Immer mehr Kriegsleid. Zahl der Kriege stieg 2020 von 15 auf 21 - Schwerpunkt Afrika kaum berichtet

So sieht die Welt 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus. Wir erinnern: 1945 gründeten die Staaten die UNO mit dem in der UNO-Charta vereinbarten Ziel: "Wir, die Völker der Vereinten Nationen – fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat,....1. den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen; 2. freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen;...... UN-Charta | Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa (unric.org)

VORWORT (aus dem Englischen von uns übersetzt) Das globale politische Konfliktpanorama im Jahr 2020 war geprägt von einem Anstieg der Zahl der Kriege und gewaltsamen Krisen. Die Gesamtzahl der Kriege stieg deutlich von 15 auf 21, während die Zahl der begrenzten Kriege um zwei abnahm. Der Anstieg der Kriege wurde getrieben durch Entwicklungen in Europa und Afrika südlich der Sahara. In Europa eskalierten zwei Konflikte zu regelrechten Kriegen, während in Afrika südlich der Sahara sechs laufende Kriege fortgesetzt wurden und weitere fünf gewaltsame Konflikte auf Kriegsniveau eskalierten, was diese Region zur Region mit der höchsten Anzahl von Konflikten auf Kriegsniveau im Jahr 2020. Allein in der DR Kongo und Äthiopien gab es fünf ausgewachsene Kriege. In Asien und Ozeanien, Nord- und Südamerika sowie Westasien, Nordafrika und Afghanistan (WANA) blieb die Zahl der Kriege konstant oder ging leicht zurück. Allerdings einige Kriege wurden fortgesetzt, wie zum Beispiel in Brasilien, Libyen, Syrien und im Jemen. Wie in den Vorjahren stellen gewaltsame innerstaatliche Krisen wie die Oppositionskonflikte in Venezuela oder Nicaragua weiterhin die häufigste Konfliktart dar und prägten die globale Konfliktlandschaft. Zu guter Letzt, Friedensinitiativen, zum Beispiel in Libyen oder in Afghanistan, könnten den Weg für friedlichere zukünftige Beziehungen zu ebnen. Im dritten Jahr in Folge ergänzt die Rubrik "Spotlight" unseren deskriptiven Ansatz der Konfliktdynamik durch zusätzliche vertiefende Analysen. Zum Beispiel analysieren die diesjährigen Spotlights die Konfliktdynamik in Weißrussland oder Telekommunikationseinschränkungen im Lichte der Covid-19-Pandemie. Mit der 29. Ausgabe des Konfliktbarometers setzt das HIIK seine jährliche Berichtsreihe über politische Konflikte weltweit fort.

ConflictBarometer_2020_1.pdf (hiik.de) zum Herunterladen (in Englisch) Karten dazu zum Herunterladen über diesen Link: Statische Karten – HIIK - Interaktive Karte – HIIK HIIK Blog – Commentary on Political Conflict Worldwide Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger und interdisziplinärer Verein. Seit 1991 widmen wir uns der Förderung, Verbreitung und Implementierung des Wissens um Entstehung, Verlauf und Beilegung inner- und zwischenstaatlicher politischer Konflikte. Nach einem enormen Zuwachs in den vergangenen Jahren, hat das HIIK momentan über 200 ehrenamtliche Mitarbeitende. Sie sind überwiegend Studierende, aber auch Promovierende und Alumni. Unsere Finanzierung gewährleisten wir ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, sowie Abdruck- und Vertragshonorare. Organisatorisch ist das HIIK in fünf Gremien unterteilt, deren Leitende den Vorstand bilden. Die fünf Gremien beschäftigen sich jeweils mit der Technik, der Methodik, der Kommunikation, der Redaktion und den finanziellen und rechtlichen Belangen, die notwendig sind, um einen geregelten Ablauf der Forschungs- und Publikationsarbeit zu gewährleisten. Die einzelnen Konflikte sind in fünf Regionalgruppen eingeteilt. In den Regionalgruppen „Asien“, „Vorderer und Mittlerer Orient und Maghreb“, „Amerika“, „Afrika“ und „Europa“ arbeiten über 200 KonfliktbearbeiterInnen an den einzelnen Konflikten. RegionalgruppenleiterInnen übernehmen dann die Verantwortung für eine gewisse Anzahl an Konflikten, wobei sie von den jeweiligen KonfliktbearbeiterInnen durch die Recherche der Konfliktmaßnahmen und die Produktion der Texte unterstützt werden. ConflictBarometer_2020_1.pdf (hiik.de)

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