Wie die Dreyfus-Affaire die jüdische Geschichte veränderte. Herzl interpretierte das Justizverbrechen am jüdischen Offizier so: Wir Juden werden in Europa nicht respektiert und brauchen einen Staat.
- iffw77
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Das ist ein Grund, warum eine jüdische Bewegung entstand, die glaubte, dass Juden nur in einem eigenen Staat zu ihren Rechten kommen werden. Sie hatten darauf nur eine Chance auf Kosten eines von den Europäern kolonialisieren Gebietes und seiner Bewohner. Das ist der Hintergrund, warum dafür die Palästinenser vertrieben wurden und noch vertrieben werden. Richtig Fahrt nahm diese Bewegung erst auf, als die deutschen Nationalsozialisten die Juden zum Sündenbock für die kapitalische Wirtschaftskrise machten und die deutschen und europäischen Juden töteten oder in den Flucht zwangen. Kein europäisches Land war bereit, die jüdischen Flüchtlinge aufzunehmen. Für viele war das britisch kolonialisierte Palästina der einzige Zufluchtsort. Mächtige Interessengruppen im Westen sahen darin auch eine Chance, mit ihrer Hilfe eine ganze Region zu kontrollieren.
Die Dreyfus-Affäre war ein Justizskandal, der die französische Politik und Gesellschaft in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts tief spaltete. Er betraf die Verurteilung des jüdischen Hauptmanns Alfred Dreyfus 1894 durch ein Kriegsgericht in Paris wegen angeblichen Landesverrats zugunsten des Deutschen Kaiserreichs, die in jahrelange öffentliche Auseinandersetzungen und weitere Gerichtsverfahren mündete. Die Verurteilung des aus dem Elsass stammenden Artillerieoffiziers basierte auf rechtswidrigen Beweisen und zweifelhaften Handschriftengutachten. Für die Wiederaufnahme des Verfahrens und den Freispruch Dreyfus’ setzten sich zunächst nur Familienmitglieder und einige wenige Personen ein, denen im Verlauf des Prozesses Zweifel an der Schuld des Angeklagten gekommen waren.
Der Justizirrtum, der auch Elemente von Rechtsbeugung enthielt,[1] weitete sich zu einem ganz Frankreich erschütternden Skandal aus. Höchste Kreise im Militär wollten die Rehabilitierung Dreyfus’ und die Verurteilung des tatsächlichen Verräters Major Ferdinand Walsin-Esterházy verhindern. Antisemitische, klerikale und monarchistische Zeitungen und Politiker hetzten Teile der Bevölkerung auf, während Menschen, die Dreyfus zu Hilfe kommen wollten, ihrerseits bedroht, verurteilt oder aus der Armee entlassen wurden. Der bedeutende naturalistische Schriftsteller und Journalist Émile Zola beispielsweise musste aus dem Land fliehen, um einer Haftstrafe zu entgehen. Er hatte 1898 mit seinem berühmt gewordenen Artikel J’accuse…! (Ich klage an …!) angeprangert, dass der eigentlich Schuldige freigesprochen wurde. Dreyfus-Affäre – Wikipedia




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