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So hoch ist Deutschlands Ukraine-Rechnung bis heute: 57,6 Milliarden Euro Militärhilfe, über 43,3 Milliarden Euro zivile bilaterale Hilfe. 79 Prozent mehr für Gas, 925.000 Industriejobs unter Druck.

vor 2 Stunden
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Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: So hoch ist Deutschlands Ukraine-Rechnung bis heute

Die Zahlen des Einsatzes: Bis Ende 2025 leistete oder stellte Deutschland rund 39 Milliarden Euro zivile und etwa 55 Milliarden Euro militärische Unterstützung bereit; Stand August 2026 nennt die Bundesregierung 57,6 Milliarden Euro Militärhilfe und über 43,3 Milliarden Euro zivile bilaterale Hilfe.

Das ist nicht nur abgeflossenes Geld, sondern auch Materialabgaben, Ausbildung und eingeplante Mittel für Folgejahre.

Auf der Habenseite steht das Ende der Energieabhängigkeit von Moskau. Auf der Sollseite eine unbequeme Wahrheit: Deutschland hat die Abhängigkeit nicht abgebaut, sondern verlagert.


Gas-Stopp für Russland: Deutschland bleibt abhängig

Die heimische Förderung deckte 2024 nur rund vier Prozent des Bedarfs; etwa 95 Prozent des Erdgases kommen weiter aus dem Ausland – 2024 rund 48 Prozent aus Norwegen, 25 Prozent über die Niederlande, 18 Prozent über Belgien.

Und 2025 stammten laut Bundesnetzagentur 96 Prozent des an deutschen LNG-Terminals angelandeten Flüssiggases aus den USA – über diese Terminals liefen 106 Terawattstunden, gut 10 Prozent aller Gasimporte.


Der soziale Preis der Zeitenwende: 79 Prozent mehr für Gas, 925.000 Industriejobs unter Druck

Die Inflation lag 2022 im Jahresdurchschnitt bei 7,9 Prozent, Energie war ein wesentlicher Treiber. Im zweiten Halbjahr 2025 zahlten Privathaushalte 12,23 Cent je Kilowattstunde Gas – 79,1 Prozent mehr als 2021; der Haushaltsstrompreis lag bei 40,55 Cent.


Nach Angaben des ifo-Wirtschaftsinstituts entfielen 2021 auf fünf energieintensive Branchen 77 Prozent des industriellen Energieverbrauchs; 2023 beschäftigten sie rund 925.000 Menschen – Chemie, Glas, Papier, Metall, Keramik, Zement gerieten unter Druck.


Sanktionen und Waffen: So schwand die Zustimmung

Und hier zeigt sich das eigentliche Versäumnis. Die Zustimmung war nie unbegrenzt – sie war messbar begrenzt.

Im Juli 2022 trugen im ARD-DeutschlandTrend 58 Prozent die Sanktionen auch bei Nachteilen für Deutschland mit – im Westen 63 Prozent, im Osten aber lehnte eine knappe Mehrheit von 51 Prozent das ab.

Das ZDF-Politbarometer wies für Juli bis September 2022 70, 71 und 74 Prozent Unterstützung trotz hoher Energiepreise aus. Gleichzeitig sagten im September 2022 57 Prozent, die Preise bereiteten ihnen persönlich große Probleme. Seither kamen weitere Kosten dazu, etwa an den Tankstellen.


Warum die Stimmung gegen weitere Waffenlieferungen kippte

Dann kippte es. Anfang 2023 gab es keine Mehrheit mehr für einen weiteren Ausbau der Waffenlieferungen. Leopard-2: Januar 2023 54 zu 38 Prozent dafür. Taurus: Im März 2024 lehnte eine Mehrheit diese Lieferung dieses Waffensystems an Kiew ab.

Ipsos, September 2024: 51 Prozent wollten keine weiteren Waffenlieferungen. Vor der Bundestagswahl 2025 wollten laut ZDF 27 Prozent mehr, 40 Prozent gleich viel, 27 Prozent weniger.

Kurzformel: Zustimmung zu spürbaren Kosten – aber kein Mandat für „jeden Preis“.


Die politische Quittung der Ukraine-Politik

Politisch verfestigten sich die Konfliktlinien: „Ukraine unterstützen, Russland abschrecken“ gegen „Waffen und Sanktionen beenden, Energie billiger machen“.

Davon profitierte vor allem die AfD. CDU und SPD verlieren. Die Bundespolitik ist von Sorgen und Zukunftsängsten getrieben schriller und polarisierter geworden.

Der Krieg war eine Ursache – Migration und Wirtschaft galten als wichtigere Problemthemen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung verweist auf wirtschaftliche und demografische Faktoren in den Hochburgen.


 
 
 

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