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Migrantenaktion vor der Wahl: Wir protestieren dagegen, dass wir Migranten zunehmend zum Sündenbock für strukturelle Probleme gemacht werden,wie steigende Mieten,Lehrermangel oder überlastete Kommunen

  • iffw77
  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

Magdeburger müssen an diesem Mittwoch auf viele Angebote in der Stadt verzichten. Von Friseuren über Dönerläden bis hin zu Lebensmittelhändlern hielten viele Geschäfte ihre Türen von 10 bis 15 Uhr verschlossen. Der Grund dafür? Sie werden von Migranten betrieben.

Über 130 Geschäfte, Restaurants und Betriebe blieben – nicht wegen eines Feiertags, nicht wegen eines Lieferengpasses, sondern aus politischem Protest. Auch deutsche Geschäftsinhaber schlossen zum Teil ihre Läden. Kurz vor der Landtagswahl am 6. September haben migrantische Gewerbetreibende in Sachsen-Anhalt ihre Ladentüren verriegelt, um damit „ein Zeichen gegen Rassismus und die zunehmende Rechtsentwicklung im Land“ zu setzen. „Wir schließen heute unsere Läden, damit sich morgen nicht die Türen zu einer freien und demokratischen Gesellschaft schließen“, hieß es in der Eröffnungsrede vor dem Landtag.

Eine Initiative von innen heraus

Vor dem Parlament und auf dem Alten Markt versammelten sich rund 230 Menschen, die eine Überzeugung einte: „Die Würde des Menschen ist unverhandelbar. Nicht manchmal, nicht abhängig von Herkunft, nicht abhängig von Wachstum oder Aufenthalt. Immer.“ Das erklärt Saaeid, Pressesprecher des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt, einem eingetragenen Verein.Im Interview mit dieser Zeitung betont er, dass die Initiative, diesen Streik zu planen, von den Betreibenden selbst kam – nicht von Organisationen und auch nicht von Parteien. Ihm geht es heute vor allem darum, klarzustellen, dass die Politik endlich Politik für alle Menschen machen solle und zwar „unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Hautfarbe.“


Der Protest richtet sich dabei nicht abstrakt gegen „die Politik“, sondern ganz konkret gegen eine Debattenkultur, in der Migration zunehmend zum Sündenbock für strukturelle Probleme gemacht wird – steigende Mieten, Lehrermangel, überlastete Kommunen.„Wir lösen kein einziges Problem, indem wir Menschen aufgrund ihrer Herkunft einfach zu einem Problem erklären“, unterstrich einer der Redner. Gleichzeitig richteten die Veranstalter klare Forderungen an die künftige Landesregierung: Schutz vor rassistischer Gewalt, Gleichbehandlung in der Verwaltung und eine Migrationspolitik, die nicht auf Angst, sondern auf Würde setze.

 
 
 

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