Die Frage, ob Kanzler Merz nach dem Treffen des deutschen und russischen Außenministers ein bilaterales Gespräch mit dem russischen Präsidenten sucht, blieb und bleibt offen.

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung, Auszüge: Den breitesten Raum (bei der Bundespresskonferenz) nahm bei der aktuellen Regierungspressekonferenz das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in New York ein.
Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Josef Hinterseher, nannte drei Motive: die unmittelbare Übermittlung der deutschen Position zu dem als „Drohnenvorfall in Leipzig“ bezeichneten Vorgang, die Frage der Getreideexporte aus der Schwarzmeerregion – darum hätten „mehrere Partner“ Deutschland gebeten – sowie europäische Sicherheit im Rahmen des E3-Formats.
Bemerkenswert auch die Behandlung des Leipziger Vorfalls. Er dient der Bundesregierung als Begründung für ein diplomatisches Signal auf höchster Ebene; öffentlich vorgelegte Belege gibt es weiterhin nicht. Auf die Frage dieser Zeitung, ob dem russischen Gegenüber wenigstens intern Belege präsentiert wurden, verwies der Sprecher auf frühere Einlassungen und auf die Vertraulichkeit des Gesprächs. Auf die Frage, ob die Bundesregierung von Moskau Zugang zu jenen russischen Staatsbürgern gefordert habe, denen sie eine Rolle bei dem Vorfall zuschreibt – kam ebenfalls keine inhaltliche Antwort, wohl aber der Hinweis, die russische Seite habe die Verantwortung zurückgewiesen.
Die Bewertung des Treffens schwankte hörbar. Ernüchternd sei das Ergebnis, die Positionen lägen weit auseinander, eine Verhandlungsbereitschaft Russlands sehe man nicht. Der von russischer Seite gefallenen Einordnung, das Gespräch sei sinnlos gewesen, mochte sich Hinterseher aber ausdrücklich nicht anschließen. Über weitere Treffen wollte er nicht spekulieren.
Zur Sprache kam auch eine Äußerung Wadephuls aus dem Januar 2025, Russland werde, auch nach Ende des Krieges, für Deutschland immer ein Feind sein. Der Sprecher verwies auf die „unveränderte Position“ der Bundesregierung zum Krieg in der Ukraine und darauf, dass die Äußerung zeitlich anders einzuordnen sei. Eine Distanzierung war das nicht. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer schloss daran die Linie zum G20-Gipfel an: Eine Rückkehr zur Normalität sei ohne ernsthafte russische Bereitschaft zur Beendigung des Angriffskriegs nicht vorstellbar. Man stimme sich mit den Partnern ab. Ob der Kanzler ein bilaterales Gespräch mit dem russischen Präsidenten sucht, blieb offen.




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