top of page

Ich fühle mich angesichts der wachsenden Jobangst Tausender Beschäftigter sehr an die Wendezeit erinnert. Die IG-Metall fordert eine klare Zukunftsstrategie für die Industrie und deren Beschäftigte.

vor 59 Minuten
2 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Es geht um die 8000 Beschäftigten von VW, aber auch um weitere Tausende Jobs in den Zulieferbetrieben, betonte Thomas Knabel. Und der Erste Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau warb für Solidarität. Man müsse jetzt zusammenstehen, den Arbeitgebern gemeinsam die Stirn bieten. Wenn die Lautstärke, mit der Knabel seine Sätze über den Markt rief, Rückschlüsse auf den Kampfeswillen zulässt, dann ist mit der Gewerkschaft und ihren Mitgliedern zu rechnen.

Der Regen hatte sich pünktlich zu Beginn der Veranstaltung auf dem Zwickauer Markt verzogen. Am Balkon des Rathauses war ein Plakat gespannt. „Ganz Zwickau steht hinter seinem Werk“ steht dort zu lesen

Die Unsicherheit unter der Belegschaft sei riesig, so Steffen Körnich. Er war 16, als die Wende kam, hat monatelang nach einem Ausbildungsplatz gesucht und ihn schließlich in Leipzig gefunden. „Das war Glück“, sagt er heute und fühlt sich angesichts der wachsenden Jobangst Tausender sehr an die Wendezeit erinnert: „Da sind erschreckende Parallelen“.

„Die Arbeitgeber haben gerade Morgenluft gerochen und versuchen mit schäbigen Angriffen auf soziale Standards, auf das, was euch Sicherheit und was euch auch Wohlstand gibt, zuzugreifen“, setzt der geschäftsführende Vorstand der IG Metall seine Rede fort. Er fordert eine klare Zukunftsstrategie für die Industrie und deren Beschäftigte. Hier seien die Unternehmen, aber auch die Politik in der Pflicht.


Die Gewerkschafter erinnerten die Konzernleitung in Wolfsburg an ihre Hochglanzbroschüren und die oft kommunizierten Wertefundamente. Der Konzern trage soziale Verantwortung für diesen Standort und für Ostdeutschland und nicht nur für die Ausschüttung an die Anteilseigner. „Wir haben die Schnauze voll“, schallte es dann auch über den Marktplatz von Zwickau.


 
 
 

Kommentare


bottom of page