IFFW-Online-Workshop: Wie der gefährlichen globalen Konfrontation entgegenwirken?

Aktualisiert: 4. Dez. 2021



Aus meiner Sicht werden wir als Menschheit nur mit Glück und einer großen politischen Anstrengung einem atomaren Weltkrieg entgehen. Wir sollten diese Anstrengung unternehmen: Es geht um das Überleben der Menschheit.

Diese Berichte der vergangenen Wochen zeigen die Gefahr:

In den Gewässern vor China kommt es häufig zu Fast-Zusammenstößen von westlichen und chinesischen Schiffen. Im Luftraum in Osteuropa an der Grenze der neu in die NATO aufgenommenen Länder und Russland finden ständig gegenseitige Hakelein statt.


Bei einem Videogipfel zwischen den Regierungen der USA und Chinas warnt Biden vor Konfrontation der Weltmächte

Vladimir Putin warnt die NATO in der Ukraine bei ihren Waffenlieferungen und der militärischen Unterstützung keine Roten Linien zu überschreiten. Die NATO warnt ihrerseits Russland.

Wir verdrängen gern, dass das für uns alle sehr gefährlich ist. Doch wir haben die Erfahrung des vergangenen Jahrhunderts: zwei Kriege zwischen Großmächten und die globale Vorherrschaft mit über 80 Millionen Toten. In der Zeit des Kalten Krieges mehrere Fast-Atomkriege, denen wir nur mit Glück entkommen sind.

Was spricht dafür, dass es zu einem neuen Krieg kommen könnte? Diese Stimmen aus den USA, bzw. dem angelsächsischen Raum warnen

Prof. Wolf aus den USA sieht als Hintergrund der Kriegsgefahr, dass die seit vielen Jahrzehnten die Welt dominierenden Vereinigten Staaten mit China zum ersten Mal einen wirklichen Herausforderer haben, der den USA auch von der Basis, der Wirtschaft her, ebenbürtig ist. China wird die USA, wenn es friedlich bleibt, die USA an Wirtschaftskraft überholen, einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass es die USA schon überholt hat. Die Wirtschaftsbasis ist aber auch die Grundlage für den politischen Einfluss in der Welt und auch die militärische Stärke. Jeden Tag wird heute die USA relativ gegenüber China schwächer, wenn man die realistische Schule der internationalen Beziehungen als Maßstab nimmt, die nicht an Kooperation der Staaten glaubt, sondern an ein ewiges Ringen um Vorherrschaft.

Prof. Mearsheimer ist Vertreter der realistischen Schule. Er vertritt die These, dass die USA es nicht zulassen werden, dass China sie Macht überholen wird. Die USA brächten alle Verträge, wenn sie für sie nicht mehr vorteilhaft seien, dass würden sie sich von keiner anderen Macht gefallen lassen.

Prof. Allison hat die Großmachtkonflikte der letzten Jahrhunderte untersucht: 16 Mal habe es eine mit der heutigen Lage vergleichbare Situation gegeben, dass eine schnell aufkommende Macht eine bisher dominierende Macht zu überholen droht: 12 Mal sei es zum Krieg gekommen. ER warnt vor einem Krieg, hält ihn aber für wahrscheinlich.

Seit Jahren warnt der britisch-australische Journalist, John Pilger, vor einem Krieg der USA gegen China. Der Titel seines Films lautet: „The comming war on china“. Er kommt angesichts der Einkreisung Chinas mit US-Amerikanischen Militärstützpunkte und Verbündeten zu dem Schluss, dass es auf einen Krieg hinauslaufen könnte, wenn sich die Menschen dessen nicht bewusst werden und ihn nicht durch aktives friedenspolitisches Handeln verhindern.

Erinnern wir uns, nächste Woch jährt sich die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Willy Brandt. Er hatte sich mit seiner Entspannungspolitik im Kalten Krieg den Konfrontationspolitik mutig entgegengestellt.

Gibt es heute wieder Möglichkeiten zu einer Entspannungsinitiative? Was können wir Einzelnen und was Friedensinitiativen dazu beitragen?

Das diskutieren wir heute Abend bei einem Vernetzungsworkshop für eine neue Entspannungspolitik. Allerdings in Englisch, um die internationale Vernetzung voranzubringen. Reiner Braun vom Internationalen Friedensbüro wird seine Ideen dazu vorstellen.





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