierte. Die Regierung steht unter starkem innenpolitischen Druck, Tausende gehen aus Solidarität mit dem palästinensischen Volk auf die Straße. Nach Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Sudan unterzeichnete Marokko 2020 als viertes arabisches Land ein Normalisierungsabkommen mit Israel. Das Abkommen, besser bekannt als Abraham-Abkommen, wurde von den USA gefördert. Mit der Unterzeichnung des Abkommens verstieß der marokkanische König Mohammed VI. gegen die Verpflichtung seines Landes im Rahmen der Arabischen Friedensinitiative von 2002, Israel nicht anzuerkennen, bis ein separater palästinensischer Staat geschaffen wurde. Auch innenpolitisch war die Entscheidung massiv unpopulär. Die marokkanische Regierung unterzeichnete das Abkommen als Gegenleistung dafür, dass die USA ihre Besetzung der Westsahara anerkennen.

Marokkanische Aktivisten bei der Kundgebung gegen die Normalisierung der Beziehungen zu Israel.

Die marokkanische Polizei griff Aktivisten an und verhaftete sie, die ein Ende der Normalisierung der Beziehungen zu Israel in der Stadt Salé forderten. Die Aktivisten sind Teil der Front gegen die Normalisierung mit Israel. Die Aktivisten nahmen an einem Marsch teil, der von der Front in Solidarität mit dem palästinensischen Volk und Gaza am Sonntag, den 26. November, in der Stadt im Norden des Landes organisiert wurde. Tausende schwenkten palästinensische Flaggen und riefen Slogans zur Unterstützung der Menschen in Gaza.

Der Marsch wurde von der Polizei vor dem Carrefour-Markt in Salé angegriffen. Die Polizei griff die Organisatoren an und verhaftete einige der Aktivisten an Ort und Stelle. Die Front gegen Normalisierung veröffentlichte eine Liste der verhafteten Aktivisten und behauptete, dass sie in der Sicherheitsabteilung von Garabliya in Salé festgehalten würden.

Die Namen der verhafteten Aktivisten lauten Khaled bin Saka, al Tayyib al-midmad, Abdul Ilah Ben Abdel Salam, Radwan Al-Rifai, Abdul Wahid Rashad, Abdullah Al-Maluki, Abdul Majeed Shahiba, Sufyan Al Mansouri, Saladin Al-Tayeb, Badr al-Din Jabbar, Omair Al Marzouqi, Muhammad Sahnoun und Anas Al Bustani.

In Marokko gab es seit Beginn der israelischen Offensive mehrere Solidaritätsproteste mit den Palästinensern. Auch in Tanger und Casablanca kam es am Sonntag zu Protesten, bei denen Tausende in Solidarität mit den Palästinensern demonstrierten und einen dauerhaften Waffenstillstand forderten. Aufgrund des starken innenpolitischen Drucks nahm die marokkanische Regierung Anfang des Monats an dem Arabisch-Islamischen Gipfel in Riad teil, der die israelischen Ansprüche auf das Recht auf Selbstverteidigung zurückwies und einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza forderte.


 
 
 

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