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Kanadas harte Haltung gegen die USA könnte Nachahmer finden. Bisher war China das einzige Land, das ernsthaft gegen Trumps Zölle zurückgeschlagen hat – und zwar erfolgreich

  • iffw77
  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

Handelsblatt:

Fast auf den Tag genau sieben Monate nach seiner Grundsatzrede beim World Economic Forum in Davos hat Kanadas Premierminister Mark Carney gezeigt, dass er seine Worte damals ernst meinte. Ende Januar hatte er davon gesprochen, dass sich Mittelmächte wie Kanada gegen Wirtschaftserpressung durch Großmächte wehren sollten. Nun hat er das umgesetzt, was er predigte.

Wenn Carney nun also ankündigt, Washingtons neue Zölle „Dollar für Dollar“ zu erwidern, weiß er einen Großteil seiner Wähler hinter sich. Die Frage ist nur: Kann er sich auf diesen Rückhalt auch dann noch verlassen, wenn die kanadischen Verbraucher die Folgen der höheren Zölle im Geldbeutel spüren und kanadische Unternehmen in Schwierigkeiten geraten? Politiker in Kanada stimmen das Land bereits auf eine längere Konfrontation mit dem einst engen Verbündeten ein.

Kanada ist im Handelskrieg mit den USA in eine neue Phase eingetreten. Carney zog bei den Verhandlungen mit Washington die Reißleine. Laut seiner Darstellung gingen die Forderungen der Amerikaner weit über das Tragbare hinaus.

Auf die Frage, wie Kanada im aktuellen Handelsstreit mit den USA vorgehen sollte, sagten in einer Umfrage Ende Juli 62 Prozent, dass Kanada mit eigenen Zöllen dagegenhalten solle. Rund ein Drittel sprach sich sogar für Zölle in gleicher Höhe wie die der USA aus.

Wenn Carney nun also ankündigt, Washingtons neue Zölle „Dollar für Dollar“ zu erwidern, weiß er einen Großteil seiner Wähler hinter sich. Die Frage ist nur: Kann er sich auf diesen Rückhalt auch dann noch verlassen, wenn die kanadischen Verbraucher die Folgen der höheren Zölle im Geldbeutel spüren und kanadische Unternehmen in Schwierigkeiten geraten? Politiker in Kanada stimmen das Land bereits auf eine längere Konfrontation mit dem einst engen Verbündeten ein.

Auch in den USA dürften die Zölle zu höheren Kosten bei Verbrauchern und Unternehmen führen. US-Präsident Donald Trump bekam deshalb deutlichen Gegenwind für die jüngste Eskalation – von der amerikanischen Wirtschaft und selbst von Politikern seiner eigenen Partei.

Das einzige Land, das bislang ernsthaft gegen Trumps Zölle zurückgeschlagen hat, war China – und zwar erfolgreich. Als Peking als Reaktion auf die hohen Zölle die Ausfuhr von seltenen Erden einstellte, lenkte Trump schnell ein und legte die zusätzlichen Abgaben auf Eis. Als Anfang des Jahres der Streit um die Souveränität Grönlands eskalierte, hatte die EU mit ihrem Anti-Erpressungs-Instrumentenkasten lediglich  gedroht – und Trump schließlich nachgegeben.

Andere Länder, die von Trumps Zollzirkus betroffen sind, werden nun sehr genau auf das Beispiel Kanada schauen – und sich möglicherweise ermutigt fühlen, ähnlich vorzugehen.



Kanadas Mark Carney bietet Trump die Stirn - Die wichtigste Davos-Rede komplett auf Deutsch Kanadas Mark Carney bietet Trump die Stirn - Die wichtigste Davos-Rede komplett auf Deutsch

 
 
 

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