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Es wird über Zuwanderung geschimpft, obwohl das im eigenen Alltag kaum eine Rolle spielt. „Bei uns gibt es keine Ausländer!“ Niemand nimmt jemandem den Arbeitsplatz weg, niemand bedroht den Alltag.

vor 2 Stunden
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Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Auszüge. Bei uns gibt es eigentlich gar keine Ausländer“, sagt Annika Saefkow. Die 43-Jährige steht gemeinsam mit ihrer 17-jährigen Tochter Any auf dem Neuen Markt in Rostock. Um sie herum füllt sich der Platz, Menschen suchen Bekannte, Kinder laufen zwischen den Erwachsenen hindurch, Schilder werden hochgehalten. Annika Saefkow findet das „gruselig“. Nicht nur wegen der Zahlen, sondern auch wegen der Gespräche, die sie zu Hause in einem Dorf im Umland von Rostock erlebt. „Die Menschen bekennen sich offener zu extremistischen Positionen“, fügt Host hinzu. „Der Hass betrifft ja nicht nur Migranten, sondern auch Behinderte oder queere Menschen, wie auch immer.

Sprecherin Inaa Gross vom Bündnis „Zusammen bewegen“ sagt später, sie sei selbst überrascht, wie viele Menschen gekommen seien. Seit Februar sei das Netzwerk im Land unterwegs. Evangelische Kirche, Gewerkschaften, Jugendverbände, Initiativen und Einzelpersonen hätten sich angeschlossen.

Nach eigenen Angaben seien inzwischen weit mehr als 1000 Aktive an den Aktionen beteiligt. „Ich glaube, das ist wirklich so die Mitte der Bevölkerung“, sagt Gross. Das Signal Richtung Wahlsonntag formuliert sie klar: „Wir sind die Mehrheit.“ Die hohen AfD-Werte in den Umfragen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein großer Teil des Landes anders denke.


„Es ist schade, dass man nicht mehr spricht“, sagt Annika. Gerade auf dem Land fehle es an Orten dafür. Ein Stammtisch, ein Treffpunkt, irgendein Raum, in dem man sich streiten könne, ohne sich gleich ganz voneinander abzuwenden. Stattdessen sei jeder für sich, „in seinem Haus, in seinem Garten“. In ihren Händen hält sie lange Holzstäbe, an denen ein großes Banner befestigt ist. Auf dem Banner steht: „Die Welt sieht bunt viel schöner aus.“

Dann setzt sich der Zug in Bewegung. Über die Lange Straße geht es Richtung Kanonsberg und später weiter zur Haedgehalbinsel. Die Veranstalter des Bündnisses „Zusammen bewegen“ schätzen die Zahl der Teilnehmer am Nachmittag auf 4000 bis 5000.









 
 
 

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