Wie kommen wir raus aus der israelisch-palästinensischen Todesspirale?Ein Beitrag mit Film und Seminar & Israelis,Palästinensern und Deutschen: Eine Minderheit auf allen Seiten will reden.Ein Anfang!
Die Bremer Filmemacherin Gertrude Rohde-Dahl am Mittwochabend nach einer Filmvorführung des Verdener Kommunalkinos. „Es hat eine Vorstellung von Hoffnung gegeben“, so der vorsichtig optimistische Ausblick der Regisseurin. Für ihren Film „Along the River“ hat sie ein Begegnungsseminar des Vereines „Friendship across Borders“ mit der Kamera begleitet.
„Der Film richtet sich vor allem darauf, dass die Teilnehmenden ihre Gefühle erzählen. Das hat auf jeden Fall geholfen, mit dem Publikum in Kontakt zu kommen“, resümiert Hanne Vogelpohl von der Fachstelle Integration und Inklusion nach der Diskussion. Im Film zeigt Rohde-Dahl, wie Israelis, Palästinenser und Deutsche ihre Emotionen zum Nahostkonflikt in Gruppen-Pantomimen darstellen und gegenseitig darauf reagieren. Das Ergebnis: Zumindest gegenseitige Anerkennung.
Aus der Wut, der Angst und der Trauer, die Interviewte auf beiden Seiten schildern, heraus fragte sich eine Zuhörerin: „Was ist jetzt? Wie geht es weiter?“ Regisseurin Rohde-Dahl antwortete zurückhaltend: „Auf beiden Seiten können sich die meisten Menschen nicht mehr vorstellen, miteinander zu sprechen.“ Der 7. Oktober und der Gaza-Krieg seien jeweils für viele die Bestätigung gewesen, dass die Gegenseite nie zum Frieden bereit sei. „Es ist eine Minderheit, die in die Seminare kommt“, sagte sie. Immerhin diese Minderheiten will sie miteinander ins Gespräch bringen. Einen Einblick in ein ähnliches Format will Dorothee Häußermann im Projekt „Widersprechen“ im Februar organisieren. An diesem Abend wies sie bereits darauf hin.
Eine andere Kinobesucherin fragte: Warum sind Deutsche bei den Friedensseminaren zwischen Israelis und Palästinensern dabei? Es werde von beiden Seiten geschätzt, einen neutralen Ort zu haben, entgegnete Rohde-Dahl. „Und letztlich, ist es auch unsere Verantwortung: Ohne Holocaust wäre der Konflikt nicht so, wie er heute ist“, fügte sie hinzu. Sie zitierte Israels ersten Regierungschef David Ben-Gurion, der glaubte, dass der Holocaust die internationale Unterstützung für die Staatsgründung 1948 begründete. Für Rohde-Dahl hat diese Mitverantwortung eine biografische Komponente: Die 1938 Geborene wuchs, wie sie selbst sagt, als Kind einer Besatzerfamilie im von Deutschland überfallenen Polen auf.
Nachdem der Film den Schmerz der Seminarteilnehmer über Vertreibung von Palästinensern, das Leben unter israelischer Besatzung sowie Terror gegen Israelis abgebildet hatte, kam die Diskussion völlig ohne aufgeladene Begriffe und gegenseitige Unterstellungen aus. „Ich hoffe auch, dass der Film etwas aus der Verbitterung führt“, schloss Rohde-Dahl und bat um einen kurzen Moment der Stille im Gedenken an die Getöteten.







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