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Kapitalismus war von Beginn an aggressiv.Die USA haben die industrielle Kapazität verloren,um mit China zu konkurrieren.Militärische Ausgaben können nicht reparieren,was Finanzialisierung zerstört hat

vor 27 Minuten
2 Min. Lesezeit

Video in Deutsch: In diesem Gespräch verfolgen der Ökonom Costas Lapavitsas (SOAS, University of London) und Clara Mattei die tiefere Struktur hinter den Schlagzeilen: warum der Kapitalismus schon von Beginn an aggressiv war, warum die USA die industrielle Kapazität verloren haben, um mit China zu konkurrieren, und warum militärische Ausgaben nicht das reparieren können, was die Finanzialisierung zerstört hat.

Aus unserer kompletten Episode über den Iran-Krieg und den neuen Imperialismus gezogen, konzentriert sich dieses Gespräch auf das systemische Argument – den Teil, der nicht nur diesen Krieg, sondern auch den nächsten erklärt.

In diesem Gespräch:


Warum der Markt keinen Frieden schafft – sondern Krieg

Das WWI-Pendant und was es uns über heute sagt

Wie der Dollar immer noch als imperiale Hebelwirkung funktioniert

Warum China bauen kann, was die USA nicht können – und was das für die Zukunft der amerikanischen Macht bedeutet Der militärisch-industrielle Komplex: korrupt, ineffizient und unfähig, die produktive Stärke der USA wiederherzustellen Warum Eskalation keinen natürlichen Halt kennt Wo Costas echte Hoffnung erkennt


GAST: Costas Lapavitsas ist Professor für Wirtschaft an der SOAS, University of London, und ein Experte für zeitgenössischen Kapitalismus und Imperialismus. Sein neuestes Buch heißt The State of Capitalism (2023). Kürzliche Artikel umfassen „A Topography of the New Dollar Imperialism“ (New Left Review) und „Trump's Chaotic Imperialism“ (Socialist Register). 📌 Sieh dir die komplette Folge an: [LINK ZUM ORIGINAL]





Finanzialisierung

Ausführliche Definition im Online-Lexikon

Financialisation; tatsächliche oder empfundene Tendenz eines (kapitalistischen) Systems hin zu einer zunehmenden Bedeutung bzw. Dominanz des Finanzsektors gegenüber anderen Bereichen dieses Systems (engl. Financialisation).1. Ursache: Es wird argumentiert, dass Finanzialisierung aus der Neigung kapitalistischer Systeme resultiert, sämtliche Güter, Waren, Dienstleistungen oder sonstige handelbare Werte - unabhängig davon, ob sie materiell-gegenständlich oder immateriell sind und ob sie gegenwarts- oder zukunftsorientiert sind - in Finanzinstrumente oder Derivate von Finanzinstrumenten mit dem Ziel umzuwandeln, ihren profitablen Handel zu erleichtern.2. Ausprägungsformen:a) als wachsender Anteil des Finanzsektors an der gesamtwirtschaftlichen Aktivität/Produktivität,b) als zunehmender Einfluss von Finanzexperten im Management von Unternehmen,c) als wachsender Anteil finanzieller Vermögensgegenstände relativ zum volkswirtschaftlichen Gesamtvermögen,d) als zunehmendes Volumen der in einem Wirtschaftssystem gehandelten Finanzprodukte (z.B. Aktien, Anleihen, Futures, Optionen, Swaps) im Vergleich zu allen finanziellen Vermögenswerten oder im Vergleich zum erzeugten Bruttoinlandsprodukt,e) als zunehmender Einfluss der Finanzmärkte auf Unternehmensstrategien und/oderf) als wachsende Bedeutung der Rolle des Geldes in zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen.3. Diskussion: Finanzialisierung ist zunehmend Gegenstand von Diskussionen. Einerseits wird positiv angemerkt, dass Finanzialisierung Ausdruck der Innovationskraft und Effizienz des Finanzsektors ist und wichtige Beiträge zur Entwicklung anderer Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft hervorbringt, wie z.B. die Versicherung zunehmend komplexer Risiken, die Finanzierung von Großprojekten zum Klimaschutz oder die Globalisierung der Gütermärkte. Andererseits steht die Finanzialisierung v.a. seit der Finanzmarktkrise zunehmend in der öffentlichen Kritik, z.B. dafür, dass Finanzintermediäre wie Banken ihr Innovationspotenzial und ihre Macht v.a. für eigene Geschäfte nutzen, während der von den Finanzmärkten ausgeübte übermäßige Renditedruck auf die Realwirtschaft viele Arbeitsplätze kostet und sowohl das soziale als auch das ökologische Gefüge insgesamt bedroht.

 
 
 

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